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Candida-Infektion: Was tun bei Scheidenpilz?

Wenn es juckt, sticht und brennt  

Candida-Infektion: Was tun bei Scheidenpilz?

Von Alexandra Grossmann

26.03.2019, 14:13 Uhr
Candida-Infektion: Was tun bei Scheidenpilz?. Mikroben bei einer Frau: Meist ist Candida albicans verantwortlich für Scheidenpilz. (Quelle: imago images/Science Photo Library)

Mikroben bei einer Frau: Meist ist Candida albicans verantwortlich für Scheidenpilz. (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Es beginnt mit einem leichten Jucken und kann sich zu quälenden Brennen und Schmerzen steigern – drei von vier Frauen leiden mindestens einmal im Leben unter einem Scheidenpilz, viele sogar regelmäßig. Lesen Sie, wie Sie der Infektion vorbeugen oder sie behandeln können.

Ein Scheidenpilz ist eine Infektion der Vulva und der Scheide. Sie wird verursacht durch Pilze (Candida), die ohnehin an vielen Stellen unseres Körpers leben, auch in der Scheidenflora des Intimbereichs. Unter bestimmten Voraussetzungen wird das natürliche Gleichgewicht mit anderen Mikroorganismen gestört, und die Pilze vermehren sich. Beim Scheidenpilz handelt es sich um Arten eines Candida-Stammes, die den Hefepilzen zugeordnet werden; vor allem Candida albicans, seltener um Candida tropicalis oder Candida glabrata.

Symptome: So äußert sich Scheidenpilz

Eine Candida-Infektion, auch vaginale Mykose genannt, äußert sich durch leichtes Jucken im Intimbereich, das anwächst zu Juckreiz und heftigem Brennen. Vulva und Scheide röten sich, die Haut reißt eventuell ein, sie schwillt an, wird empfindlich und warm. Bläschen und Pusteln können auftreten. Begleitet werden diese Beschwerden durch vermehrten Ausfluss, der weißlich und cremig, eventuell auch bröckelig ist. Manchmal riecht er auch unangenehm – im Unterschied zu gesundem Ausfluss, der klarer und geruchslos ist und weniger stark fließt.

  • Jucken und Brennen der Vulva und der Scheide
  • Anschwellen, Wärme, eventuell rissige Haut
  • Manchmal Ausschlag und/oder Bläschen-Bildung
  • Vermehrter Ausfluss, der cremig, dickflüssig und/oder bröckelig sein kann
  • Geruchsbildung
  • Vermehrte Empfindlichkeit des Intimbereichs, auch beim Verkehr

Ursachen: Wie kommt es zum Vaginalpilz?

Eine gesunde Scheidenflora braucht einen sauren pH-Wert zwischen 4 und 4,5. Verändert sich dieser pH-Wert, können sich bestimmte Pilze vermehren. Dies kann zum Beispiel bei der Einnahme von Antibiotika geschehen, weil diese die Milchsäurebakterien in der Scheidenflora bekämpfen. Milchsäurebakterien halten normalerweise die Pilze in Schach.

Weitere Ursachen sind Diabetes mellitus, Hormonveränderungen – Scheidenpilz tritt vermehrt auf bei einer hohen Konzentration von Östrogenen – und übermäßige oder falsche Hygiene. Manche Frau infiziert sich, weil Chlor in einem Whirlpool oder Schwimmbad ihren pH-Wert negativ beeinflusst. Auch enge Kleidung aus synthetischem Material kann die Scheidenflora ungünstig beeinflussen.

Genitalpilz beim Mann und Sexualität

Scheidenpliz ist ansteckend: Männer und Frauen können sich gegenseitig infizieren. Weil Penis und Eichel trockener sind als die Scheide, vermehrt sich der Pilz beim Mann nicht so schnell, er bleibt oft unsichtbar. Insbesondere bei Männern mit enger Vorhaut kann sich die Infektion längere Zeit unbemerkt halten und die Partnerin immer wieder anstecken. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung rötet sich die Eichel erkennbar und es bilden sich weißliche Beläge.

Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Durch den veränderten Hormonhaushalt sind schwangere Frauen besonders anfällig für Pilzinfektionen. Doch keine Angst: Ein Vaginalpilz stellt weder für die werdende Mutter noch für das Kind ein Risiko dar. Die Infektion sollte allerdings vor der Entbindung behandelt werden. Das ist wichtig, um eine Ansteckung des Babys während der Geburt zu vermeiden. Mit einem einfachen Abstrich kann der Gynäkologe feststellen, ob tatsächlich eine Infektion vorliegt.

Dem Scheidenpilz vorbeugen

Alles, was die natürliche Flora der Scheide fördert, hält die Candida-Infektion in Schach. Zu enge, synthetische Kleidung sollte vermieden werden, auch Slipeinlagen sind ungünstig; es kommt zu wenig Luft an den Intimbereich. Falsch ist übertriebenes Waschen. Insbesondere Seifen und andere Hygieneartikel greifen das Gleichgewicht der Scheidenflora an. Darum sollten Sie sich im Intimbereich nach Möglichkeit zwar sorgfältig, aber nur mit Wasser waschen. Wichtig ist es, auf der Toilette nicht vom After in Richtung Scheide zu wischen, damit keine Keime aus dem Analbereich hierher gelangen.

Da Milchsäurebakterien für das Gleichgewicht essentiell sind, können bei häufigem Auftreten der Erkrankung Milchsäurebakterien aus der Apotheke vorbeugend die Scheidenflora stabilisieren. Patientinnen mit Diabetes mellitus sollten auch in diesem Zusammenhang ihre Blutzuckerwerte im Auge behalten, denn der Zuckerspiegel im Blut ernährt die Hefepilze. Frauen, die die Pille nehmen und öfter unter Candida-Infektionen leiden, sollten eventuell das Präparat wechseln und damit ihren Östrogenspiegel ändern.

Behandlung und Hausmittel

Die meisten Medikamente gegen Vaginalpilz sind nicht verschreibungspflichtig und in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Die sogenannten Antimykotika gibt es als Cremes, Salben oder Zäpfchen. Sie werden lokal aufgetragen und eignen sich zur schnellen und effektiven Candida-Behandlung. Viele Präparate kombinieren eine Creme für die äußeren Genitalien mit Zäpfchen für das Innere der Scheide. Je nach Dosierung der Präparate und Stadium der Erkrankung dauert die Behandlung meist ungefähr eine Woche. Wer öfter Scheidenpilz hat und das juckende Gefühl kennt, sollte so schnell wie möglich handeln: Wer rechtzeitig vorgeht, kann die Ausbreitung der Pilze rasch stoppen. Wichtig ist auch die Wahl des Präparats: Manchmal kann sich der Erfolg des gleichen Wirkstoffs durch eine andere Trägersubstanz unterscheiden – hier beräte der Apotheker.

Falsch informiert: Diese Hausmittel helfen nicht

Häufig steht zu lesen, dass Jogurt zur Behandlung Candida-Infektionen hilft. Das ist falsch. Zwar enthält das Naturprodukt auch Milchsäurebakterien, aber auch viele andere Bakterien-Arten, die der Scheidenflora schaden können. Dazu kommt, dass Jogurt heute industriell hergestellt wird und Konservierungsstoffe, Zucker und vieles mehr enthalten kann, das ebenfalls die Flora belastet. Milchsäurebakterien aus der Apotheke wiederum unterstützen die Umgebung der Scheide nach einer Infektion – eine Infektion heilen können sie aber nicht.

Sitzbäder mit Kräuteraufgüssen, fermentierte Pflanzenessenzen, Aloe Vera oder das Bienenprodukt Propolis sind nicht hilfreich gegen Scheidenpilz, ebenso wenig wie Essig, Knoblauch oder verschiedene Öle. Ob Teebaum-, Kokos- oder Oregano-Öl: alle diese Hausmittel bewirken im besten Fall nichts, eher aber verschlechtern sie die Beschwerden. Nur die richtigen Medikamente treiben die Ausbreitung der Pilze zurück – Hausmittel tun das nicht. Wer sie anwendet, läuft Gefahr, die Scheidenflora zu schädigen und die Scheideninfektion zu chronifizieren.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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