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Herz-Operation: Wie sie abläuft und wie sicher sie ist


Wie eine Herzoperation abläuft und wie sicher sie ist

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 08.10.2022Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Auch wenn viele Herz-OPs Standardeingriffe sind, wecken sie bei zahlreichen Patienten existenzielle Ängste. (Quelle: Shuttermon / Getty Images)
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Chirurgische Eingriffe am Herzen sind emotional belastend. Information und kompetente Betreuung helfen Patienten, besser mit ihren Ängsten umzugehen.

In Deutschland werden jährlich etwa 100.000 Herzoperationen durchgeführt. Hinzu kommen etwa 900.000 Herzkatheter-Eingriffe. Trotz großer Sorgfalt der Spezialisten und einer guten medizinischen Versorgung bleibt ein Eingriff am eigenen Herzen für die meisten Menschen mit Ängsten verbunden. Sind sie berechtigt?

Das OP-Team: Erfahrung schafft Sicherheit

"Als Faustregel gilt: Je größer die Erfahrung des interdisziplinären Behandlungsteams, umso sicherer ist das Verfahren für die Patienten und umso besser und langfristig gut fällt das Ergebnis aus", sagt Professor Jan Gummert, ärztlicher Direktor vom Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen.

"Eingespielte Abläufe in der stationären Versorgung ebenso wie im OP-Saal sowie Teamarbeit der verschiedensten Fachrichtungen und Ebenen sind enorm wichtig", bestätigt Christian Siegling, Pflegedirektor am HDZ.

Die Patientensicherheit beruhe wesentlich auf einem Therapiekonzept, das individuell auf die Schwere der Erkrankung sowie mögliche Begleiterkrankungen und zusätzliche Risikofaktoren ausgerichtet sei. Dazu gehöre auch, dass Fragen nach Behandlungsrisiken nicht erst mit Einleiten der Narkose gestellt werden, sondern eine Beurteilung bereits vor der OP stattfinde.


Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Die sieben größten Herzsünden

Nikotin: Rauchen ist Gift fürs Herz, denn es begünstigt die Gefäßverkalkung. Wer vom blauen Dunst loskommt, kann sein Arteriosklerose-Risiko jedoch schnell senken: Bereits ein Jahr nach dem Rauchstopp ist es nur noch halb so hoch, wie die Deutsche Herzstiftung informiert.
Fleisch: Eine einseitige Ernährung ohne Obst und Gemüse erhöht das Risiko für einen Kalium- oder Magnesiummangel. Langfristig können Herzrhythmusstörungen die Folge sein. Viel Kalium liefern etwa Bananen und Kartoffeln. Magnesium kommt besonders reichhaltig in Hülsenfrüchten vor.
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OP am Herzen: Welche Verfahren gibt es?

Je nach zugrunde liegender Krankheit und Diagnose gibt es verschiedene Möglichkeiten, chirurgische Eingriffe am Herzen durchzuführen:

  • Klassische Operation: Der Eingriff, bei dem der Chirurg das Brustbein öffnet, findet unter Vollnarkose und Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine statt. Sie übernimmt während der Operation die Aufgaben des Herzens und versorgt den Körper mit Sauerstoff.
  • Minimalinvasive Technik: Auch hier wird der Patient in Vollnarkose versetzt. Allerdings ist die körperliche Belastung bei dieser Technik, bei der der Chirurg einen nur wenige Zentimeter breiten Schnitt entlang der Rippen macht, für den Betroffenen wesentlich geringer.
  • Kathetergestützte Technik: Über ein Blutgefäß führt der Chirurg einen feinen Schlauch, meist von der Leiste aus, bis zum Herzen.

Die Zeit vor der OP: So läuft sie ab

Noch vor der stationären Aufnahme klärt eine sogenannte Herzkonferenz zwischen Kardiologen und Herzchirurgen die Voraussetzungen für den Eingriff. Je nach Voruntersuchungsergebnissen legen die Spezialisten eine individuelle Operationsstrategie fest.

Eine Abstimmung mit der Hausarztpraxis ist besonders ratsam, wenn bestimmte Medikamente eingenommen werden und die Medikamentengabe vor der Operation umgestellt werden muss.

Risikofaktoren wie Karies und entzündete Zahnwurzeln, Einengungen der Halsschlagader, eine beeinträchtigte Lungenfunktion oder Nikotingenuss können das Operationsergebnis beeinträchtigen.

Um die Gefahr von Durchblutungsstörungen, bakteriellen Entzündungen oder eines Schlaganfalls so gering wie möglich zu halten, können daher vorab noch weitere Voruntersuchungen, zahnärztliche Behandlungen oder Medikamentengaben notwendig sein.

Individuelle Risikofaktoren werden berücksichtigt

Eine häufige und schwerwiegende Komplikation vor allem bei Patienten über 65 Jahren ist das postoperative Delir. Es zeigt sich darin, dass die Patienten zunächst verwirrt sind. Unter Federführung der Anästhesie und Herzchirurgie hat sich daher am HDZ ein strukturiertes, multiprofessionelles Delirmanagement bewährt.

Es reduziert die Delirhäufigkeit und -dauer und reduziert damit das Risiko alltagsrelevanter kognitiver Störungen nach dem Krankenhausaufenthalt.

Narkose: Vorbereitung und Durchführung

Um spezielle Fragen zur Narkose und OP-Vorbereitung zu besprechen, bieten Anästhesisten neben Aufklärungsgesprächen auch Beratungstermine und Videosprechstunden im Vorfeld an. In der Klinik vom Tag der stationären Aufnahme an beginnt die systematische Vorbereitung auf die Operation, bei der sämtliche Voruntersuchungen nochmals begutachtet werden.

Experten sprechen von einer sogenannten "Präoperativen Risikostratifizierung und Überwachung", die sich nach den Leitlinien der Fachgesellschaften richten und zusammen mit einem an den Bedürfnissen der Patienten orientierten Pflegekonzept insbesondere bei komplexen Operationen und gebrechlichen Patienten einen besseren Behandlungserfolg versprechen.

Patienten, die stark unter Stress leiden oder eine psychische Erkrankung haben, sollten eine psychotherapeutische Begleitung in Anspruch nehmen.

Der Tag der OP: Was passiert jetzt?

Am OP-Tag werden zunächst die Vorbereitungen zur Einleitung der Narkose getroffen. Dazu zählen eine kontinuierliche Blutdrucküberwachung und die Überwachung der Sauerstoffsättigung im Blut.

Während der gesamten Operation werden außerdem die Gehirnströme und die Sauerstoffsättigung des Gehirns gemessen, um eine zu tiefe oder zu flache Narkose zu vermeiden. Eine gründliche Kreislaufüberwachung mit allen verfügbaren Medikamenten sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit während und nach dem Eingriff.

Risiken und mögliche Komplikationen nach der OP

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen können bei einem herzchirurgischen Eingriff, wie bei allen Operationen, Komplikationen auftreten. Dazu gehören Infektionen, Nachblutungen oder die Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen). Während der OP und der Nachsorge werden sie aber meist frühzeitig erkannt und sind daher in der Regel gut behandelbar.

Das Risiko des Eingriffs selbst hängt von vielen individuellen Faktoren ab, vor allem von den Vorerkrankungen, die der Patient hat, und dessen Alter. Pauschale Aussagen lassen sich daher nicht treffen. Umso wichtiger ist es, dass zwischen Patient und Arzt ein ausführliches Gespräch stattfindet, in dem alle relevanten Parameter berücksichtigt werden.

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Wichtig: Einbeziehung der Angehörigen

Beim Screening nach der Operation übernehmen Pflegende als feste Bezugspersonen für Patienten und Angehörige die Verantwortung für den weiteren Behandlungsprozess auf der Intensivstation. Das gilt insbesondere für Delir-Risikopatienten. Intensivpflegekräfte überprüfen unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Kommunikationsfähigkeit und Orientierung nach dem Aufwachen aus der Narkose.

Zum Genesungsprozess auf der Intensivstation zählt auch, dass die Patienten nach der Operation so früh wie möglich mobilisiert werden können. Die Genesungsfortschritte werden in der klinischen Physiotherapie dokumentiert.

Herz-OP: Video gibt Patienten wichtige Informationen

Wie eine sichere Herzoperation abläuft, zeigt ein neues Video, das im Auftrag des Herz- und Diabeteszentrums NRW entstanden ist. Es ist aufrufbar auf der Homepage des HDZ NRW.

Auch die Seele braucht Hilfe

Ein kompetentes OP-Team und eine gute Nachsorge reichen oft nicht aus, damit Patienten nach erfolgtem Eingriff wieder entspannt in ihr altes Leben zurückkehren können. Viele brauchen auch eine seelische Unterstützung.

Aus diesem Grund werden psychokardiologische Zentren immer wichtiger, die es an einigen großen Kliniken gibt. In solchen Zentren arbeiten Herzchirurgen, Kardiologen und Psychologen eng zusammen, um die Patienten umfassend zu betreuen und nicht nur die körperlichen, sondern auch die seelischen Auswirkungen der Erkrankung zu berücksichtigen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • www.https://www.hdz-nrw.de/: "So sicher ist eine Herz-Operation". Pressemeldung des Herz- und Diabeteszentrums NRW / Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, Stand: 13.9.2022
  • www.psychokardiologie.org: "Psychokardiologie – Medizin mit Herz und Seele". Online-Informationen der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Göttingen, abgerufen am 6.10.2022:
  • www.herzstiftung.de: "Psychokardiologie: Therapie für Herz und Psyche", Online-Informationen der Deutschen Herzstiftung e.V., abgerufen am 6.10.2022
  • www.helios-gesundheit.de: "Wie läuft eine Herzoperation ab?". Online-Informationen des Herzzentrums Leipzig, abgerufen am 6.10.2022
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