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Schuppenflechte – Wenn das Immunsystem die Haut angreift

Psoriasis  

Schuppenflechte: Gehören Sie zur Risikogruppe?

06.12.2018, 15:06 Uhr | t-online.de, lk, dpa-tmn

Schuppenflechte – Wenn das Immunsystem die Haut angreift. Schuppenflechte am Ellenbogen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schuppenflechte ist eine entzündliche Hauterkrankung – zwei Prozent der Bevölkerung sind betroffen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es schuppt, juckt und nässt. Schuppenflechte kann sich fast über den ganzen Körper ausbreiten. Vorzugsweise befällt sie Gelenke. Eine Heilung ist bislang nicht in Sicht. Aber es gibt Möglichkeiten der Linderung.

Die Schuppenflechte ist eine häufig auftretende, entzündliche Hautkrankheit. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, das heißt, das Immunsystem greift Zellen des eigenen Körpers an. Was man dagegen tun kann, erfahren Sie hier.

Bei der Schuppenflechte – medizinisch Psoriasis genannt – entstehen auf der Haut Stellen mit folgendem Erscheinungsbild: scharf begrenzte, rote, erhabene, mit silberweißen Schuppen bedeckte Male, die häufig einen Juckreiz auslösen. So ist auch der medizinische Fachbegriff entstanden: "psora" ist griechisch und heißt Juckreiz. Ansteckend ist die Hautkrankheit nicht. Hierzulande sind laut Deutschem Psoriasis Bund zwischen zwei und drei Millionen Menschen an Schuppenflechte erkrankt. Der Leidensdruck ist wegen der Auffälligkeit des Hautbildes teilweise sehr groß. 

Ursachen von Schuppenflechte

Die Hautkrankheit ist erblich bedingt, sie muss aber nicht ausbrechen. Häufig hat in der Familie bereits ein Verwandter unter Schuppenflechte gelitten. Ausgelöst werden kann die bereits genetisch programmierte Erkrankung etwa durch Medikamente wie Betablocker, Lithium, Interferon und Chloroquin. Aber auch mechanische Reize, zum Beispiel eine Schnittverletzung, begünstigen den Ausbruch. Die Psyche hat zudem Einfluss auf die Entwicklung einer Schuppenflechte, so führt Stress häufig zu einer Verschlechterung des Hautbildes. Rauchen, Übergewicht und Alkoholkonsum begünstigen die Entstehung der Erkrankung ebenfalls.

Bei der Psoriasis richtet sich das Immunsystem gegen die eigenen Zellen der Hautoberfläche. Das Abwehrsystem reagiert sozusagen über und es kommt zu einer Entzündung der Haut und einer Vermehrung der Zellen. Schuppenflechte verläuft meist chronisch in Schüben.

Schuppenflechte hinter dem Ohr und auf der Kopfhaut. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Lipowski) (Quelle: Lipowski/Thinkstock by Getty-Images)

Therapiemöglichkeiten bei Schuppenflechte

Es gibt eine Vielzahl von Präparaten und physikalischen Therapieformen, um die Beschwerden der Schuppenflechte zu lindern oder die Haut sogar vorübergehend ganz von den Beschwerden zu befreien. Eine Möglichkeit der vollständigen Heilung gibt es zur Zeit noch nicht. Bei der örtlichen Behandlung wird mittels Cremes, Salben, Lotionen oder Badezusätzen versucht, die Beschwerden zu lindern. Hierfür werden Vitamin-D- und Kortisonpräparate sowie die Wirkstoffe Dithranol oder Retinoid eingesetzt.

Bei schwereren Verläufen werden Medikamente mit Retinoiden verschrieben, die Wachstum und Reifung von Haut- und Schleimhautzellen normalisieren. In schweren Fällen können sogenannte Immunsuppressiva helfen, die das Immunsystem unterdrücken, jedoch teilweise starke Nebenwirkungen haben.

Blutdruck und Blutfettwerte messen

Menschen mit Schuppenflechte tragen ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Sie sollten daher beim Arzt regelmäßig ihren Blutdruck und die Blutfettwerte überprüfen lassen, rät die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Das gelte insbesondere für Patienten, die neben Hautproblemen auch Gelenkbeschwerden haben – eine sogenannte Psoriasis-Arthritis.


Psoriasis und Psoriasis-Arthritis belasteten wie alle entzündlich-rheumatischen Erkrankungen den gesamten Körper. Patienten sollten daher die ihnen verordneten Medikamente konsequent einnehmen. Daneben können sie auf eine gesunde Lebensführung achten, um ihr Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung selbst zu senken.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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