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Alkoholkrankheit: Ab wann ist man Alkoholiker?

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Alkoholismus  

Alkoholmissbrauch: Ab wann ist man Alkoholiker?

02.01.2018, 16:18 Uhr | rk (CF), t-online.de, dpa-tmn

Alkoholkrankheit: Ab wann ist man Alkoholiker?. Alkoholkonsum, Alkoholmissbrauch und eine tatsächliche Alkoholsucht liegen oft näher beieinander als man denkt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Alkoholkonsum, Alkoholmissbrauch und eine tatsächliche Alkoholsucht liegen oft näher beieinander als man denkt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Feierabendbier hat mit Alkoholmissbrauch nichts zu tun. Oder? Es gibt einige allgemeine Regeln zur Frage, ab wann jemand Alkoholiker ist.

Alkoholmissbrauch fängt schon im Kleinen an

Laut der allgemeinen Auslegung des Begriffs liegt Alkoholmissbrauch vor, wenn die betreffende Person sich oder ihrer Umwelt durch überhöhten Alkoholkonsum Schaden zufügt. Wer hin und wieder mit Freunden ein Glas Wein genießt, erfüllt dieses Kriterium nicht – man spricht hier schlicht von Alkoholgebrauch. Das Trinken bis zum Rausch jedoch grenzt an Alkoholmissbrauch, ebenso das Trinkverhalten in unangemessenen Situationen.

Der Trinkende schadet Körper und Geist. Er riskiert, die Kontrolle über sich und sein Handeln zu verlieren. Weiter können Betrunkene durch den Alkoholmissbrauch auch Fremde gefährden – im Straßenverkehr zum Beispiel, am Arbeitsplatz. Besonders problematisch ist der Verzehr von Alkohol bei Schwangeren – hier können schon kleinste Mengen dem ungeborenen Kind schaden. 

Zwei einfache Fragen entlarven Alkoholiker. (Screenshot: t-online.de)
Zwei einfache Fragen entlarven Alkoholiker

Allein in Deutschland sind 1,3 Millionen Menschen abhängig.

Zwei einfache Fragen entlarven Alkoholiker.

(Quelle: t-online.de)


Bei einem übermäßigen Gebrauch von Alkohol muss der Körper hohe Mengen reinen Alkohols abbauen. Dabei gelten folgende Richtwerte:

KonsumRichtwert FrauenRichtwert Männer
risikoarmer Konsumbis 12 gbis 24 g
riskanter Konsum12 g bis 40 g24 g bis 60 g
gefährlicher Konsum40 g bis 80 g60 g bis 120 g
Hochkonsumab 80 gab 120 g

(Quelle: Apotheken Umschau)

Diese Werte sind an einem Abend (vor allem bei Frauen) schnell erreicht: So stecken laut dem Aufklärungsportal "Kenn dein Limit" in einem Glas Bier mit 0,33 Litern Inhalt schon knapp 13 Gramm reinen Alkohols. Ein kleines Glas Wein mit 100 Millilitern enthält zirca neun Gramm Alkohol. Wer sich regelmäßig dem riskanten oder gefährlichen Konsum hingibt, ist zudem stärker gefährdet, eine Alkoholsucht zu entwickeln.

Ab wann ist man Alkoholiker?

Alkoholiker wollen oftmals nicht wahrhaben, dass sie die Grenze zur Abhängigkeit überschritten haben. Sie reden sich ein, aufhören zu können, wann immer sie wollen. Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf eine Alkoholsucht hinweisen. Eine Abhängigkeit kann vorliegen, wenn der oder die Betroffene:

  • ein zwanghaftes Verlangen verspürt, Alkohol zu konsumieren
  • die Kontrolle über die Menge des Alkoholkonsums, und zu welchen Anlässen Alkohol getrunken wird, verloren hat
  • Entzugserscheinungen bemerkt, sobald der Alkoholkonsum eingeschränkt oder gar auf Alkohol verzichtet wird
  • Alkohol konsumiert, um die Symptome des Entzugs zu lindern
  • seine Toleranzgrenze erhöht, das heißt immer größerer Mengen an Alkohol werden konsumiert, um den erwünschten Effekt zu erzielen
  • das eigene Verhalten während des Konsums nicht mehr kontrollieren kann
  • bemerkt, dass Alkohol eine immer größere Rolle im Alltag spielt und andere Interessen durch den Konsum verdrängt werden
  • weiterhin kontinuierlich Alkohol konsumiert, obwohl psychische und physische Folgen oder Probleme in der Familie und im Alltag feststellbar sind

Alkohol-Selbsttests können für Klarheit sorgen

Um sich Klarheit über die tatsächliche Suchtgefährdung zu verschaffen, kann weiterhin ein Selbsttest für Frauen oder Männer behilflich sein. In diesen werden Fragen zum Konsumverhalten gestellt, die Aufschluss darüber geben, ob und in welchem Maße Handlungsbedarf besteht. Zum Schluss wird eine Bewertung vorgenommen, an der Sie Ihr Risikopotenzial erkennen.

Wenn Sie sich trotz der Durchführung von Selbsttests nicht sicher sind, ob eine Suchtgefahr besteht oder bereits eine Sucht vorliegt, ist schnelles Handeln ratsam, um auf Nummer sicher zu gehen. In einem frühen Stadium ist die Therapie von Alkoholsucht weitaus leichter durchzuführen. 

Trinkfeste Menschen sind besonders suchtgefährdet

Wer zu viel Alkohol getrunken hat, merkt das meist: Ihm wird etwa schwindlig oder übel. Bei besonders trinkfesten Menschen fehlen diese Warnzeichen. Das macht sie anfälliger für eine Suchterkrankung, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Schon bei ersten Anzeichen für eine Sucht lohnt es sich, Hilfsangebote anzunehmen. Nicht immer muss das Ziel gleich völlige Abstinenz sein, betonen die Experten.

Das Problem: Häufig denken die Betroffenen, ihr Verlangen nach Alkohol sei eine Charakterschwäche. Dabei ist Alkoholsucht eine Erkrankung, die behandelt werden muss. Wer in stressigen Situationen oder nach einem anstrengenden Arbeitstag häufig ans Trinken denkt, wer nach dem Alkoholkonsum ein schlechtes Gewissen hat, zunehmend gereizt ist oder das Interesse an Aktivitäten verliert, bei denen nicht getrunken wird, sollte hellhörig werden. Zu diesem Zeitpunkt kann eine Beratung schon ausreichen, um wieder einen besseren Umgang mit Alkohol zu finden.

Hilfe suchen und handeln gegen Alkoholismus

Scheuen Sie sich in keinem Fall, Hilfe zu suchen, wenn Sie sich oder andere gefährdet sehen. Der Gang zum Arzt oder einer Beratungsstelle ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Anhand eines ausführlichen Gesprächs über die Konsumgewohnheiten des oder der Betroffenen werden Rückschlüsse über die Suchtgefährdung gezogen.

Zudem bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit ihrer Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit" insbesondere für Jugendliche eine Anlaufstelle, um sich genau über die Wirkung und Risiken von Alkohol und der Suchtgefährdung zu informieren. Sie bietet aber auch nützliche Informationen für Erwachsene. 

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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