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So soll der Tankrabatt funktionieren

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 16.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Schwerer Gang: Die Spritpreise erreichten zuletzt immer neue Rekordhöhen. Ein Rabatt soll die Kosten dämpfen.
Schwerer Gang: Die Spritpreise erreichten zuletzt immer neue Rekordhöhen. Ein Rabatt soll die Kosten dämpfen. (Quelle: Ecomedia/Robert Fishman/imago-images-bilder)
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Über die Idee von Christian Lindner wird aktuell heftig debattiert: Für Autofahrer könnte es bald eine deutliche Geldspritze beim Tanken geben. Nun wird immer klarer, wie das Ganze funktionieren soll.

Frankreich hat den Tankrabatt bereits beschlossen, Polen die Spritsteuer längst gesenkt. Der deutsche Vorstoß von Bundesfinanzminister Christian Lindner ist also nicht neu und kommt schon gar nicht zeitig. Um es positiv zu sehen: Die Vorlagen unserer Nachbarn dürften zumindest Lindners Vorschlag zugutekommen. Denn Nichtstun ist keine Option mehr.

Was plant der FDP-Politiker? Und wie weit sind unsere Nachbarländer bereits?

So plant Lindner den Tankrabatt

Lindner denkt an einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 40 Cent pro Liter, will damit den Liter-Preis unter zwei Euro drücken. Der Zuschuss könnte auf drei Monate befristet ausgezahlt werden. Das würde den Staat rund 6,6 Milliarden Euro kosten.

Die derzeit extrem hohen Preise an der Zapfsäule blieben bestehen. Kunden würde über die Tankrechnung der Rabatt abgezogen. Die Tankstellen oder Mineralölkonzerne rechnen ihn dann ab. Einfacher geht es kaum.

"Wenn es nach mir geht, landen wir mit dem Tankrabatt bei unter zwei Euro je Liter Diesel und Benzin", sagt der FDP-Politiker. Der Vorteil des Rabatts gegenüber einer Steuersenkung: Er sei schneller und in größerem Umfang umsetzbar, eine Gesetzesänderung sei nicht nötig.

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Die Sprit-Spritze wäre nur ein Teil eines Entlastungspakets, das weitere Maßnahmen enthalten soll. Geprüft werden sollen auch eine höhere Einmalzahlung für Grundsicherungsempfänger und andere Maßnahmen.

Wichtig: Lindner selbst spricht von "Überlegungen". In trockenen Tüchern ist also noch nichts. Klar ist aber: Irgendetwas muss passieren.

Das deutsche Paket kommt nicht gerade per Express. Dafür könnte es aber das größte werden. Was unsere Nachbarn schon beschlossen haben, finden Sie hier im Überblick.

Frankreich

Frankreich startet demnächst seine Milliardenhilfe für Autofahrer, Transportunternehmen und Landwirte gegen die gestiegenen Spritpreise. Geplant ist ein Rabatt von 15 Cent pro Liter Kraftstoff ab dem 1. April.

Er bedeutet beim kompletten Volltanken eines 60-Liter-Tanks eine Entlastung in Höhe von neun Euro. Der Rabatt soll vier Monate lang gewährt werden und wird den Staat voraussichtlich rund zwei Milliarden Euro kosten.

Niederlande

Benzin und Diesel waren zuletzt in den Niederlanden teilweise sogar teurer als bei uns. Nun kommen Entlastungen. Ab dem 1. April sinkt die Spritsteuer um 21 Prozent. Die Mehrwertsteuer auf Gas und Strom wird von 21 Prozent auf neun Prozent herabgesetzt.

Menschen mit geringem Einkommen erhalten 800 Euro für ihre Strom- und Gasrechnung. Zunächst waren 200 Euro vorgesehen. Insgesamt stehen 2,8 Milliarden Euro bereit.

Schweden

Auch Schweden senkt die Spritsteuer: Vom 1. Juni bis 31. Oktober soll sie auf das EU-Mindestniveau verringert werden. Dadurch soll das Tanken um 1,30 Kronen pro Liter günstiger werden. Das sind umgerechnet etwa zwölf Cent.

Außerdem kommt ein großes Paket gegen die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs. Unter anderem erhalten Autofahrer eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 bis 1.500 Kronen (94 bis 141 Euro). Umgerechnet stehen dafür 1,3 Milliarden Euro bereit.

Irland

Irland will die Steuer auf Benzin vorübergehend um 20 Cent senken. Für Diesel ist eine Senkung um 15 Cent geplant.

Polen

Polen hat früher als alle anderen gehandelt: Schon Ende des vergangenen Jahres wurde dort im Rahmen eines "Anti-Inflationsschilds" die Kraftstoffsteuer befristet ausgesetzt. Außerdem wird bis mindestens 31. Mai 2022 auf Benzin und Diesel keine Mehrwertsteuer erhoben.

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