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Mittelamerika zwischen Beben und Sturm

25.11.2016, 08:57 Uhr | Von Denis Düttmann, dpa

Mittelamerika zwischen Erdbeben und Hurrikan Otto. Hurrikan "Otto" entwurzelt Bäume - hier in Chiles de San Carlos in Costa Rica. (Quelle: dpa)

Hurrikan "Otto" entwurzelt Bäume - hier in Chiles de San Carlos in Costa Rica. (Quelle: dpa)

Ein Hurrikan bahnt sich seinen Weg durch Nicaragua, in El Salvador bebt in den Tiefen des Pazifik die Erde. Gleich zwei Katastrophenszenarien haben die Menschen in Mittelamerika in die Zange genommen. Den Menschen in der Region wieder einmal schmerzlich bewusst, wie verletzlich die schmale Landmasse zwischen Nord- und Südamerika ist.

Das Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert El Salvador und Nicaragua im Westen, als gerade alle Augen auf den Osten gerichtet sind. Dort trifft zur gleichen Zeit Hurrikan "Otto" auf die Karibikküste. Dreieinhalb Meter hohe Wellen hätten seine Insel getroffen, sagt der Bürgermeister des nicaraguanischen Archipels Corn Island, Cleveland Rolando Webster. "Es regnet heftig, das Meer ist wild und der Wind sehr stark."

Einsatzkräfte in der Bredouille

In El Salvador rennen die Menschen auf die Straße, als das starke Beben die Gebäude erzittern lässt. "Bitte bleiben Sie ruhig", appelliert Umweltministerin Lina Pohl. "Wir haben keine Hinweise auf Schäden, aber wir beobachten die Situation."

In Nicaragua ruft Regierungssprecherin und First Lady Rosario Murillo den Notstand aus. "Der Zivilschutz und die Streitkräfte sind in Alarmbereitschaft und auf alle Eventualitäten vorbereitet", sagt sie. Kurzzeitig wird wegen des Bebens auch eine Tsunamiwarnung herausgegeben.

Angesichts von zwei Bedrohungsszenarien zur gleichen Zeit geraten die Einsatzkräfte in die Bredouille. "Wir haben einen Hurrikan an der Karibikküste, aber mit dem Erdbeben und der Gefahr eines Tsunamis ändert sich die Lage", sagt Nicaraguas Katastrophenschutzkoordinator Denis Meléndez: "Jetzt müssen wir den Bürgern gleichzeitig an verschieden Orten helfen."

Menschen bringen sich in Sicherheit

"Otto" trifft mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 175 Kilometern pro Stunde auf Nicaragua und schwächt sich über Land leicht ab. Zahlreiche Menschen bringen sich vor dem Wirbelsturm in Sicherheit. "Wir haben zehn Fahrzeuge, um das ganze Dorf zu evakuieren, aber es gibt einige Familien die sich weigern, ihre Häuser zu verlassen, weil sie Angst um ihr Vieh und ihren Besitz haben", sagt der Gemeinderat der Ortschaft Colón, Miguel Torrentes Álvarez, der Zeitung "La Prensa".

Juan Aragón aus dem Dorf El Toro läuft eine halbe Stunde über matschige Feldwege bis zum Sammelort. Dort warten Busse und Geländewagen, um die Menschen fortzubringen. "Es ist besser, sich in Sicherheit zu bringen, als das Leben zu verlieren", sagt Aragón.

Schwere Schäden werden zunächst nicht gemeldet. In der Ortschaft San Juan werden etwa 50 Häuser beschädigt, zahlreiche Bäume fallen um. Eine Frau stirbt an einem Herzinfarkt.

Eine der seismografisch aktivsten Regionen

Die Region wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. El Salvador war 2001 gleich von zwei schweren Erdbeben erschüttert worden. Mehr als 1200 Menschen kamen damals ums Leben. Die Schäden beliefen sich auf 1,6 Milliarden US-Dollar - gut zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes. Bei Hurrikan "Mitch" kamen 1998 in Mittelamerika rund 10.000 Menschen ums Leben. 2005 riss der Wirbelsturm "Stan" 1600 Menschen in den Tod.

Diesmal ist es recht glimpflich ausgegangen. Die Menschen sind vorerst mit dem Schrecken davon gekommen. Endgültige Sicherheit gibt es in Mittelamerika allerdings nie. Die Region liegt auf dem pazifischen Feuerring - eine der seismologisch aktivsten Zonen weltweit. Und im Mai beginnt schon die nächste Hurrikan-Saison.

Quelle: Von Denis Düttmann, dpa

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