t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon



HomeGesundheitKrankheiten & SymptomeGelenke

Klumpfuß: Welche Spätfolgen sind möglich?


Teils schwere Beeinträchtigungen möglich
Klumpfuß – diese Spätfolgen drohen ohne Behandlung


Aktualisiert am 09.06.2024Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
Qualitativ geprüfter Inhalt

Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Zum journalistischen Leitbild von t-online.
Ein Arzt spricht mit einer Frau und zeigt dabei auf das Modell eines Fußes.Vergrößern des Bildes
Welche Spätfolgen bei einem unzureichend behandelten Klumpfuß auftreten können, hängt unter anderem vom Ausmaß der Deformation ab. Einschätzen kann das nur die behandelnde ärztliche Fachkraft. (Quelle: Chadchai Krisadapong/getty-images-bilder)

Kommt ein Kind mit einem Klumpfuß zur Welt, ist eine frühzeitige Behandlung wichtig. Welche Beschwerden und Spätfolgen sonst zu erwarten sind.

Beim Klumpfuß handelt es sich um eine häufige Fehlstellung des Fußes, die meist angeboren ist. Der Fuß ist dabei nach innen eingedreht, die Sohle stark gewölbt, die Ferse dauerhaft nach oben gezogen und die Fußspitze nach unten abgesenkt.

Mit einem Klumpfuß ist normales Stehen und Gehen unmöglich. Darum muss die Deformation möglichst frühzeitig behandelt werden, idealerweise schon in den ersten Lebenswochen. Sonst ist spätestens im Lauflernalter mit Beeinträchtigungen zu rechnen – erst recht, wenn beide Füße die Fehlstellung aufweisen.

Hinweis: In diesem Artikel geht es hauptsächlich um den angeborenen Klumpfuß, weil dieser am häufigsten vorkommt. Daneben gibt es aber noch eine seltene, erworbene Form des Klumpfußes. Dieser sogenannte sekundäre Klumpfuß kann im Erwachsenenalter neu auftreten, etwa als Folge einer neurologischen Erkrankung oder einer Verletzung, die die Nervenversorgung und/oder Muskulatur des Fußes beeinträchtigt.

Klumpfuß – wann ein Risiko für Spätfolgen besteht

Grundsätzlich lässt sich ein angeborener Klumpfuß gut behandeln, ehe sich ernste Beschwerden oder belastende Spätfolgen entwickeln. Die zur erfolgreichen Korrektur notwendigen Maßnahmen erfordern aber Geduld und Durchhaltevermögen, die die Eltern der Kinder mitunter nicht im hinreichenden Maße aufbringen können. (Mehr hierzu erfahren Sie im letzten Kapitel.)

Außerdem sind selbst bei frühzeitiger, konsequenter und zunächst gelungener Therapie Rückfälle möglich: Im Laufe der Kindheit oder Jugend kann es passieren, dass sich der Fuß wieder in die Fehlstellung begibt. Dann ist eine abermalige Behandlung nötig.

Erfolgt diese früh genug, besteht oftmals eine gute Chance, die Fehlstellung erneut zu korrigieren. Wenn nicht, gestaltet sich die Behandlung in der Regel schwierig. Denn die Knochen werden im Zuge des Heranwachsens immer härter. Anders als die noch im Wachstum befindlichen Knochen eines Babys, die noch größtenteils aus Knorpel bestehen, sind die eines Erwachsenen nicht mehr so leicht formbar.

Darüber hinaus passen sich die Muskeln und Sehnen mit der Zeit an die Fehlstellung an und fixieren den Fuß in der falschen Position.

Klumpfuß – mit diesen Beschwerden und Spätfolgen ist zu rechnen

Selbst nach einer gelungenen Behandlung sieht ein einstiger Klumpfuß eventuell noch etwas anders aus als ein von Geburt an gesunder Fuß. War nur ein Fuß betroffen, ist dieser möglicherweise etwas kürzer als der andere. Auch können die Beinlängen wenige Millimeter voneinander abweichen.

Wenn ein Klumpfuß nicht oder nicht erfolgreich behandelt wird, verursacht er ernste Beschwerden. Je länger die Fehlstellung besteht, umso höher ist das Risiko für belastende Spätfolgen. Die Betroffenen lernen trotz der Fehlstellung laufen, allerdings können sie den Klumpfuß – oder die Klumpfüße – beim Stehen und Gehen nicht normal benutzen.

Je nach Ausmaß der Fehlstellung setzt der Klumpfuß mit dem Außenrand, der Zehenspitze oder sogar mit dem Fußrücken auf dem Boden auf. Das kann schmerzhaft sein und ist in der Regel nur über kurze Gehstrecken und mit Krücken möglich. Unter Umständen bilden sich mit der Zeit Schwielen oder offene Wunden, weil der Fuß an Stellen, die kaum durch polsterndes Unterhautfett geschützt sind, immer wieder allzu starkem Druck ausgesetzt wird.

Im weiteren Verlauf können sich darüber hinaus zahlreiche gesundheitliche Probleme entwickeln, etwa ein frühzeitiger Gelenkverschleiß (bereits im jungen Erwachsenenalter) sowie eine ungleichmäßig ausgebildete Muskulatur. In vielen Fällen wirkt sich ein Klumpfuß auf die Muskulatur der Wade aus. Diese ist oft dünner und unterentwickelt – Fachleute sprechen mitunter von einer "Klumpfußwade".

Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind die psychischen und sozialen Spätfolgen, die die Fehlstellung bedeuten kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Da ein Klumpfuß die Teilnahme an zahlreichen – vor allem sportlichen – Aktivitäten unmöglich macht, haben es Betroffene oftmals schwerer, mit Menschen aus ihrem Umfeld in Kontakt zu kommen und sich in ein soziales Gefüge wie einer Schulklasse einzufügen. Später kann der Klumpfuß sie in ihrer Berufswahl einschränken. All das kann seelisch sehr belasten.

Klumpfuß – diese Behandlung kann Spätfolgen verhindern

Der angeborene Klumpfuß lässt sich in der Regel wirksam mit der sogenannten Ponseti-Methode behandeln. Das ist ein Therapiekonzept, das aus mehreren Phasen besteht und in den ersten Lebenswochen beginnen sollte. Es geht dabei darum, die Deformation des Fußes durch wiederholtes Dehnen und Eingipsen schrittweise zu korrigieren.

Das Kind erhält über einen Zeitraum von sechs Wochen jede Woche einen neuen Gips. Bei jedem Gipswechsel bringt die Orthopädin oder der Orthopäde den Fuß ein bisschen weiter in die richtige Position. Danach findet ein kleiner operativer Eingriff statt, bei dem die Achillessehne durchtrennt wird. Das ist nötig, weil diese beim Klumpfuß verkürzt ist, wodurch die Ferse hochsteht und die Zehen dauerhaft nach unten zeigen.

Damit die Achillessehne in der nun richtigen Länge ungestört verheilen kann, muss das Kind für die darauffolgenden drei Wochen erneut einen Gips tragen. Im Anschluss bekommt es eine spezielle Schiene, welche dazu dient, die Korrektur des Klumpfußes zu bewahren und einem Rückfall vorzubeugen.

Diese Schiene besteht aus zwei Schuhen, die durch eine Metallstange verbunden sind, und die Füße in einer leicht nach außen gedrehten Position halten. Zunächst trägt das Kind die Schiene 23 Stunden täglich für etwa drei Monate, später nur noch nachts, bis es etwa vier Jahre alt ist.

Fast immer kann die Ponseti-Therapie Betroffenen zu einer nahezu normalen Fußstellung verhelfen oder die Deformation zumindest so weit korrigieren, dass sie problemlos gehen lernen können.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 28.5.2024)
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...



TelekomCo2 Neutrale Website