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Nasenfurunkel: Darum sind die Entzündungen im Gesicht nicht harmlos

Schmerzhafte Entzündung im Gesicht  

Nasenfurunkel sind keine harmlosen Pickel

21.10.2020, 07:23 Uhr | tl, jb, t-online

Nasenfurunkel: Darum sind die Entzündungen im Gesicht nicht harmlos. Entzündung: Ob es sich um einen Pickel oder einen Furunkel handelt, zeigen bestimmte Symptome, wie beispielsweise eine starke Wärme des Hautbereichs. (Quelle: Getty Images/pjjones)

Entzündung: Ob es sich um einen Pickel oder einen Furunkel handelt, zeigen bestimmte Symptome, wie beispielsweise eine starke Wärme des Hautbereichs. (Quelle: pjjones/Getty Images)

Nasenfurunkel gehören zu der schmerzhaftesten Form eines Furunkels, denn bei jeder Bewegung des Gesichts wird er gereizt. Wie Sie den Furunkel wieder loswerden und welche Behandlung dabei besonders sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

Durch eine permanente Beanspruchung der Haut oder das Berühren des Gesichts mit verschmutzten Fingern können leicht Bakterien in die Hautschichten gelangen und dort zu einer Entzündung führen. Häufig bilden sich zwar nur Pickel, in einigen Fällen können die Bakterien aber auch in tiefere Hautschichten eindringen und sich dort zu einem schmerzhaften, knotenartigen Gebilde anhäufen: einem Furunkel.

Was ist ein Nasenfurunkel?

Ein Nasenfurunkel ist eine bakterielle Entzündung im Nasenbereich. Die Entzündung kann dabei sowohl innen – am Naseneingang – als auch außen an der Nasenspitze oder am Nasensteg auftreten. Häufig handelt es sich dabei um Bakterien (Staphylokokkus aureus), die in tiefere Hautschichten eindringen, und sich um den Haarfollikel sammeln. Der Follikel verhärtet sich rund um einen Eiterpfropf und ist sehr schmerzhaft. Besonders beim Sprechen oder Kauen ist ein merkliches Ziehen zu spüren.

In vielen Fällen ist auch die Umgebung des Nasenfurunkels angeschwollen. Lange Nasenhaare, sowie eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut unterstützen die Bildung eines Nasenfurunkels. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie zum Beispiel bei einer Erkrankung mit Diabetes, sind besonders betroffen.

Staphylokokkus aureus
Häufig werden Furunkel durch das Hautbakterium Staphylokokkus aureus ausgelöst. Sie besiedeln sowohl die Haut als auch die Schleimhäute. Staphylokokkus aureus können neben Furunkeln zudem auch zu Abzessen und anderen Wundinfektionen führen.

Was sind die Symptome?

Häufig macht sich eine Entzündung unter der Haut bemerkbar. Diese wird innerhalb weniger Tage, teilweise sogar Stunden, größer. Es bildet sich eine prall gespannte, kleine Schwellung, die zudem sehr schmerzhaft, warm und stark gerötet ist. Unter der Erhebung, die einem großen Pickel ähnelt, ist ein Knoten spürbar. Später sammelt sich im Nasenfurunkel Eiter an, der sich dann von selbst entleert. Nasenfurunkel sind im Durchmesser zwischen einem halben und zwei Zentimeter groß.

Nasenfurunkel: Behandlung der Entzündung

In der Regel ist ein Nasenfurunkel ungefährlich und heilt innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen von selbst wieder ab. Dazu muss jedoch eine Behandlung mit desinfizierenden Salben und Wärmeumschlägen beziehungsweise Kompressen oder einer Rotlichtlampe stattfinden. Zusätzlich können Sie antiseptische Salben dünn auf den Furunkel auftragen.

Darüber hinaus darf der Nasenfurunkel nicht berührt werden. Drücken oder ziehen Sie daher nicht an der betroffenen Stelle herum. Auch das Aufschneiden oder Behandeln mit nicht vom Arzt verschriebenen Mitteln sollten Sie unterlassen. 

Damit die Behandlung erfolgreich ist, sollten der Nasenfurunkel und dessen Umgebung möglichst stillgehalten werden. So kann die Verbreitung innen und außen unterbunden werden. In manchen Fällen kann das kurzzeitige Bettruhe und den Verzicht aufs Sprechen oder gar Kauen bedeuten. Die Nahrung sollte dann eher weich oder gar flüssig sein. 

Achtung
Wird ein Nasenfurunkel nicht fachgerecht behandelt, kann es zur Narbenbildung kommen.

Muss man bei einem Nasenfurunkel zum Arzt?

Heilt der Nasenfurunkel nicht ab, entzündet er sich oder breitet er sich über die Gesichtsvenen zum Auge hin aus, sollten Sie umgehend einen Dermatologen oder Ihren Hausarzt aufsuchen. Diese können Ihnen Antibiotika in Form von Tabletten oder Salben oder eine sogenannte Zugsalbe mit dem Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat verschreiben.

Wichtig ist, sich bei einer Verschlechterung medizinische Hilfe zu holen und nicht selbst zu versuchen, den Nasenfurunkel zu beseitigen. Das verschlimmert die Situation meist noch. Denn die Bakterien in dem Furunkel können im schlimmsten Fall in die Blutbahn gelangen und somit zu einer Blutvergiftung führen. Dann können auch eine Thrombose, eine Venenentzündung oder sogar eine Hirnhautentzündung (Meningitis) drohen.

Ein weiterer Grund, bei einem Nasenfurunkel einen Arzt aufzusuchen, ist, wenn dieser stets wiederkehrt oder starke Schmerzen verursacht. In diesen Fällen kann es sich hinter der Entzündung im Gesicht auch um eine andere Erkrankung – beispielsweise Diabetes oder eine chronische Infektion – handeln.

Kann man Nasenfurunkel entfernen lassen?

Wirkt die Salbe nicht oder hat sich im Nasenfurunkel viel Eiter angesammelt, muss dieser vom Arzt professionell entfernt werden. Die Behandlung dauert oft nur wenige Minuten. Hierzu wird die Entzündung aufgeschnitten und somit der Eiter entfernt. Anschließend muss die Wunde regelmäßig desinfiziert und mit einer entzündungshemmenden Salbe behandelt werden. Wichtig ist auch, dass die betroffene Stelle nicht bewegt wird, bis die Wunde ausreichend verheilt ist. Es muss daher zusätzlich häufig auf das Sprechen und Kauen verzichtet werden. 

Lassen sich Nasenfurunkel vermeiden?

Um einer schmerzhaften Entzündung des Haarfollikels im Gesicht vorzubeugen, sollten Sie

  • nur mit sauberen Fingern Ihr Gesicht berühren,
  • auf eine ausreichende Körperhygiene achten,
  • nach der Haarentfernung im Gesicht die betroffenen Partien ausreichend desinfizieren,
  • nicht an Pickeln oder Entzündungen im Gesicht herumdrücken und
  • Ihrer Haut ausreichend Luft zum Atmen geben.

Versuchen Sie auch, das permanente Scheuern von Gegenständen – beispielsweise Stoff – zu vermeiden oder die Stelle anschließend zu entlasten. 

Sprechen Sie zudem mit Ihrem Arzt, ob Sie unter Umständen vorbelastet sind oder die Einnahme bestimmter Medikamente, wie Kortison, die Bildung von Furunkeln begünstigen könnte.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Techniker Krankenkasse
  • Dr. Gumpert
  • Omneda
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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