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Allergien können plötzlich kommen

Von t-online
Aktualisiert am 04.04.2018Lesedauer: 2 Min.
Allergietest bei einer jungen Patientin
Allergietest bei einer jungen Patientin: Ein Arzt kann feststellen, gegen welche Stoffe der Körper reagiert. (Quelle: Neeila/getty-images-bilder)
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Allergien

Jahrelang hatte man kein Problem mit Pollen. Und dann plötzlich – Heuschnupfen: Die Nase läuft und die Niesanfälle häufen sich, wenn man die Wohnung verlässt. Für die meisten kommt eine Allergie überraschend. Viele hatten zuvor nie Probleme mit Überempfindlichkeiten. Es kommt häufig vor, dass sich im Erwachsenenalter eine Allergie entwickelt. Immer mehr Menschen haben damit zu kämpfen. Bislang sind etwa 20.000 allergieauslösende Substanzen, sogenannte Allergene. In Deutschland leidet schätzungsweise jeder Dritte an einer Allergie.

Übereifriges Immunsystem ist schuld

Bei Allergikern bekämpft das körpereigene Immunsystem Stoffe, die normalerweise harmlos sind: Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben und andere Substanzen sind keine wirkliche Gefahr für den Körper – ganz im Gegensatz zu Keimen wie Viren oder Bakterien. Meist sind die Allergie-Auslöser Eiweißstoffe, die von Tieren oder Pflanzen stammen. Die Allergene kommen mit der Haut in Kontakt oder gelangen über die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen in den Körper. Bei plötzlich auftretenden Allergien reagiert das Immunsystem besonders empfindlich auf bekannte Stoffe. Fremde Eiweiße, die bisher keinen Einfluss auf den Körper hatten, werden jetzt mit Antikörpern bekämpft. Hierbei wird der Botenstoff Histamin ausgeschüttet, der die typischen Beschwerden einer Allergie verursacht.

Symptome: Tränende Augen und juckende Haut

Die Symptome einer Allergie können eine laufende Nase und tränende, juckende Augen sein. Häufig kommt es auch zu juckenden Hautausschlägen oder Asthmaanfällen. Im Extremfall kann eine allergische Reaktion einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock hervorrufen. Dieser betrifft den ganzen Körper. Er kann zu Kreislaufversagen und im schlimmsten Falle zum Tode führen. Dies ist besonders bei überraschend auftretenden Allergien gefährlich, weil man auf die heftige Reaktion des Immunsystems nicht vorbereitet ist.

Schmutz ist besser als Hygiene

Allergien treten vermehrt in Industrieländern auf. Einen Grund hierfür vermuten Wissenschaftler in den heutigen hygienischen Lebensverhältnissen. Unsere Wohnungen sind blitzsauber und hygienisch rein, wir waschen uns ständig die Hände und viele Kinder kommen kaum noch mit Schmutz und Keimen in Berührung. Dies führt dazu, dass unser Immunsystem zu wenig trainiert ist und deshalb unkontrolliert auf äußere Einflüsse reagiert. In Regionen mit einfacheren hygienischen Standards treten Allergien deshalb seltener auf.

Doch auch Stress kann Allergien begünstigen. So werden in Belastungssituationen viele Allergien schlimmer oder brechen sogar erstmals aus. Besonders bei allergischem Asthma und Neurodermitis ist Stress der Auslöser. Der Grund dafür: Stress verstärkt bestimmte Immunprozesse. Unter ständiger Anspannung steht der Körper dauerhaft unter Strom, wird anfälliger und das Abwehrsystem beginnt, auch gegen harmlose Einflüsse anzukämpfen.

Allergien sind nicht unheilbar

Allergiker müssen nicht immer ihr Leben lang mit den Beschwerden ihrer Krankheit zurechtkommen. Sie sind unter bestimmten Voraussetzungen heilbar – teilweise können zumindest die Symptome gelindert werden.

Wer im Alltag ein paar Dinge beachtet, kann mit seiner Allergie trotzdem gut leben. So können Allergiker ihre Lebensqualität durch Medikamente oder andere Therapien deutlich verbessern. Wer eine Kreuz- oder Pollenallergie hat, kann zum Beispiel den Wetter- oder Polleninformationsdienst nutzen. Auch Luftfilter und spezielle Matratzenbezüge helfen, das Immunsystem zu entlasten. In jedem Fall ist eine abgesicherte Diagnose vom Arzt der erste Schritt, um eine geeignete Therapie zu finden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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