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Diese Gesundheitsgefahren lauern beim Urlaub in Deutschland

Blaualgen, Vibrionen und Co.  

Diese Gefahren lauern beim Urlaub in Deutschland

01.07.2020, 12:46 Uhr | AFP

Diese Gesundheitsgefahren lauern beim Urlaub in Deutschland. Gesundheitsgefahren beim Urlaub: Manche Badegewässer sind durch Cyanobakterien, sogenannte Blaualgen, verunreinigt. (Quelle: Getty Images/PleskyRoman)

Gesundheitsgefahren beim Urlaub: Manche Badegewässer sind durch Cyanobakterien, sogenannte Blaualgen, verunreinigt. (Quelle: PleskyRoman/Getty Images)

Der Urlaub wird in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise hauptsächlich in Deutschland stattfinden. Doch auch hierzulande gibt es einige gesundheitliche Risiken, die Sie nicht unterschätzen sollten.

Mit dem Beginn der Sommerferien in weiteren Bundesländern wie Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen kommt die Urlaubssaison in Schwung. Angesichts der Corona-Pandemie bleiben viele Menschen in diesem Jahr in Deutschland und suchen Entspannung zwischen Ostsee und Alpen. Doch auch im eigenen Land lauern Gesundheitsgefahren. Ein Überblick:

Salmonellen und Campylobacter: Keime im Essen

Die Sommerzeit ist auch Hochsaison für bakterielle Lebensmittelinfektionen. Salmonellen werden vor allem durch unzureichend erhitzte Eier oder eihaltige Speisen sowie durch rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch übertragen. Da reicht es schon, wenn Lebensmittel beim Picknick oder Grillen nicht gut gekühlt werden oder Keime vom Fleisch auf Salat geraten.

Die Folgen können Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen, Fieber oder Erbrechen sein. Hauptquelle für Campylobacter-Infektionen ist unzureichend erhitztes Geflügelfleisch.

FSME: Hirnhaut- oder Gehirnentzündung droht

Zecken können den Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, einer virusbedingten Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Dieses Jahr wurden bereits mehr als 40 Fälle gemeldet. Als FSME-Risikogebiete gelten derzeit 164 Kreise in Deutschland.

Dazu zählen fast ganz Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen, Niedersachsen und dem Saarland. Wer dort Urlaub macht, sollte sich impfen lassen. Muss es schnell gehen, können zwei Impfungen im Abstand von 14 Tagen gegeben werden.

Borreliose: frühzeitige Behandlung mit Antibiotika

Am häufigsten übertragen Zecken die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann. Die Schätzungen zu den Krankheitsfällen schwanken sehr stark zwischen 40.000 und 120.000 pro Jahr.

Borrelien in Zecken gibt es in ganz Deutschland, wobei die Belastung regional sehr unterschiedlich sein kann. Eine Schutzimpfung dagegen gibt es nicht. Früh erkannt, lässt sich die Infektion aber gut mit Antibiotika behandeln.

Quallen: Vorsicht vor gelben Haarquallen

Unangenehm kann für Schwimmer in Nord- und Ostsee eine Begegnung mit der Gelben Haarqualle, auch Feuerqualle genannt, werden. Ihre Nesselkapseln können mit ihrem Gift allergische Reaktionen und Hautrötungen hervorrufen.

Gelbe Haarquallen sind im Oberflächenwasser der Ostsee eher selten, gelangen durch Wind aber manchmal in die Badebereiche. Die betroffenen Stellen sollten mit Meerwasser abgespült werden. Auch Sand kann auf die betreffende Stelle aufgetragen und nach dem Antrocknen vorsichtig abgeschabt werden, zum Beispiel mit einem Messerrücken. Schmerzen können durch Kühlung gelindert werden.

Vibrionen: Infektion kann lebensgefährlich werden

Vibrionen sind natürlicher Bestandteil salzhaltiger Meere und kommen vor allem im Boden vor. Sobald die Wassertemperatur über 20 Grad Celsius steigt, vermehren sie sich sprunghaft. Vibrionen können beim Baden oder Wasserwaten in verletzte Haut eindringen und in seltenen Fällen schwere Wundinfektionen hervorrufen.

Diese ist an einer Rötung, Schwellung oder Blasenbildung erkennbar. Die Infektion kann auch Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung verursachen.

In den vergangenen Jahren gab es an der Ostsee zahlreiche Erkrankungen und auch einige Todesfälle. Gefährdet sind vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder mit chronischen Krankheiten.

Blaualgen: Anzeichen für eine starke Belastung

Manche Badegewässer sind durch Cyanobakterien, sogenannte Blaualgen, verunreinigt. Explosionsartige Blaualgenblüten treten vor allem in den Sommermonaten bei hohen Wassertemperaturen auf. Eine Gewässerbelastung mit Cyanobakterien ist an der eingeschränkten Sichttiefe, einer bläulich-grünen Trübung des Wassers, Schlierenbildung oder Algenteppichen an der Oberfläche zu erkennen.

Bei starker Belastung raten die Gesundheitsbehörden vom Baden in dem trüben Wasser ab. Es kann zu allergischen Haut- und Schleimhautreizungen kommen. Beim Verschlucken von Wasser können Durchfälle auftreten.

Coronavirus: Abstand und Mund-Nasen-Schutz

Natürlich gilt auch im Urlaub: In öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften und überall dort, wo es eng wird und die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, sollte ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Sonnenbrand: Schutz regelmäßig erneuern

Nicht zuletzt sollten sich Urlauber vor Sonnenbrand schützen. Generell sollte die Mittagssonne zwischen 11 Uhr und 15 Uhr gemieden werden. Die Wahl des Lichtschutzfaktors beim Sonnenschutzmittel richtet sich nach dem Hauttyp, empfohlen wird mindestens Lichtschutzfaktor 15. Für Kinder gibt es den Faktor 50 plus. Das Mittel sollte mindestens eine halbe Stunde vor dem Gang in die Sonne aufgetragen und regelmäßig erneuert werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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