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Payback – Rabatt gegen Daten: Lohnt sich das? Und wie funktioniert es?

Rabatt gegen Daten  

Payback: Lohnt sich das Punktesammeln?

07.11.2020, 17:50 Uhr
Payback – Rabatt gegen Daten: Lohnt sich das? Und wie funktioniert es?. Eine Hand hält mehrere Payback-Karten: Vor allem bei den Prämien sollten Nutzer wachsam sein. (Quelle: dpa/tmn/Britta Pedersen)

Eine Hand hält mehrere Payback-Karten: Vor allem bei den Prämien sollten Nutzer wachsam sein. (Quelle: Britta Pedersen/dpa/tmn)

Bonusprogramme wie Payback setzen darauf, dass die Kunden gerne Schnäppchen jagen. Im Tausch für Daten gibt es Rabatt. Lohnt sich das oder sollte man besser die Finger von der Kundenkarte lassen?

Mehr als jeder dritte Deutsche hat eine Payback-Karte im Portemonnaie. Damit ist das Rabattprogramm das größte des Landes. Mehr als 30 Partner vor Ort und mehr als 600 Online-Shops akzeptieren die Bonuskarte.

Doch wie sinnvoll ist das eigentlich für die Kunden? Unser Überblick zeigt, wie Payback funktioniert, ob sich das wirklich lohnt und wie Verbraucherschützer das Bonusprogramm bewerten.

Wie funktioniert Payback?

Payback wirbt damit, seine treuen Kunden fürs Einkaufen zu belohnen: Mit der Scheckkarte oder der Payback-App auf dem Smartphone sammeln Sie Bonuspunkte, wenn Sie bei Partnern wie Aral, dm, Real oder Rewe shoppen gehen. Die Punkte können Sie dann gegen Rabatt an der Kasse, Gutscheine oder Prämien einlösen oder für Hilfsprojekte spenden.

In der Regel erhalten Sie einen Punkt pro zwei ausgegebenen Euro. Ein Punkt entspricht 1 Cent. Zusätzlich geben die Payback-Partner Coupons aus, mit denen Sie die Punktzahl deutlich steigern können.

Wie sammelt man Payback-Punkte?

Dafür benötigen Sie zunächst eine Payback-Karte. Die gibt es entweder in allen teilnehmenden Geschäften oder Sie beantragen die Karte online auf der Payback-Website. Allerdings: Der Online-Antrag funktioniert nur, wenn Sie sich gleichzeitig für die Coupon-Mail anmelden. Diese enthält personalisierte Werbung.

Liegt Ihnen die Payback-Karte bereits vor, müssen Sie sie im nächsten Schritt registrieren. Dafür tragen Sie auf der Website des Bonusprogramms die Kartennummer ein, die sie auf der Rückseite finden. Anschließend möchte Payback noch Ihre E-Mail-Adresse und weitere persönliche Daten wie Namen und Adresse.

Ist Ihre Karte registriert, können Sie sie bei jedem Einkauf bei einem der Partner an der Kasse scannen und erhalten dann automatisch Punkte auf Ihr Payback-Konto gutgeschrieben – meistens einen Punkt pro zwei ausgegebenen Euro.

Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie Ihre Payback-Karte von Rewe, dm, Fressnapf oder einem anderen Partner haben, Sie können sie auch bei allen anderen Payback-Akzeptanzstellen einsetzen. Kaufen Sie in einem teilnehmenden Online-Shop ein, müssen Sie dort die Payback-Kartennummer eintragen und erhalten dann ebenfalls die entsprechenden Punkte.

Wie löst man Payback-Punkte ein?

Um Payback-Punkte einzulösen, müssen Sie zunächst einen Punktestand von mindestens 200 Punkten erreicht haben. Ist das geschafft, stehen Ihnen sechs Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. An der Kasse einlösen: Sie können mit Payback-Punkten weitere Einkäufe bezahlen, wenn Sie sie an der Kasse verrechnen lassen. Das funktioniert allerdings nicht bei allen Partnern. Möglich ist es etwa bei Aral, dm, Real, Burger King, Fressnapf, Apollo-Optik, Thalia und Depot. Bezahlen können Sie auch mobil über die App mit der Funktion "Payback Pay".
  2. In Gutscheine umwandeln: Sie können Ihre Punkte auch in Einkaufsgutscheine umtauschen. Dafür gibt es Service-Terminals in den Filialen von Rewe, Penny, Real und Alnatura. Sie können den Gutschein dort ausdrucken und sofort nutzen oder ihn hinterlegen, um ihn bei einem anderen Einkauf zu nutzen.
  3. Aufs Konto auszahlen lassen: Dafür müssen Sie sich auf der Payback-Website einloggen und in Ihrem persönlichen Bereich den Punkt "Einlösung der Punkte in Bargeld" auswählen. Nun sehen Sie Ihren Punktestand und können wählen, wie viele Punkte Sie einlösen möchten. Anschließend bestätigen Sie die Überweisung auf das hinterlegte Bankkonto. Das Geld wird Ihnen innerhalb weniger Tage gutgeschrieben.
  4. Prämie holen: Im Prämienshop können Sie Ihre Punkte gegen Sachwerte aus den Kategorien Kochen, Sport, Multimedia oder Wohnen eintauschen. Meist müssen Sie allerdings etwas zuzahlen. Alternativ können Sie im Prämienshop Ihre Punkte in Geschenkgutscheine umwandeln. Bei Aral bekommen Sie Prämien direkt vor Ort in den Tankstellen.
  5. Prämienmeilen: Besitzen Sie eine "Miles & More"-Karte, können Sie Ihre Payback-Punkte auch in Prämienmeilen umwandeln, die Ihrem Meilenkonto gutgeschrieben werden. 
  6. Punkte spenden: Wenn Sie lieber etwas Gutes tun möchten, können Sie Ihre Punkte an ein regionales, nationales oder internationales Hilfsprojekt spenden. Bundesweit kooperiert Payback zum Beispiel mit der Arche, der DKMS oder dem Deutschen Kinderhilfswerk.

Wie lange sind Payback-Punkte gültig?

Payback-Punkte sind ab dem Zeitpunkt der Gutschrift 36 Monate gültig. Nach Ablauf dieser drei Jahre verfallen sie zum 30. September desselben Kalenderjahres. Danach können Sie sie nicht mehr einlösen. In Ihrem Punktekonto können Sie unter "Vom Verfall bedrohte Punkte" sehen, ob Sie bald aktiv werden sollten.

Lohnt sich das Punktesammeln mit Payback?

Kaum. Nehmen wir an, Sie kaufen für 30 Euro bei Rewe ein. Dann erhalten Sie 15 Punkte, was einem Gegenwert von 15 Cent entspricht. Geht das jede Woche so, kommen Sie am Ende des Jahres auf 7,20 Euro. Für diesen Rabatt haben Sie aber auch 1.560 Euro ausgeben müssen (30 Euro x 52 Wochen).

Sind 7,20 Euro nicht besser als nichts? Schon, aber das gilt nur für Kunden, die ohnehin immer bei den gleichen Anbietern einkaufen würden. Wenn Sie hingegen mal hier, mal dort einkaufen – je nachdem wo es das günstigste Angebot gibt –, entgeht Ihnen das als Payback-Kunde in Zukunft womöglich, weil Sie Läden links liegen lassen, die keine Partner sind. Die Verbraucherzentrale rät deshalb dazu, beim Punktesammeln den Blick auf die Konkurrenz nicht zu vergessen.

iPhone im Payback-Prämienshop 200 Euro teurer

Ganz besonders gilt das beim Umtausch von Payback-Punkten in Prämien. Hier hat nämlich eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zwischen Juli und August 2019 ergeben, dass es viele Angebote bei anderen Händlern günstiger gibt. So rief Payback zum Beispiel für ein Brettspiel einen Preis von 39,99 Euro auf, während es das gleiche Spiel woanders bereits für 18,99 Euro gab.

Die größte Differenz gab es laut Verbraucherschützern bei einem iPhone X, das bei Payback 999 Euro kostete. Bei einem angenommenen Einsatz von 1000 Punkten (10 Euro) betrug der Preisunterschied zum billigsten Händler mehr als 200 Euro. Der Rat der Verbraucherschützer daher: Angebote immer mit einer Preissuchmaschine vergleichen – oder statt Prämien zu kaufen, lieber gleich mit den Punkten an der Kasse zahlen.

Payback wies die Kritik als überzogen zurück. Es sei nicht möglich, immer den besten Preis am Gesamtmarkt zu bieten, sagte eine Sprecherin. Außerdem lasse ein Großteil der Nutzer seine Punkte ohnehin direkt beim Einkauf verrechnen.

Welche Daten sammelt Payback?

Payback legt allerdings Wert darauf, dass das Unternehmen keinen Adresshandel betreibt und keine Daten an Dritte weiterverkauft. Das Unternehmen kann aus den über die Karte oder die App verbuchte Einkäufe keine individuellen Produkte einsehen, wohl aber, welche Warengruppen oder Produktkategorien Sie kaufen. Um Punkte einlösen zu können, müssen Sie Payback Ihren Namen, Ihr Geburtsdatum und Ihre Anschrift anvertrauen.

Kündigen Sie Ihre Teilnahme am Bonusprogramm, muss Payback Ihre Daten zwar noch zehn Jahre lang aufbewahren (Kommunikationsdaten höchstens sechs Jahre), darf sie aber nicht mehr nutzen. Wenn Sie Payback erlaubt haben, Ihre Daten auf eine bestimmte Art zu nutzen, können Sie das jederzeit widerrufen. Außerdem können Sie Payback darum bitten, alle Daten offenzulegen, die das Unternehmen über Sie gespeichert hat.

Welche Alternativen gibt es?

Das größte deutsche Rabattprogramm hat seit seiner Gründung vor 20 Jahren zahlreiche Konkurrenten bekommen. Der bekannteste ist mit etwa 20 Millionen Nutzern die Deutschlandcard, die Sie etwa bei Edeka, Netto oder Esso nutzen können. Darüberhinaus bieten zahlreiche Händler eigene Kundenkarten an. Die Funktionsweisen sind allerdings recht ähnlich – und damit auch die Höhe der Rabatte.

Größere Ersparnisse erhalten Sie hingegen, wenn Sie sich bei einem Cashback-Portal wie Shoop oder Getmore anmelden. Hier sind laut Stiftung Warentest Erstattungen von im Schnitt zwischen drei und sechs Prozent drin – deutlich mehr als bei den klassischen Kundenkarten.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • payback.de
  • Verbraucherzentrale NRW
  • Stiftung Warentest
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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