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Gibt es die perfekte Uhrzeit fĂŒrs Essen?

dpa-tmn, Angelika Mayr

Aktualisiert am 12.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Gesunde ErnÀhrung: Eine verbreitete These ist, dass Salat der Verdauung am Abend nicht gut bekommt.
Gesunde ErnÀhrung: Eine verbreitete These ist, dass Salat der Verdauung am Abend nicht gut bekommt. (Quelle: FreshSplash/getty-images-bilder)
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Zu spÀter Stunde keine Rohkost, keinen Alkohol und schon gar keine Hauptmahlzeit: Zum Wohle der Gesundheit wird einiges empfohlen. Aber was ist wirklich sinnvoll? Zwei Expertinnen geben Auskunft.

Sollte man auf manche Lebensmittel zu bestimmten Tageszeiten verzichten? Solche Tipps hört man immer wieder. Zu Salat heißt es dann zum Beispiel, dass man ihn am Abend lieber nicht essen sollte. Angeblich bekommt das der Verdauung nicht gut.


Superfood: Die 15 gesĂŒndesten Lebensmittel

Rosenkohl: Er zĂ€hlt zu den gesĂŒndesten Lebensmitteln. Er entschĂ€rft etwa Schadstoffe aus gegrilltem Fleisch, was vor Krebs schĂŒtzen kann.
Blaubeeren: Die kleinen NĂ€hrstoffbomben sind besonders reich an so genannten Antioxidantien. Das sind Schutzstoffe, die schĂ€dliche Stoffwechselprodukte abfangen und so vor GefĂ€ĂŸverkalkung und Krebs schĂŒtzen. Alternativen sind andere dunkle Beeren- und Obstsorten, zum Beispiel Preiselbeeren, Brombeeren, Kirschen oder rote Trauben.
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Doch diese These gehört wie auch andere ins Reich der Mythen. FĂŒr eine zeitliche EinschrĂ€nkung, zum Beispiel Rohkost und Obst nur bis 14 Uhr zu essen, fehle es an aussagekrĂ€ftigen wissenschaftlichen Belegen, sagt die Ökotrophologin Astrid Donalies von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE).

Aufstoßen stört beim Einschlafen

Vorsichtig mit Obst am Abend sollten Menschen sein, die mit Sodbrennen zu kĂ€mpfen haben. Gerade Obst mit viel FruchtsĂ€ure wie etwa ZitrusfrĂŒchte kann zu Aufstoßen fĂŒhren. "Besonders im Liegen ist das unangenehm und stört beim Einschlafen", sagt Sabine HolzĂ€pfel, Referentin bei der Abteilung Lebensmittel und ErnĂ€hrung der Verbraucherzentrale Baden-WĂŒrttemberg.

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Ähnliches gilt fĂŒr Salat. Doch das sei von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sagt HolzĂ€pfel. Sie bestĂ€tigt die EinschĂ€tzung von Donalies: "Wissenschaftliche Belege fĂŒr den Verzicht auf Rohkost am Abend gibt es nicht."

Der Biorhythmus des Verdauungssystems

FrĂŒher galt die Annahme, es komme auf die Tageszufuhr insgesamt an, und nicht darauf, wann und wie oft gegessen wird. "Mittlerweile gibt es aber Hinweise, dass auch der Zeitpunkt eine Rolle dabei spielt. So zeigen einige Studien gesundheitliche Vorteile, wenn das FrĂŒhstĂŒck ĂŒppiger ausfĂ€llt und das Abendessen weniger energiereich ist", erlĂ€utert VerbraucherschĂŒtzerin HolzĂ€pfel.

Das liegt auch nahe: Denn das Verdauungssystem unterliegt einem Biorhythmus. Es ist in den Morgenstunden am aktivsten, wÀhrend es am Abend und nachts reduzierter arbeitet.

Die Behauptung, wonach alles, was man abends ab 18 Uhr isst, unverdaut bleibt, stimmt deshalb aber nicht. "Die Verdauung beginnt schon mit dem Kauen und dem Speichel im Mund", erklÀrt Donalies. Und der Magen-Darm-Trakt stellt nachts nicht gÀnzlich seine Arbeit ein.

Schwer verdauliche Speisen abends lieber vermeiden

Manche Lebensmittel sind allerdings leichter und manche schwerer verdaulich. Stark gewĂŒrzte, heiße oder frittierte Speisen und ĂŒppige Mahlzeiten wie Gulasch bleiben lĂ€nger im Magen-Darm-Trakt und werden langsamer verdaut. Auch Alkohol verzögert die Verdauung.

Das kann zu Beschwerden wie Magendruck, VöllegefĂŒhl oder Sodbrennen fĂŒhren. "Wer solche Probleme hat, sollte auf kleine Abendmahlzeiten achten – spĂ€testens drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen", rĂ€t DGE-Expertin Donalies. FlĂŒssige Speisen wie Suppen und Breie haben eine kĂŒrzere Verweildauer und sind daher oft bekömmlicher.

Eine Frage der Gewöhnung

Worauf man abends verzichten sollte, hĂ€ngt stark von den eigenen Gewohnheiten ab. Wird die Hauptmahlzeit abends gegessen, gewöhnt sich der Körper in der Regel daran. "Dann empfiehlt es sich, in Ruhe zu essen und gut zu kauen, das erhöht die VertrĂ€glichkeit", erklĂ€rt VerbraucherschĂŒtzerin HolzĂ€pfel.

VöllegefĂŒhl und BlĂ€hungen sind keine guten Voraussetzungen fĂŒr einen erholsamen Schlaf. Wer sich vollgegessen fĂŒhlt, sollte es einmal mit leichter Bewegung probieren und einen Abendspaziergang machen. Man sollte generell auf seinen Körper achten und testen, wann man sich mit welchen Speisen am wohlsten fĂŒhlt.

Keine Unmengen Weißbrot zu spĂ€ter Stunde

Laut Astrid Donalies gibt es Beobachtungen, die zeigen, dass bestimmte Mahlzeiten zu spĂ€ter Stunde die Entstehung von Übergewicht und Krankheiten wie Typ-2-Diabetes begĂŒnstigen könnten. So scheine es ungĂŒnstig zu sein, wenn man abends viele einfache Kohlenhydrate zu sich nimmt, etwa durch den Verzehr von SĂŒĂŸigkeiten oder Weißbrot.

Entscheidend fĂŒr die Entwicklung des Körpergewichts ist laut der Ökotrophologin allerdings die Energiebilanz: Die Zufuhr an Energie, die in den Lebensmitteln steckt, sollte dem Verbrauch des Körpers entsprechen. Wer es genau wissen will, kann den Energiebedarf berechnen – die Uni Hohenheim bietet dafĂŒr ein Online-Tool.

Was bringt Fasten nach der Uhr?

Die Zeit spielt auch beim Intervallfasten eine Rolle. Hierbei darf man fast alles essen, aber nur zu bestimmten Zeiten.

Verbreitet sind dafĂŒr unter anderem die 16:8- und 14:10-DiĂ€t. Man nimmt also fĂŒr 16 beziehungsweise 14 Stunden nur Wasser, ungesĂŒĂŸten Tee oder schwarzen Kaffee zu sich. In den verbleibenden acht beziehungsweise zehn Stunden darf man normal essen.

Alleine durch diese Form des Fastens finde jedoch keine ErnĂ€hrungsumstellung hin zu einer gĂŒnstigen Lebensmittelauswahl statt, ordnet Donalies ein. Zwar deuteten Daten darauf hin, dass sich diese Form des Essens positiv auf die Gesundheit und dadurch auf die Gewichtsabnahme auswirken kann. "Die Studienlage ergibt aber kein einheitliches Bild. Auch zu den Langzeitfolgen nicht."

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Eine Trennung von Kohlenhydraten und Proteinen wie sie zum Beispiel bei der "Hayschen Trennkost" vorgegeben ist, sieht Donalies kritisch. "Eine zeitliche Trennung bei der Aufnahme ist nicht nötig." Denn der menschliche Körper sei sehr wohl in der Lage, beide NÀhrstoffe gleichzeitig zu verdauen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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