Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome >

Blutvergiftung Symptome: Diese Anzeichen weisen auf eine Sepsis hin

Betroffene müssen sofort reagieren  

Diese Anzeichen weisen auf eine Blutvergiftung hin

13.09.2021, 10:23 Uhr | AM, mra, t-online, dpa-tmn

Blutvergiftung Symptome: Diese Anzeichen weisen auf eine Sepsis hin. Herzrasen: Das Symptombild einer Blutvergiftung ist oft unspezifisch. (Quelle: Getty Images/Motortion)

Herzrasen: Das Symptombild einer Blutvergiftung ist oft unspezifisch. (Quelle: Motortion/Getty Images)

Eine Blutvergiftung – oft auch Sepsis genannt – ist die häufigste Todesursache bei Infektionen. Zehntausende Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland daran, auch weil die Erkrankung nicht früh genug erkannt wird.

Eine Blutvergiftung ist häufig nur schwer zu erkennen. Zu den ersten Anzeichen einer Blutvergiftung können der Deutschen Sepsis-Hilfe zufolge Verwirrtheit und mentale Veränderungen gehören, weil das Gehirn eines der ersten betroffenen Organe ist. Starke Atemprobleme und ein beginnendes Kreislaufversagen deuten ebenfalls eine Sepsis hin.

Viele Betroffene klagen neben grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit. Aber auch Herzrasen, Verwirrtheit und allgemein ein extremes Krankheitsgefühl können auf eine Sepsis hinweisen.

Anzeichen der Blutvergiftung im Überblick

  • Verwirrtheit
  • mentale Veränderungen
  • Atembeschwerden
  • beginnendes Kreislaufversagen
  • Fieber und Abgeschlagenheit
  • Herzrasen

Ursachen für Blutvergiftung

Viele Sepsisfälle entstehen im Krankenhaus. Das Risiko ist durch Operationen ebenso wie durch Katheter oder Beatmungsschläuche erhöht. Auch aus einer Lungenentzündung kann sich eine Sepsis entwickeln. Ein weiterer Risikofaktor ist das geschwächte Immunsystem der Patienten. Aber auch durch kleine Verletzungen, die im Alltag entstehen, kann es zu einer Blutvergiftung kommen. Das können Schürf- und Schnittwunden, aber auch Verbrennungen sein.

Wichtig
Der typische rote Strich, der zum Herzen führt, tritt aber eher selten auf. Er ist lediglich ein Zeichen dafür, dass sich in den Lymphbahnen eine Entzündung ausgebreitet hat.

Was tun bei Verdacht auf Blutvergiftung?

Bei Verdacht auf eine Blutvergiftung sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Für die Behandlung muss zunächst die Grunderkrankung – also die Infektion, die zur Blutvergiftung geführt hat – ausfindig gemacht werden.

Bei einer einfachen Sepsis wird in der Regel eine Therapie mit Antibiotika begonnen, da meistens Bakterien für eine Blutvergiftung verantwortlich sind. Sind es Auslöser wie Pilze (Candida-Sepsis), Viren oder Parasiten, müssen diese entsprechend therapiert werden. 

Bei einer schweren Sepsis müssen zusätzlich zur Beseitigung der Infektionsquelle und einer Antibiotikatherapie auch die eingeschränkten Organfunktionen beachtet werden. Bei diesem gefährlicheren Sepsis-Verlauf ist fast immer ein Aufenthalt auf der Intensivstation nötig. Hier können auch weitere Behandlungen erforderlich sein, beispielsweise der Ersatz von Blutzellen durch Transfusion oder die Unterstützung der Funktion in Mitleidenschaft gezogener Organe, beispielsweise durch eine künstliche Beatmung.

Blutvergiftung durch Bakterien in der Blutbahn

Zu einer Blutvergiftung kommt es, wenn Bakterien über offene Wunden in den Körper gelangen. Dadurch entzündet sich die Haut. Wird die Infektion nicht behandelt, breiten sich die Bakterien über die Blutbahn im ganzen Körper aus und befallen nach und nach alle Organe. Die Folge: Die Sauerstoffversorgung der Organe verschlechtert sich und der Körper kann lebenswichtige Funktionen nicht mehr aufrechterhalten. Innerhalb weniger Stunden kann es zum Versagen von Niere, Lunge, Leber und Kreislauf kommen.

Wie viele Menschen sterben an einer Sepsis?

Die Sepsis ist die dritthäufigste Todesursache nach Herzkreislauferkrankungen und Krebs. Die Zahlen differieren zum Teil. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit, die Patientenorganisation Sepsishilfe und die Sepsishtiftung nennen eine Zahl von 75.000 Toten pro Jahr.

Das Bundesgesundheitsministerium nannte sogar die Zahl von rund 94.000 Todesfällen bei knapp über 300.000 Fällen im Jahr. Nach Ansicht von Experten sind mindestens 20.000 Todesfälle pro Jahr vermeidbar.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet sind chronisch Kranke, Menschen ohne Milz und Über-60-Jährige. Auch Kleinkinder unter einem Jahr gehören zur Risikogruppe. Mögliche Warnzeichen sind hier, dass sie schwer atmen, sich ungewohnt kalt und fiebrig anfühlen, sich verlangsamt bewegen, krampfen, nicht trinken oder essen sowie wiederholt erbrechen oder Durchfall haben. Treten mindestens zwei dieser Symptome auf, könnte es eine Blutvergiftung sein.

Mit Impfungen gegen einige Sepsiserreger wie beispielsweise Pneumokokke lassen sich etliche Todesfälle vermeiden. Auch bessere Hygiene im Gesundheitswesen könnte vielfach vorbeugen.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Sepsis-Hilfe e.V.
  • ÄrzteZeitung
  • ​Nachrichtenagentur dpa-tmn, AFP
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
AnzeigeREIFENKONFIGURATOR

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: