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In drei einfachen Schritten: So eröffnen Sie ein Bitcoin-Konto


Drei Schritte  

So einfach eröffnen Sie ein Konto für Bitcoin und Co.

18.10.2021, 10:14 Uhr
In drei einfachen Schritten: So eröffnen Sie ein Bitcoin-Konto. Einen Klick entfernt: Haben Sie sich erst einmal ein Konto auf einer Handelsplattform errichtet, können Sie Bitcoins mit einem Wisch kaufen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/ersinkisacik)

Einen Klick entfernt: Haben Sie sich erst einmal ein Konto auf einer Handelsplattform errichtet, können Sie Bitcoins mit einem Wisch kaufen. (Quelle: ersinkisacik/Thinkstock by Getty-Images)

Immer mehr Anbieter werben mit Krypto-Investments. Doch wem können Anleger vertrauen? t-online erklärt, wie Sie schnell ein Konto für Bitcoins und Co. eröffnen – und dabei die richtige Börse für sich finden.

Zuerst waren es die Nerds, dann die Spekulanten, nun wollen sich im Schatten der großen Investoren auch immer mehr Kleinanleger an Kryptowährungen heranwagen. Doch über welche Wege kommt man eigentlich sicher an Bitcoins, Ether und Co? t-online erklärt Ihnen, wie Sie in drei einfachen Schritten Ihr erstes Konto für Bitcoins und andere Kryptwährungen eröffnen und worauf Sie achten sollten. 

Wo kann man ein Bitcoin-Konto eröffnen?

Mit dem wachsenden Interesse an Kryptowährungen werben immer mehr Anbieter um Kunden, die über ihre Plattformen Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. kaufen sollen. Tendenziell haben Sie mehrere Möglichkeiten, Kryptowährungen zu kaufen:

  • Direkt über ein Konto bei einer Krypto-Börse,
  • mittels börsennotierter Produkte, wie etwa Zertifikate,
  • über einen Broker.

Die Broker sind dabei relativ neu auf den Markt, die prominentesten Vertreter dürften dabei die Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital sein. Hier können Anleger die größten Kryptowährungen kaufen, sollten hier aber auch einen genauen Blick auf das Kleingedruckte werfen (siehe unten). 

Neben den Neobrokern gibt es auch noch den deutschen Handelsplatz Bitcoin.de. Hier handeln Sie Kryptowährungen direkt mit Privatleuten, ohne einen zwischengeschalteten Dienstleister. Es ist daher eher mit der Plattform Ebay zu vergleichen und birgt ähnliche Ausfallrisiken. 

Neueinsteiger können sich zu Beginn am einfachsten an den größten und bekanntesten Krypto-Handelsplätzten orientieren. Diese sind: 

  • Binance
  • Coinbase
  • Kraken
  • Bitpanda, vor allem auf dem europäischen Markt stark

Als deutsche Alternative hat sich zudem die Handels-App der Börse Stuttgart, Bison, etabliert. Dort lassen sich allerdings nur eine kleine Auswahl an Kryptowährungen handeln, die Plattform hat im Vergleich zu den internationalen Größen noch deutlich weniger Nutzer. 

Wie legt man ein Konto an?

Bei fast allen Anbietern geht der Anmeldeprozess sehr schnell. Meist braucht es nur drei Schritte, bis Sie Ihre ersten Bitcoins oder andere Kryptowährungen kaufen können. 

  1. Registrieren Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse bei einem Anbieter Ihrer Wahl.
  2. Bestätigen Sie Ihre Identität mit einem Ausweisdokument. Das geht meist schnell mit einem Video-Ident-Verfahren, bei dem Sie einem Mitarbeiter per Video-Chat Ihren Personalausweis zeigen.
  3. Verbinden Sie Ihr Bankkonto mit dem Anbieter oder überweisen Sie Geld auf Ihr neues Krypto-Konto.

Je nach Sitz der Börse beziehungsweise Handelsplattform kann es ein bis zwei Tage dauern, bis Ihre Überweisung Ihrem Konto gutgeschrieben wird. Dann können Sie sofort Kryptowährungen kaufen und je nach Anbieter auch versenden und empfangen. Sollten Sie bereits ein Konto bei einem Anbieter wie Trade Republik haben, können Sie sofort Kryptowährungen über den Broker kaufen. 

Beim Video-Ident-Verfahren müssen Sie ein Foto eines staatlichen Dokumentes entweder hochladen oder während eines Videoanrufes vorzeigen. Sobald das Verfahren abgeschlossen ist, ist Ihr Konto in den meisten Fällen einsatzbereit. 

Ohne Identitätsprüfung haben Sie es als Kunde dagegen bei den seriösen Plattformen schwer. Lange Zeit hat Binance die Basisfunktionen auch ohne eine Verifikation des Kunden angeboten. Doch auch die weltweit größte Krypto-Börse hat im August 2021 angekündigt, zukünftig auf Identifikationsverfahren zu setzen. Nicht verifizierte Alt-Kunden können zudem nur noch kleine Summen auszahlen lassen.  

Was muss ich bei der Anbieterwahl beachten?

Da es immer mehr Krypto-Kontoanbieter gibt, müssen Kunden bei der Eröffnung ihres Kontos auch immer aufmerksamer sein. Dabei sollten Sie als Anleger folgende Punkte überprüfen: 

  • Kaufe ich tatsächlich Kryptowährungen?
  • Habe ich ein eigenes Wallet?
  • Kann ich frei über meine Kryptowährungen verfügen?
  • Wo sitzt die Börse?
  • Wie hoch sind die Gebühren?

Denn tatsächlich bekommen Kunden nicht bei jedem Anbieter, der mit Krypto-Investments wirbt, auch tatsächlich eigene Bitcoins, Ether oder Co. So kaufen die Kunden etwa bei Scalable Capital lediglich börsennotierte Zertifikate.

Als Kunde investieren Sie also in eine Schuldverschreibung eines Emittenten, der Ihnen versichert, Ihr Geld mit den entsprechenden Kryptowährungen abzusichern (mehr zu Zertifikaten lesen Sie hier). Sie halten selbst also keine Bitcoins und Co., sondern lediglich der Herausgeber Ihres Zertifikates kauft diese und lässt Sie an der Kursentwicklung teilhaben.

Hier begeben Sie sich nicht nur in das Risiko der schwankenden Kurse bei Kryptowährungen, sondern auch in die Gefahr, dass Ihr Emittent in Zahlungsschwierigkeiten kommt. Sollte dieser insolvent gehen, ist auch Ihr Geld verloren – denn anders als Fonds sind Zertifikate an der Börse keine abgesicherten Finanzprodukte.

Trade Republic: Einfach, aber mit einem Haken

Auch der zweite in Deutschland bekannte Neobroker Trade Republic unterscheidet sich in einigen Punkten stark von den gängigen Handelsanbietern in der Krypto-Szene. Denn er gibt seinen Kunden nur eingeschränkte Handelsmöglichkeiten.

So erhalten Trade-Republic-Kunden etwa kein eigenes Wallet – also ein digitales Portmonee, in dem Sie Ihre Coins aufbewahren. Stattdessen verwahrt die von der Bankenaufsicht Bafin geprüfte BitGo Deutschland GmbH die Krypto-Münzen für die Kunden.

Für Sie heißt das: Ihre Coins sind also durchaus sicher verwahrt, aber Sie können ihre Bitcoins nicht frei verwenden. Denn als Trade-Republic-Kunde können Sie keine Bitcoins versenden oder auf Ihrem Wallet empfangen.

Sie haben also keine Möglichkeit, Ihre Bitcoins an ein Wallet eines anderen Anbieters oder an ein dezentrales Cold Wallet zu senden. Die Kunden sind damit deutlich enger an den Broker und den Treuhandverwalter gebunden als bei anderen Anbietern. Wer sich von Trade Republic lösen will, ist gezwungen, seine Bitcoins zu verkaufen.

Der Neobroker spricht daher vor allem Kunden an, die kurzfristig mit Bitcoin und Co. an der Börse spekulieren und von den Kursgewinnen profitieren möchten. Wer langfristig in Kryptowährungen investieren und vor allem selbstständiger mit den Coins umgehen möchte, sollte einen Anbieter mit mehr Spielraum wählen. 

Experten empfehlen große Anbieter

Wenn Sie unabhängiger in Kryptowährungen investieren möchten, bieten sich die großen Anbieter an, die sich seit Jahren auf den Markt behaupten. Das sind etwa: 

  • Coinbase
  • Binance
  • Kraken
  • Bitpanda 
  • Bison, als deutsche Alternative

Diese Anbieter geben etwa durch ihre Erfahrung, ihre Größe und das dahinterstehende Handelsvolumen den Kunden eine gewisse Stabilität. "Die großen Krypto-Börsen sind ihren Kinderschuhen entwachsen und werden erwachsen. Die Seriosität hat sich bei diesen stark verbessert in den vergangenen Jahren", sagte Professor Michaela Hönig von der Fachhochschule Frankfurt, die zu Kryptowährungen forscht, t-online kürzlich in einem Artikel zu dem Thema.

Kraken und Coinbase bieten zudem als US-amerikanische Anbieter europäische IBAN-Konten an, sodass Kunden ihre Gelder nicht auf US-Konten schicken müssen. Coinbase hat außerdem die Coins der Kunden vor Hacking-Angriffen versichert. Bitpanda ist die führende Handelsplattform auf dem europäischen Markt mit Sitz in Österreich. Sein Geschäftsmodell ähnelt in der Struktur und den Gebühren Coinbase. Auch die Auswahl an handelbaren Währungen ist ähnlich groß.

Großes Debüt: Die US-amerikanische Krypto-Börse Coinbase ist seit Frühjahr 2021 sogar im amerikanischen Nasdaq gelistet (Quelle: imago images/RichardxB. Levine)Großes Debüt: Die US-amerikanische Krypto-Börse Coinbase ist seit Frühjahr 2021 sogar im amerikanischen Nasdaq gelistet (Quelle: RichardxB. Levine/imago images)

Binance hat als einzige der drei großen Börsen einen Sitz in Europa und ist die größte Krypto-Börse der Welt. Doch die Börse sitzt in Malta und weist bei der Regulierung einige Schwächen auf: Experten bezeichnen Malta etwa als blinden Fleck der EU-Regulierungen. Dennoch hat Binance das größte Handelsvolumen und bietet die größte Vielfalt an Kryptowährungen an. 

Bison selbst ist keine Börse, sondern lediglich eine App zum Handeln. Dafür sitzt das Unternehmen in Deutschland und setzt auf deutsche Partner. Über Bison kaufen und verkaufen die Kunden Kryptowährungen über die deutsche Aktiengesellschaft Euwax, die zur Börse Stuttgart gehört. Für den Anbieter spricht der Heimvorteil, allerdings ist es mit Abstand die kleinste Handelsplattform im Vergleich mit Größen wie Coinbase, Kraken und Binance.

Mit welchen weiteren Aspekten Sie eine seriöse von einer unseriösen Plattform unterscheiden können, erklären Ihnen Experten aus der Branche sowie Verbraucherschützer außerdem hier

Kann ich Bitcoins mit Paypal bezahlen?

Nein, die großen Börsen bieten keine Zahlung per Paypal an. Lediglich bei Binance kann man im Peer-to-Peer-Bereich – also beim Kauf- und Verkauf unter Privatpersonen – mit Paypal bezahlen. Auf das eigene Wallet bei Binance für den regulären Handelsplatz kann man allerdings nicht mit dem externen Dienstleister Gelder einzahlen. 

Auch Kraken lehnt Paypal ab mit Verweis auf Sicherheitsrichtlinien, während Coinbase zumindest seinen US-Kunden erlaubt, über Paypal Gelder einzuzahlen. Europäische Kunden müssen allerdings per Überweisung oder einer Belastung ihrer Kreditkarte ihre Wallets auffüllen. Bitpanda bietet insgesamt sechs Einzahlungsmöglichkeiten an, Paypal ist allerdings keine davon. 

In den USA können Kunden direkt bei Paypal die größten Kryptowährungen, wie etwa Bitcoin oder Ether, kaufen – wann dieser Service auch für europäische Kunden verfügbar ist, ist allerdings noch ungewiss.

Welche Gebühren fallen an?

Bei allen Anbietern müssen Sie beim Kauf und Verkauf Ihrer Kryptowährungen mit Gebühren rechnen. Welche Kosten für welche Leistung anfallen und wie hoch die sind, unterscheidet sich allerdings von Anbieter zu Anbieter. Klassische Kostenpunkte sind etwa:

  • Einzahlungsgebühren 
  • Auszahlungsgebühren
  • Transaktionsgebühren

Wer vorausschauend plant, kann bei allen Börsen sparen. Während direkte Käufe über Kreditkarten mit hohen Gebühren verbunden sind, ist die Einzahlung per Banküberweisung bei den großen Anbietern kostenlos. Allerdings kann es hier mehrere Tage dauern, bis das Geld auf dem Konto verbucht ist. 

Alles in einer App (Symbolbild): Die großen Börsen wie Binance, Coinbase oder Kraken bieten ihre Leistungen alle in einer App an. Anleger können so schnell Kurse prüfen oder neue Transaktionen abschließen. (Quelle: imago images/EduardoxParra)Alles in einer App (Symbolbild): Die großen Börsen wie Binance, Coinbase oder Kraken bieten ihre Leistungen alle in einer App an. Anleger können so schnell Kurse prüfen oder neue Transaktionen abschließen. (Quelle: EduardoxParra/imago images)

Auch die Preistransparenz lässt bei einigen Anbietern zu wünschen übrig. Manche Gebühren erfahren Kunden nicht auf der Anbieterseite, sondern erst im Kaufprozess. Das macht es für Neukunden schwierig, Anbieter zu vergleichen. Wir haben daher die größten Anbieter in den wichtigen Punkten einem Vergleich unterzogen. 

AnbieterCoinbaseKrakenBinanceBitpanda
Einzahlungsgebühr (Kreditkarte)3,99 %

3,75 % + 0,25 Euro

1,8 %1,5 %
Auszahlungsgebühr15 Cent9 Cent - 1 Eurovariiert nach Coinvariiert nach Coin
Transaktionsgebühr1,49%1,5%0,1%ca. 1,49 %

Ein weiterer Tipp: Wer sich bereits mit Kryptowährungen auskennt, kann auf die Pro-Varianten mancher Anbieter wechseln. So bieten etwa Coinbase und Bitpanda eine Plattform für erfahrene Krypto-Trader an, die mehr Handelsspielraum lassen und deutlich niedrigere Gebühren verlangen – dafür sind sie allerdings auch unübersichtlicher und weniger nutzerfreundlich.

Verwendete Quellen:

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