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Borderline: Symptome der psychischen Störung erkennen

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Gefühle außer Kontrolle  

Borderline: Symptome der psychischen Störung

30.04.2018, 14:57 Uhr | nz (CF)

Borderline: Symptome der psychischen Störung erkennen. Borderline: Starke Gefühlsschwankungen sind ein typisches Symptom der Störung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Borderline: Starke Gefühlsschwankungen sind ein typisches Symptom der Störung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht immer ist eine Borderline-Störung sofort zu erkennen. Viele Symptome treten auch bei Depressionen oder anderen Persönlichkeitsstörungen auf. Dennoch hat das Borderline-Syndrom ein typisches Krankheitsbild.

Borderline-Symptome: So leiden Betroffene

Die American Psychiatric Association (APA), eine US-amerikanische Vereinigung von Psychiatern, unterscheidet in ihrem internationalen Klassifikationssystem für psychische Erkrankungen verschiedene Borderline-Symptome. Dazu gehören: 

  • Starke Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen, wie Geldausgeben, Sex, Drogenmissbrauch, Fressanfälle
  • extreme Stimmungs- und Gefühlsschwankungen: Betroffenen fällt es schwer, ihre Emotionen zu kontrollieren und angemessen auf Situationen zu reagieren
  • Angst vor dem Alleinsein mit verzweifeltem Bemühen dieses zu verhindern
  • Niedrige Reizschwelle bei Wut
  • Chronisches Gefühl von Leere
  • Gestörte Identitätswahrnehmung
  • Intensive aber instabile Beziehungen
  • Realitätsverlust, der dazu führt, dass das gesamte Umfeld als feindlich eingestuft wird
  • Selbstmorddrohungen, Selbstmordversuche oder Selbstverletzung

Wie unter anderem das Klinikum Bremen-Mitte auf seiner Internetseite informiert, ist von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung auszugehen, wenn mindestens fünf dieser Symptome auftreten.

Folgen: Borderline kann lebensgefährlich werden

Viele Betroffene versuchen ihre inneren Spannungen und Gefühlsschwankungen dadurch abzubauen, dass sie sich selbst verletzen. Oft geschieht dies durch das sogenannte Ritzen der Unterarme oder das Ausdrücken von Zigaretten auf der Haut, wobei sichtbare Narben zurückbleiben.

Manche Betroffene neigen darüber hinaus zu irrationalem und unvernünftigem Verhalten und bringen dabei sich und andere in Gefahr, zum Beispiel durch rücksichtsloses und zu schnelles Autofahren. Viele Patienten neigen außerdem zu übermäßigem Alkohol- und Drogenkonsum. Auch die Kombination von Borderline mit weiteren psychischen Störungen, wie EssstörungenADHS oder Depression, ist nicht selten.

Aufgrund des großen Leidensdrucks besteht bei vielen Borderline-Patienten Selbstmordgefahr. Die Mehrheit der Betroffenen hat mindestens einen Selbstmordversuch unternommen. Eine rechtzeitige Therapie ist deshalb umso wichtiger. 

Borderline erkennen: Abgrenzung zu anderen Störungen

Nicht immer merken Freunde, Angehörige und Kollegen daher sofort, was mit Betroffenen los ist. Sie erleben die sichtbaren Borderline-Symptome oftmals überraschend. Borderline gehört zu den sogenannten emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen. Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung sicher zu erkennen, ist für Laien extrem schwierig. Das Krankheitsbild ist mit vielen anderen psychischen Störungen eng verwandt und kann in seiner Ausprägung stark variieren.

Bei einer fachärztlichen Diagnose muss daher zunächst ausgeschlossen werden, dass es sich um eine Depression, eine Schizophrenie, eine bipolare Störung oder eine andere Art der Persönlichkeitsstörung handelt. Sie alle können verschiedene Symptome mit der Borderline-Störung gemeinsam haben.

Dass es sich bei einem Borderline-Patienten nicht einfach um eine aufbrausende Persönlichkeit handelt, ist daran zu erkennen, dass Betroffene extrem unter ihrer schwierigen Gefühlslage und auch unter ihren impulsiven Handlungen leiden.

Borderline-Störung bei Männern und Frauen

Etwa drei Prozent der Bevölkerung leiden am Borderline-Syndrom. Dabei scheinen Männer und Frauen gleichermaßen betroffen zu sein, jedoch begeben sich deutlich mehr Frauen in Therapie.

Unterschiede in der Symptomatik zwischen Männern und Frauen lassen sich generell nur schwer feststellen, da die Borderline-Störung meist nicht als alleinige psychische Störung auftritt. Dennoch lassen sich Tendenzen ableiten, wonach Männer eher zu aggressivem Verhalten mit Wutausbrüchen und risikoreichen Aktivitäten neigen. Frauen leiden eher unter Gefühlen der Trauer, Depressionen und neigen vermehrt zu Essstörungen. 

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