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Corona-Krise im Faktencheck: Soll die Warn-App zwangsinstalliert werden?

Faktencheck  

Soll die Corona-Warn-App zwangsinstalliert werden?

21.04.2020, 19:19 Uhr | dpa

 (Quelle: RTL)
Animation zeigt: So würde die Handy-Warn-App in der Corona-Krise funktionieren

Die Bundesregierung will Infektionsketten besser nachvollziehen können. Eine App soll dabei helfen und Menschen warnen, die direkten Kontakt mit einem Infizierten hatten. Dies funktioniert aber nur unter einer Bedingung. (Quelle: RTL)

Animation zeigt: So würde die Handy-Warn-App funktionieren. (Quelle: RTL)


Die von der Bundesregierung geplante Corona-Warn-App ruft in sozialen Netzwerken Kritiker auf den Plan. Sie prophezeien einen Überwachungsstaat, da die Installation per Update angeblich aufgezwungen werde.

BEHAUPTUNG: Mit einem Update des Betriebssystems wird die neue Corona-App automatisch aufs Smartphone gespielt. Nutzer sollen deshalb die Funktion "Automatische Updates" deaktivieren.

BEWERTUNG: Das trifft auf die Corona-App des Bundes nicht zu. Sie muss nach der Veröffentlichung aktiv heruntergeladen werden. Google und Apple arbeiten parallel daran, das Verfolgen von Kontakten zur Eindämmung der Pandemie technisch zu unterstützen. Diese Technologie wird per Software-Update auf die Geräte aufgespielt, muss vom Anwender aber erst aktiv freigegeben werden.

FAKTEN: Bei der Behauptung, die Coronavirus-App werde automatisch auf dem Handy installiert, wurden offenbar zwei verschiedene Konzepte miteinander vermischt. Die Bundesregierung will eine App veröffentlichen, die der Nutzer selbst installieren muss. Parallel dazu wollen Google und Apple die Gesundheitsbehörden dabei unterstützen, die Infektionsketten zu erkennen, indem sie eine technische Basis dafür schaffen.

Die Warn-App gibt es noch gar nicht

Die Corona-Warn-App in Deutschland für das Google-Betriebssystem Android und das iPhone-Betriebssystem iOS von Apple wird vermutlich im Mai vom Robert Koch-Institut in den App-Stores veröffentlicht. Sie werden die moderne Variante der Funktechnik Bluetooth ("Low Energy") nutzen, um in der denkbar datenschutzfreundlichsten Variante zu erfassen, wem ein Nutzer in den vergangenen 14 Tagen begegnet ist.

Google und Apple wollen die Corona-Warn-Apps in zwei Stufen unterstützen. Zuerst werden die beiden Unternehmen ab Mai Programmierschnittstellen (APIs) veröffentlichen, die die Erstellung einer solchen App erleichtern sollen. Dabei soll unter anderem sichergestellt werden, dass die Warn-Apps auch dann richtig funktionieren, wenn sie im Hintergrund laufen. Außerdem wollen sich die Konzerne technisch darum kümmern, dass der Akku eines Smartphones bei aktivierter Warn-App nicht zu schnell den Geist aufgibt. Diese Updates der Betriebssysteme werden Mitte Mai erwartet.

Beim iPhone verwenden schätzungsweise 75 Prozent der Geräte bereits die aktuelle Version iOS 13, die mit dem ersten Corona-Update versorgt werden. Google wird über die so genannten Google Play Services aktualisieren, so dass Geräte ab Android 6.0 ("Marshmallow") die neuen Schnittstellen bekommen, die von der RKI-Anwendung oder anderen Corona-Warn-Apps angesprochen werden können. Installiert der Anwender keine Warn-App, erfolgt auch keine Kontakt-Verfolgung ("Tracing"). Die Schnittstellen dürfen nach Angaben von Apple und Google nicht von jeder beliebigen App genutzt werden, sondern nur von den Anwendungen der Gesundheitsbehörden.

Die Tracing-Funktion muss ähnlich wie das GPS erst aktiviert werden

Monate später sollen Funktionen zur Kontakt-Nachverfolgung direkt in die Smartphone-Betriebssysteme Android und iOS über ein Update eingebaut werden. Wie das im Detail aussehen wird, steht noch nicht fest. Google und Apple betonen allerdings, dass die Teilnahme am "Tracing" freiwillig sein und erst durch eine bewusste Zustimmung aktiviert werde.

Experten warnen davor, die Funktion "Automatische Updates" beim Betriebssystem zu deaktivieren. Bei den Aktualisierungen werden in der Regel auch etliche Sicherheitslücken geschlossen, die von Cyberkriminellen ausgenutzt werden könnten. Sorgen machen sollten sich die Anwender vor allem dann, wenn sie ein Smartphone besitzen, das nicht auf eine aktuelle Version des Betriebssystems aktualisiert werden kann.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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