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Dax-ETF: Schlaue Geldanlage oder hohes Risiko?

Börsen-Einsteiger  

Dax-ETF: Schlaue Geldanlage oder hohes Risiko?

30.06.2020, 18:30 Uhr
Dax-ETF: Schlaue Geldanlage oder hohes Risiko?. Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Was bringt mir als Privatanleger ein Dax-ETF? (Quelle: imago images/Sven Simon)

Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Was bringt mir als Privatanleger ein Dax-ETF? (Quelle: Sven Simon/imago images)

Sie wollen auf einen Schlag in Aktien von Adidas, Bayer und Daimler investieren? Mit einem Dax-ETF ist das kinderleicht. Wie genau ein solcher Indexfonds funktioniert und welche Risiken er birgt, lesen Sie hier.

Diese Schlagzeilen kennt jeder: "Neuer Rekordwert beim Dax", "Deutscher Leitindex erholt sich", "Dax auf historischem Stand". Gemeint ist stets der deutsche Aktienindex, kurz Dax. Wichtig ist dieser, weil in ihm die wertvollsten deutschen Aktiengesellschaften notiert sind. Kurz gesagt: Der Dax zeigt an, wie es der deutschen Wirtschaft geht.

Das Gute für Sie als Anleger: Auch Sie können auf einfache Weise in den Dax investieren – und so von den Kursgewinnen profitieren. Am günstigsten geht das mit einem so genannten Dax-ETF. Was das ist, wie Sie Ihr Geld mit einem solchen Indexfonds anlegen und welche Risiken das birgt kann, erfahren Sie hier.

Was ist ein Dax-ETF?

Um zu verstehen, was ein Dax-ETF ist, müssen Sie wissen, welche Bedeutung der Dax hat und was genau ein ETF ist.

Dax: Der Dax ist der wichtigste deutsche Aktienindex. In ihm sind die Aktien der 30 wertvollsten deutschen Unternehmen gelistet, die an der Börse notiert sind. Das sind Aktiengesellschaften wie Daimler, Deutsche Wohnen oder die Allianz. Der Dax zeigt also an, wie sich der Gesamtwert dieser Unternehmen verändert.

ETF: Ein ETF ist ein spezieller Aktienfonds. Ein Aktienfonds ist eine Art Korb, in dem Gelder liegen, die investiert werden – in Aktien, also Unternehmensanteile. Ein ETF – auch Indexfonds genannt – investiert, wie der Name vermuten lässt, in die Anteile der Unternehmen eines ganzen Aktienindex.

Bei einem Dax-ETF bildet ein Computeralgorithmus den Dax nach. Das ist anders als bei einem herkömmlichen Aktienfonds. Dort bestimmt ein Manager, in welche Aktien der Fonds investiert. Der entscheidende Vorteil eines ETFs ist sein Preis: Da kein Manager bezahlt werden muss, sind ETFs deutlich günstiger als klassische Aktienfonds – und häufig genauso rentabel, manchmal sogar noch ertragreicher.

Ein Dax-ETF ist also ein Indexfonds, der den Dax nachbildet. Mit einem Investment in einen Dax-ETF legen Sie also Ihr Geld in alle Firmen an, die der Dax enthält. So profitieren Sie davon, wenn der Wert der 30 größten deutschen Börsen-Unternehmen steigt.

Bekannte Dax-ETFs sind beispielsweise "Amundi ETF DAX UCITS ETF DR", "ComStage DAX UCITS ETF", "iShares Core DAX UCITS ETF" oder "Xtrackers DAX UCITS ETF 1C".

Es gibt aber auch ETFs, die den MDax, den SDax oder den TecDax nachbilden. Diese Indizes gehören ebenfalls zur Dax-Familie und enthalten börsennotierte Firmen, die kleiner sind als die Dax-Unternehmen (MDax, SDax) oder die nur in der Technologiebranche aktiv sind (TecDax).

Was ist der Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Dax-ETF? 

Wie bei allen ETFs unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Formen von ETFs: ausschüttende und thesaurierende Indexfonds.

Thesaurierend: Thesaurierend bedeutet, dass ein Dax-ETF mögliche Dividenden, also den Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an die Anleger auszahlt, nicht an Sie als Anleger weiterreicht.

Stattdessen werden diese Erträge wieder angelegt. Für Sie als Anleger kann das deshalb interessant sein, weil sich Ihr Anlagekapital so erhöht, ohne dass Sie selbst mehr Geld einzahlen müssen. Das wirkt sich insbesondere auf den so genannten Zinseszins-Effekt aus: Ihr angelegtes Geld vermehrt sich umso stärker, wenn Erträge, die vorher erwirtschaftet wurden, dazu kommen.

Ausschüttend: Im Gegensatz zu thesaurierenden ETFs reichen ausschüttende ETFs die Dividendengewinne direkt an Sie als Anleger weiter. Der Vorteil: Sie bekommen zwar regelmäßige eine bestimmte Summe Geld auf Ihr Konto überwiesen. Allerdings – und das ist der Nachteil – profitieren Sie weniger stark vom so genannten Zinseszins-Effekt (siehe oben).

Wie finde ich den günstigsten Dax-ETF?

Um einen passenden und günstigen Dax-ETF zu finden, sollten Sie mehrere Dax-ETFs auf Internet-Portalen miteinander vergleichen. Dabei kommt es insbesondere auf die Verwaltungsgebühren an. Das sind die Kosten, die eine Fondsgesellschaft dafür erhebt, dass sie einen Fonds anbietet.

Diese Kosten werden häufig in der Gesamtkostenquote ("Total Expense Ratio", kurz "TER") zusammengefasst. ETFs – und somit auch Dax-ETFs – kosten im Gegensatz zu aktiven Fonds dabei viel weniger, da kein Manager bezahlt werden muss, der den Aktienkauf steuert (siehe oben). Die Gesamtkostenquote für ein Dax-ETF liegt bei etwa 0,08 bis 0,16 Prozent des angelegten Betrages – pro Jahr.

Ein Beispiel: Bei 0,16 Prozent und einem angelegten Betrag von 5.000 Euro sind das bereits acht Euro im Jahr. Und je mehr Geld in einer Anlage liegt, desto höher werden auch die jährlichen Kosten. Achten Sie also beim ETF-Vergleich unbedingt auf eine niedrige TER.

Außerdem sollten Sie auf die Depotkosten achten: Denn um in einen Dax-ETF zu investieren, müssen Sie zunächst ein Wertpapierdepot eröffnen. Diese Gebühren sollten Sie also im Blick haben. Bei vielen Onlineanbietern und Direktbanken fallen – im Gegensatz zu Filialbanken – für ein Depot keine Kosten an.

Ein weiterer Kostenpunkt sind die Ausführungskosten: Beim Kauf von ETFs fallen häufig so genannte Ordergebühren an. Diese Kosten entstehen, wenn eine Direktbank einen bestimmten Kauf für Sie ausführt. Das kann ein fester Betrag sein, beispielsweise 1,5 Euro, oder aber ein Prozentsatz, beispielsweise 0,5 Prozent.

Dax-ETF oder einzelne Aktien eines Index? Welches Investment ist besser?

Der klare Vorteil ist: Mit einem Dax-ETF streuen Sie Ihr Risiko viel breiter als mit einem Investment in einzelne Aktien. Denn Sie investieren auf einen Schlag in alle 30 Unternehmen des deutschen Leitindex (siehe oben).

Allerdings ist ein Investment in einen Dax-ETF durchaus riskanter als ein Investment in andere ETFs. Der Grund: Der Dax ist im Vergleich zu noch umfangreicheren Aktienindizes nicht sonderlich groß und ausgewogen.

Konkret sind im Dax viele Firmen gelistet, die in ähnlichen Branchen aktiv sind. Beispielsweise sind mit BMW, Daimler, VW und Continental vier Unternehmen aus der Automobilbranche im Dax enthalten. Ebenso gibt es mit BASF, Bayer, Henkel, Merck oder Fresenius einen Schwerpunkt auf der Chemie- und Pharmabranche.

Falls die jeweiligen Branchen Probleme haben, kann darunter der Dax und somit auch die Wertentwicklung eines ETF auf den Leitindex leiden. Das sollten Sie bei einem Investment im Hinterkopf behalten.

Ein Dax-ETF eignet sich deshalb also eher für Anleger, die tendenziell ein höheres Risiko eingehen möchten. Ihr Risiko breiter streuen können Sie hingegen mit einem ETF auf den MSCI World Index oder den MSCI All Country World Index (siehe unten). 

Sind Dax-ETFs in einer Krise die richtige Anlage?

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie bereits Anteile an einem Dax-ETF besitzen, sollten Sie diese auch nicht verkaufen, wenn die Kurse fallen. Denn die Vergangenheit zeigt: Auf lange Sicht steigen die Kurse in der Regel wieder. Wenn Sie Ihre Anteile an einem Börsen-Tiefpunkt verkaufen, machen Sie womöglich hohe Verluste.

Wenn Sie jedoch noch keine Anteile an einem Dax-ETF besitzen, könnten Sie – nachdem die Kurse gefallen sind – günstig an Anteile gelangen. Besonders vorteilhaft ist es dabei, sein Geld mithilfe eines ETF-Sparplans zu investieren, da Sie Ihr Anlagekapital so auf einen längeren Zeitraum verteilen und nicht Gefahr laufen, zum falschen Zeitpunkt in den Aktienmarkt einzusteigen.

Allerdings gibt es ETFs, die breiter gestreut sind als ein Dax-ETF (siehe oben). Das prominenteste Beispiel ist ein ETF, der den MSCI All Country World Index nachbildet. Dieser Index enthält die Unternehmensanteile von mehr als 2.700 der größten börsennotierten Firmen weltweit aus fast 50 Ländern. So deckt ein ETF auf diesen Index quasi die gesamte Weltwirtschaft inklusive der Schwellenländer ab – und nicht nur die 30 wertvollsten deutschen Aktiengesellschaften wie ein Dax-ETF.

Wie groß ist mein Vermögen, wenn ich 15 Jahre lang monatlich 100 Euro in einen Dax-ETF investiert hätte?

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Denn es kommt auf den genauen Dax-ETF an, in den Sie das Geld angelegt hätten. Außerdem kommt es auf die Kosten an, die sich von Depot- oder Sparplananbieter unterschieden.

Beispielhaft aber lässt sich ein langfristiges Investment anhand der vergangenen Kursentwicklung des Dax berechnen. Gehen wir dafür davon aus, dass Sie Ende 2004 angefangen hätten, mithilfe eines Sparplans jeden Monat 100 Euro in einen Dax-ETF anzulegen. Ende 2019 hätten Sie Ihre Anteile dieses ETFs verkauft. Über diesen 15-Jahres-Zeitraum hätten Sie im Schnitt einen jährlichen Ertrag, genannt Renditevon 7,9 Prozent erzielt.

In diesem Beispiel hätten Sie Ende 2019 ein Vermögen von 33.713,52 Euro erzielt. Davon wären 15.713,52 nur Erträge, 18.000 Euro hätten Sie über die Jahre eingezahlt. Abhängig von den anfallenden Gebühren (siehe oben) müssten Sie von diesem Gewinn nur noch die jährlichen Kosten abziehen.

Vorsicht: Die durchschnittliche Rendite der vergangenen Jahre ist keine Garantie dafür, dass es diese Rendite auch künftig geben wird.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • zinsen-berechnen.de
  • statista.de
  • justetf.com
  • finanztip.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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