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Was Alkohol mit dem Herzen macht

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 26.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Freunde feiern: Zu viel Alkohol kann auch dem Herzen schaden.
Freunde feiern: Zu viel Alkohol kann auch dem Herzen schaden. (Quelle: Hans Lucas/imago-images-bilder)
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Ein Gläschen in Ehren kann dem Herzen doch nicht schaden, oder? Schließlich liest man immer wieder, dass Rotwein vor Herzinfarkt schütze. Aber stimmt das? Ist Alkohol wirklich gut fürs Herz? Ein Herzspezialist erklärt, was für und was gegen den Genuss von Alkohol spricht.

"Wer abends gerne ein Glas Wein genießt, muss darauf nicht verzichten", sagt Professor Meinertz, Kardiologe und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. "Das schadet dem Herzen eines gesunden Menschen nicht. Es gibt sogar Hinweise, dass im Wein herzschützende Substanzen stecken."

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"Wein ist kein Bestandteil einer Herztherapie"

Zur Gesundheitsförderung ist Alkohol aber nicht geeignet: "Man muss klar betonen, dass der Wein nicht mit dem Argument getrunken werden sollte, er stärke das Herz. Die wissenschaftlichen Daten hierzu sind nicht eindeutig. Wein ist weder Bestandteil einer Therapie, noch kann er dem Patienten gezielt empfohlen werden, um sein Herz gesund zu erhalten", betont Meinertz.

Wein bewusst und in Maßen genießen

Letzten Endes sei Alkohol immer ein Genussgift, egal ob in Form von Wein, Bier oder Sekt getrunken. Wer dem Körper zu viel zuführe, schade seinem Herzen auf Dauer mehr als dass er es schütze. Wichtig ist dem Experten daher, dass seine Patienten das Glas am Abend bewusst genießen und den Konsum aufgrund des hohen Suchtpotenzials nicht übertreiben. Bei Männern seien zwei bis drei Gläser und bei Frauen ein bis zwei Gläser in Bezug auf die Herzgesundheit unbedenklich. Aber: An mindestens zwei Tagen in der Woche sollte man komplett auf Alkohol verzichten.

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Alkohol lässt das Herz schneller schlagen

Doch wie genau wirkt sich Alkohol auf das Herz aus? Zwar wirkt ein Glas Wein oder Bier auf das Gemüt in der Regel entspannend, doch auf den Körper hat Alkohol in erster Linie eine anregende Wirkung. Das lässt nicht nur den Blutdruck in die Höhe steigen, sondern beeinflusst auch den Herzschlag. Es kann zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern und Herzrasen kommen. "In unserer Gesellschaft leben viele Menschen mit Bluthochdruck, ohne dass sie davon wissen. Kommt es nach dem Alkoholkonsum zu Herzstolpern, ist das für die meisten ein beängstigendes Erlebnis", sagt Meinertz.

Wer Alkohol trinkt, braucht mehr Blutdrucksenker

Doch nicht nur das: Wer Medikamente gegen Bluthochdruck nimmt und auf Alkohol nicht verzichten möchte, muss sich bewusst sein, dass sich die Werte schlechter einstellen lassen. "Hinzu kommt, dass die Dosierung meist erhöht werden muss", sagt Meinertz, der selbst unter Bluthochdruck leidet und gerne ein Glas Wein zum Abendessen genießt.

Bei einer Herzmuskelschwäche ist Alkohol tabu

Ein absolutes Tabu ist Alkohol, wenn eine Herzmuskelschwäche vorliegt. Wird diese durch zu hohen Alkoholkonsum ausgelöst, sprechen Mediziner von einer alkoholischen Herzmuskelschwäche. "Je mehr der Betroffene trinkt, desto mehr schreitet die Erkrankung fort. Das kann den Herzmuskel komplett kaputtmachen. Wer unter einer Herzmuskelschwäche leidet, sollte auf Alkohol komplett verzichten", betont der Kardiologe.

Nicht nur der Alkohol selbst setzt dem Herzmuskel zu, sondern auch seine Abbauprodukte. Zu den Warnzeichen einer Herzmuskelschwäche gehören Atemnot, eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit sowie ein rascher und unregelmäßiger Herzschlag.

Die Dosis macht das Gift

Fazit: Wer gesund ist und gerne ein Gläschen Wein oder Bier genießt, muss keine Angst um sein Herz zu haben. Wichtig ist allerdings, dass der Genuss von Alkohol immer in Maßen stattfindet. "Es ist die Dosis, die das Gift macht. Während das Herz geringe Mengen gut verkraftet, können größere Mengen zu Schäden führen", sagt Meinertz. "Ein Glas zu genießen, um von einem stressigen Tag zur Ruhe zu kommen, ist völlig in Ordnung. Ist man entspannt, profitiert schließlich auch das Herz."

Weitere Informationen zum Thema Herzgesundheit finden Sie auf den Seiten der Deutschen Herzstiftung.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Geraldine Nagel
Von Wiebke Posmyk
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