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Ransomeware: Apple-Nutzer im Fokus von Miet-Hackern


Apple-Nutzer werden zum Ziel von Miet-Hackern

t-online, jub

Aktualisiert am 15.06.2017Lesedauer: 2 Min.
Apple-Computer sind problemlos zu erkennen. Zunehmend werden auch sie angegriffen.Vergrößern des BildesApple-Computer sind problemlos zu erkennen. Zunehmend werden auch sie angegriffen. (Quelle: imago-images-bilder)
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Vor einigen Wochen sorgten Erpresser mit "WannaCry" weltweit für Aufregung und legten sogar die Displays der Deutschen Bahn lahm. Bisher waren bei solchen Hackerangriffen vor allem Windows-Rechner im Fokus, doch neue Programme zielen auf Apple. Und lassen sich auch noch bequem mieten.

Besitzer von Apple-Computern konnten sich bei Hackerangriffen bisher meist entspannt zurücklehnen. Denn nicht sie sondern ihre Windows-Kollegen waren bisher fast immer das Ziel. Der Grund dafür liegt nicht darin, dass Apple schwerer zu hackende Systeme baut, sondern dass es auf Grund der Masse einfach lohnender ist, ein Einfallstor bei Windows zu suchen.

Irrtum: Apple baut keine besser gesicherten Computer

Immerhin läuft das Microsoft-Betriebssystem auf etwa 90 Prozent aller Computer weltweit. Bei etwa gleichem Produktionsaufwand erreicht eine Schadsoftware also wesentlich mehr potentielle Opfer, als wenn man sie in der Windows-Welt in Umlauf bringt. Doch Apple-Produkte sind teuer und werden häufiger von wohlhabenden Menschen erworben. Eine Erpresser-Software, die Daten verschlüsselt und erst gegen Bezahlung wieder frei schaltet, könnte für die Hacker also auch im Einsatz gegen die eher kleine Apple-Gemeinde interessant sein.

Hacker bieten ihre Dienste an

Die beiden Sicherheitsfirmen Fortinet und AlienVault haben nun eine Webseite im sogenannten Dark Net* (Begriffserklärung siehe unten) entdeckt, auf der sich Hacker mit ihren Diensten anbieten und dabei auch darstellen, wie ihre Programme gezielt Apple-Computer angreifen. Die Geschäftsidee: Kunden suchen eigene Ziele aus, installieren die Schadprogramme – danach kümmern sich die Miet-Hacker um alles weitere.

Ransom-Variante speziell für Apple-Systeme

Die Daten auf dem Rechner des Opfers werden auf Wunsch zum Beispiel stark verschlüsselt und erst gegen eine Zahlung wieder frei gegeben. Das Lösegeld teilen die Hacker dann mit dem Auftraggeber. Dieses Verfahren wird als "Ransomware-as-a-service" (RaaS) bezeichnet. Hackerdienste werden also zu einem mehr oder weniger normalen Dienstleistungsgewerbe. Angriffe können so praktisch von jedem in Auftrag gegeben werden, ganz egal ob man selbst tiefere Computerkenntnisse hat oder nicht.

Hacker preisen Ihr Können an

Das Portal, auf dem die Ersteller der Schadsoftware ihre Dienste anbieten wirkt in vielen Zügen wie eine Kaufhaus-Webseite. Die Qualifikationen der Hacker werden ebenso wie die Vorteile der Schadsoftware angepriesen. In den Behauptungen steht zudem, dass die Hacker in ihrem normalen Leben als Softwareentwickler bei Yahoo und Facebook arbeiten und man sich voll und ganz auf ihre Produkte verlassen könne.

Schutzprogramme und Sicherungen

Mit der Verbreitung solcher Angebote oder auch nur der – immer leichter zu bedienenden – Hackersoftware müssen sich sämtliche Computernutzer regelmäßig um ihre Sicherheit kümmern. Aktuelle Schutzprogramme gehören genauso dazu wie eine regelmäßige Sicherung aller Daten auf externen Speichern. Windows-Anwender sind es gewohnt, Apple-Fans sollten es schnell lernen.

* Unter dem Begriff "Dark Net" versteht man einen Teil des Internets, der nur mit besonderer Technik und einem "Tor-Browser" erreichbar ist, der anonyme Kommunikation erlaubt. Er wird in einigen Teilen der Welt von Journalisten oder Menschenrechtsorganisationen als einzige Möglichkeit der freien Meinungsäußerung verwendet. Auf Grund der Anonymität wird das Dark Net allerdings auch von Kriminellen sehr geschätzt und genutzt.

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