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Huawei Mate 30: Kommt das neue Smartphone nach Deutschland?

Vorstellung in München  

Kommt das Huawei Mate 30 nach Deutschland?

19.09.2019, 11:10 Uhr | str, t-online.de

Huawei Mate 30: Kommt das neue Smartphone nach Deutschland?. Die Huawei Mate-20-Serie von 2018: Am 19. September 2019 stellt Huawei den Nachfolger vor.  (Quelle: Hersteller/Huawei )

Die Huawei Mate-20-Serie von 2018: Am 19. September 2019 stellt Huawei den Nachfolger vor. (Quelle: Huawei /Hersteller)

Am Donnerstag, den 19. September, will Huawei das neue Mate 30 enthüllen. Es ist das erste Top-Gerät des Herstellers, das zwangsläufig ohne Google-Apps erscheint. Technisch gesehen könnten die Chinesen jedoch ihren nächsten Kracher abliefern. 

"Rethink Possibilities" ("Überdenke die Möglichkeiten") – unter diesem Motto will Huawei am Donnerstag, den 19. September in München das neue Huawei Mate 30 vorstellen. Wenige Tage vor der Präsentation sind allerdings noch viele Fragen offen.

So ist beispielsweise unklar, ob das neue Top-Modell des chinesischen Herstellers überhaupt in den deutschen Handel kommen wird. Das größte Hindernis: Wegen des Handelskonflikts zwischen China und den USA muss das Huawei Mate 30 gänzlich ohne vorinstallierte Google-Apps und -Dienste auskommen. Das haben sowohl Google als auch Huawei im Vorfeld eingeräumt. 

Nutzer sollen Apps nachträglich installieren

Zuhause in China verkaufen alle Smartphone-Anbieter ihre Geräte ohne dort nicht zugelassene Google-Apps. In Europa bedeutet das Fehlen der Google-Angebote wie Karten, YouTube oder die App-Plattform Play Store aber einen Wettbewerbsnachteil für Huawei. Auch die Apps des Facebook-Konzerns wie Instagram und WhatsApp werden auf dem Mate 30 zunächst fehlen. 

Nutzer sollen die fehlenden Apps nachträglich installieren können, verspricht Huawei. Dies könnte beispielsweise über eine hauseigene App-Plattform des Herstellers geschehen, die Google Play ersetzt. Huawei baute bereits seit einiger Zeit an einer solchen Parallel-Infrastruktur. Aber in Europa greifen die meisten Nutzer nach wie vor auf Google-Dienste zurück.

HarmonyOS ab 2020

Als Betriebssystem dürfte laut Medienberichten die freie Version der bei Google entwickelten Android-Software zum Einsatz kommen. Das Open-Source-Android ist für alle Hersteller zugänglich – auf die von Google selbst lizenzierten Android-Versionen hat Huawei für neue Geräte dagegen keinen Zugriff. Der chinesische Konzern stellte vor kurzem als Alternative das eigene Betriebssystem HarmonyOS vor. Dieses soll ab 2020 einsatzbereit sein. Aber es wäre eine große Herausforderung, die vielen App-Entwickler dafür zu gewinnen.

Unklar ist außerdem, wie Huawei künftige Android-Updates bereitstellen will. Seinen Kunden verspricht der Konzern bisher, dass "Smartphones und Tablets, die verkauft wurden, aktuell verkauft werden oder auf Lager sind" weiterhin Sicherheits- und Softwareupdates erhalten werden. Und jeder, der ein Gerät kaufen wolle, "kann auch künftig auf die Welt der Apps zugreifen".

Der Vorgänger Mate 20 Pro überraschte mit vielen Neuheiten

Rein technisch ist am Donnerstag wieder mit zwei durchaus ambitionierten Modellen zu rechnen: dem Huawei Mate 30 und dem Mate 30 Pro. Auch eine "Porsche"-Edition und ein abgespecktes, günstigeres Mate 30 Lite sollen erscheinen. 

Bereits im Vorjahr hatte Huawei mit dem Mate 20 Pro mehrere Innovationen eingeführt wie etwa einen In-Display-Fingerabdruckscanner und kabelloses Aufladen durch Gerätekontakt. Dadurch kann das Mate 20 Pro beispielsweise einem iPhone Energie spenden. Möglicherweise baut Huawei diese Technologie aus und erhöht die Leistung beim kabellosen Laden.

Der Nachfolger des Mate 20 Pro soll außerdem mit einer verbesserten Front- und Hauptkamera ausgestattet sein. Möglicherweise erhalten sogar beide ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv, ähnlich wie beim Samsung Galaxy S10+. Die insgesamt vier Linsen der Hauptkamera sind angeblich in einem Kreis (oder auch "Bullauge") auf der Rückseite angeordnet. Ein sogenanntes "Waterfall-Display" mit abgerundeten Kanten soll dem Gerät ein nahezu randloses, schmales Design verpassen. 

Nur der Handelsstreit steht dem Erfolg im Wege

Höchstwahrscheinlich wird Huawei sein neues Top-Smartphone zudem mit dem hauseigenen Kirin-990-Prozessor ausstatten, der auf der IFA vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um den ersten Chip der Chinesen mit einem integrierten 5G-Modem. Damit ist das Huawei Mate 30 auf die neue Mobilfunkgeneration vorbereitet. Preislich dürften die Mate-30-Modelle auf demselben Niveau wie im Vorjahr anzusiedeln sein – also bei um die 1.000 Euro für das Top-Modell. 

Angesichts des anhaltenden Handelskonflikts darf bezweifelt werden, ob die Geräte hierzulande einen ähnlich reißenden Absatz finden wie die Vorgänger. Das Mate 20 Pro von 2018 war kurz nach dem Verkaufsstart in Deutschland schon teilweise vergriffen gewesen. Auch bei Stiftung Warentest konnten die Geräte punkten. Erst die Eskalation des Handelskonflikts zwischen China und den USA setzten dem Siegeszug der Huawei-Smartphones in Europa ein Ende und ließen Verbraucher verunsichert zurück. Nun muss der Konzern darauf hoffen, dass sich die Machtprobe zwischen China und den USA früher oder später in Wohlgefallen auflöst und die US-Sanktionen aufgehoben werden. 

Die US-Regierung hatte Huawei Mitte Mai unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken auf eine schwarze Liste gesetzt. Damit dürfen amerikanische Unternehmen – auch etwa Google und Chip-Zulieferer – nur mit spezieller Erlaubnis Geschäfte mit Huawei machen. Die Blockade wurde zwar allerdings ausgesetzt – aktuell bis Mitte November. Google darf aber nur bereits im Markt eingeführte Modelle weiter mit Updates versorgen. Das Mate 30 ist dagegen ein neues Gerät, für das der Aufschub der Blockade nicht gilt.


Die US-Sanktionen dürften Huawei mit der Zeit auch Probleme bei der Hardware bringen. Der Konzern verfügt zwar mit seiner "Kirin"-Reihe über eigene Haupt-Prozessoren. Aber ein Teil der Chips kommt von US-Unternehmen oder Firmen, die wegen Geschäften in den USA ebenfalls Beschränkungen unterliegen. So zeichnete sich bereits ab, dass Huawei den Zugang zu künftigen Entwicklungen des britischen Chip-Designers ARM verlieren dürfte, dessen Architektur in praktisch allen Smartphones zum Einsatz kommt.

Verwendete Quellen:

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