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EMS-Training: Mit Strom zu einem straffen Körper

EMS-Training: Mit Strom zu einem straffen Körper

10.03.2011, 19:03 Uhr | lvb

EMS-Training: Mit Strom zu einem straffen Körper. So genannte Mikro-Fitnessstudios locken ihre Kunden mit Reizstrom-Training (Foto: dpa).

So genannte Mikro-Fitnessstudios locken ihre Kunden mit Reizstrom-Training (Foto: dpa).

Es klingt traumhaft: Statt stundenlang auf dem Laufband oder Crosstrainer zu trainieren, lässt man im EMS-Training den Körper von Stromstößen straffen und erzielt in einem Bruchteil der Zeit den gleichen Trainingseffekt. Aber kann das funktionieren? Wir haben Sportwissenschaftler Dr. Heinz Kleinöder von der Deutschen Sporthochschule Köln gefragt.

EMS-Training: Trainieren mit Reizstrom

Trainieren mit Strom, das ist EMS-Training. EMS steht für Elektromyostimulation, die Muskelstimulation durch elektrische Impulse. Elektroden an der Trainingskleidung und an speziellen Gurten leiten dabei Strom aus der Steckdose zu den Muskelgruppen, die man trainieren möchte. Die elektrischen Impulse verstärken die Muskelkontraktion, während man gezielte Übungen macht - beispielsweise Kniebeugen. "Im Prinzip ist das ein ganz natürlicher Vorgang, denn auch ohne EMS-Training fließt im Körper Strom", erklärt Kleinöder.

Mikrostudios liegen im Trend

In der medizinischen Rehabilitation und im Hochleistungssport wird diese Art der Muskelstimulation schon lange angewandt. Nun haben auch die Freizeitsportler EMS-Training für sich entdeckt. Laut Frank Koopmann, Pressesprecher des Branchenverbandes DSSV in Hamburg, gibt es in Deutschland bereits Hunderte so genannter Mikrostudios. Sie sind deutlich kleiner als klassische Fitnessstudios und bieten ausschließlich EMS-Training an. Und auch in vielen klassischen Fitnessstudios kann mittlerweile mit Strom trainiert werden.

Teurer, aber effizienter

Das EMS-Training ist deutlich teurer als ein Training in einem klassischen Fitnessstudio. Dafür wird man immer von einem persönlichen Trainer begleitet und das Training ist intensiver. Man muss also weniger Zeit dafür aufwenden. "Wenn das EMS-Training kompetent durchgeführt wird, funktioniert es auch", sagt Dr. Kleinöder. Er forscht seit mehreren Jahren zum EMS-Training.

Anfangs reichen 15 Minuten

Wichtig ist, dass die Intensität des Trainings weder zu schwach noch zu stark ist. Freizeitsportlern, die ein Ganzkörpertraining mit EMS machen wollen, empfiehlt Sportwissenschaftler Kleinöder zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche. Anfänger sollten pro Einheit 15 Minuten Zeit einplanen, Fortgeschrittene 20 Minuten.

Für die meisten Menschen ungefährlich

Für die meisten Menschen ist das Training mit Strom ungefährlich. Im Zweifelsfall sollte man aber einen Arzt zu Rate ziehen. Das betrifft unter anderem Menschen mit Herzschrittmacher oder Patienten, die unter einer Infektion, Hautausschlägen oder Krebs leiden. Gefahr besteht zudem bei unsachgemäßer Benutzung der Geräte: Dreht man den Strom abrupt zu hoch auf, könne im schlimmsten Fall eine Sehne reißen, erklärt Kleinöder.

Lieber ins Fitnessstudio als zu Hause trainieren

Aber was taugen EMS-Geräte für zu Hause? Auch diese Geräte stimulieren die Muskeln, sagt der Experte. Aber man sollte keine falschen Hoffnungen hegen: Sich mit einem Stromgürtel bequem vor den Fernseher zu setzen, hat natürlich deutlich weniger Effekt als ein aktives EMS-Training, bei dem man gezielte Übungen ausführt.

Ein EMS-Training im Fitnessstudio mit einem persönlichen Trainer habe den Vorteil, dass man die Trainingseinheiten richtig, gesund und effizient absolviere, gibt Kleinöder zu bedenken. Und richtig angewandt ist EMS für den Sportwissenschaftler eine "ernstzunehmende Trainingsmethode", auch für Breitensportler.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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