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Großhandelsvertrag geschlossen: Vodafone will Unitymedia-Übernahme durch Netzzugang versüßen

Großhandelsvertrag geschlossen  

Vodafone will Unitymedia-Übernahme durch Netzzugang versüßen

07.05.2019, 15:56 Uhr | dpa

Großhandelsvertrag geschlossen: Vodafone will Unitymedia-Übernahme durch Netzzugang versüßen. Vodafone habe einen Großhandelsvertrag mit Telefónica Deutschland geschlossen.

Vodafone habe einen Großhandelsvertrag mit Telefónica Deutschland geschlossen. Foto: Federico Gambarini. (Quelle: dpa)

Düsseldorf/München (dpa) - Die Deutsche Telekom könnte beim schnellen Internet einen weiteren bundesweiten Konkurrenten erhalten.

Vodafone will sein Kabelnetz dem Rivalen Telefónica Deutschland (O2) öffnen, um die Zustimmung der EU-Kommission zur milliardenschweren Übernahme von Unitymedia zu erreichen, wie der Konzern in Düsseldorf mitteilte.

Vodafone hatte im Frühjahr angekündigt, die Kabelnetze von Liberty Global - in Deutschland unter dem Namen Unitymedia im Geschäft - auch in Ungarn, Tschechien und Rumänien für insgesamt etwa 18,4 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Die EU-Kommission hatte Bedenken gegen den Zusammenschluss in Deutschland geäußert und eine vertiefte Prüfung des Deals eingeleitet.

Vodafone habe einen Großhandelsvertrag mit Telefónica geschlossen, sagte Vorstandschef Hannes Ametsreiter. Wenn die EU-Kommission die Unitymedia-Übernahme frei gebe, könne Telefónica eigene Kabelprodukte über das Vodafone Netz an 23,7 Millionen Haushalte in Deutschland verkaufen und zu einem "weiteren starken, bundesweiten Wettbewerber" der Telekom werden. Telefónica bekomme Zugang zu Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde. Das sei schneller als die aktuell schnellsten VDSL-Angebote im Markt. "Unser Maßnahmenpaket in Deutschland hebt den Wettbewerb auf eine ganz neue Stufe", sagte Ametsreiter. Es sei gut für Verbraucher, Wettbewerb und TV-Kanäle.

Die Telekom sieht die Ankündigungen von Vodafone kritisch. "Der Vorschlag von Vodafone ist offenbar der Versuch, eine Fusion zu retten, die bei der EU-Kommission auf große Bedenken stößt", teilte der Bonner Konzern mit. Durch den Vertrag zwischen Vodafone und Telefónica werde kein einziger zusätzlicher Breitbandanschluss gebaut. "Problematisch könnte sein, dass der Ausbau von Glasfaser bis ins Haus gebremst wird", sagte ein Sprecher. Ein intensiverer Infrastrukturwettbewerb zum Ausbau von Glasfaser wäre aber gerade für Deutschland besonders wichtig.

United Internet sieht in der Vereinbarung einen "Schritt in die richtige Richtung". Vodafone rüste sein Kabelnetz auf Gigabit-Geschwindigkeiten auf, stelle Telefónica aber nur Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von maximal 300 Megabit zur Verfügung. Das werde den Wettbewerb nicht wirklich beleben. "Ohne den fairen Zugang aller Wettbewerber zum fusionierten Kabelnetz ändert sich nichts an der grundlegenden Problematik der geplanten Übernahme", sagte Vorstandschef Ralph Dommermuth.

Der Wettbewerbsrechtler Prof. Justus Haucap von der Universität Düsseldorf beurteilt die Vereinbarung zwischen Vodafone und Telefónica dagegen positiv. "Das wird den Wettbewerb erheblich beflügeln", sagte der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission. Für die Telekom werde es durch einen dritten nationalen Anbieter nicht einfacher.

Vodafone kommt Brüsseler Bedenken auch beim Fernsehen entgegen. Fernsehsender könnten künftig Kundenbeziehungen über das Internet völlig unabhängig von Vodafone und seiner TV-Plattform eingehen. Vodafone verpflichte sich zudem, Sendern die Verbreitung ihrer Inhalte im Internet nicht einzuschränken.

Vodafone gehört seit 2014 das Netz von Kabel Deutschland. Der Konzern würde mit der Übernahme auch das verbliebene Kabelfernsehnetz in Deutschland kontrollieren, da Unitymedia große Teile der Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg gehören.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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