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Krebsvorsorge: Das ändert sich bei der Darmspiegelung

Neuregelung  

Krebsvorsorge: Das ändert sich bei der Darmspiegelung

17.04.2019, 15:49 Uhr | Gisela Gross, dpa

 (Quelle: Science Photo Library)
Darmspiegelung: Das ändert sich bei der Darmkrebsvorsorge

Ab dem 19. April werden Darmspiegelungen zur Krebsvorsorge schon ab dem 50. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Grund ist ein erhöhtes Risiko bereits ab 50. (Quelle: spot on news)

Darmkrebsvorsorge: Künftig werden Darmspiegelungen bereits früher von der Krankenkasse übernommen. (Quelle: spot on news)


Bei der Darmkrebsvorsorge gibt es künftig Änderungen für Männer: Das betrifft die Altersgrenze. Ab wann Sie auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen eine Darmspiegelung vornehmen lassen können.

Zur Darmkrebsvorsorge können Männer künftig bereits ab 50 Jahren auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen eine Darmspiegelung vornehmen lassen. Zuvor sei die Untersuchung gesetzlich Versicherten erst ab 55 Jahren angeboten worden, teilt die Felix-Burda-Stiftung mit.

Offiziell startet das Angebot am Freitag (19. April), weil der Beschluss des zuständigen Gremiums vor sechs Monaten in Kraft trat. Ab 1. Juli könnten die Kassen zudem damit beginnen, Einladungen zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening zu versenden, berichtet der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Kliniken (G-BA).

Darum sinkt die Altersgrenze

Mit der gesenkten Altersgrenze werde der Tatsache Rechnung getragen, "dass das Erkrankungsrisiko bei Männern bereits ab 50 deutlich ansteigt", erklärt der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen. Bei Frauen bleibt die Schwelle bei 55 Jahren. Bei besonderen Risiken oder Beschwerden können nach wie vor unabhängig davon Darmspiegelungen erfolgen.

PD Dr. med. Christian P. Pox, DGVS-Leilinienkoordinator Kolorektales Karzinom, Chefarzt der Medizinischen Klinik im Krankenhaus St. Joseph-Stift in Bremen.

Drei Fragen an

PD Dr. med. Christian P. Pox

PD Dr. med. Christian P. Pox ist DGVS-Leitlinienkoordinator “Kolorektales Karzinom” und Chefarzt der Medizinischen Klinik im Krankenhaus St. Joseph-Stift in Bremen.

Bei einer Darmspiegelung wird nach Einnahme entsprechender Abführmittel zur Darmreinigung (in der Regel 1 bis 2 Liter Abführmittel plus 1 bis 2 Liter weitere Flüssigkeit) ein flexibles Endoskop (Durchmesser 10 bis 12 Millimeter) in den After eingeführt und die Darmoberfläche genau inspiziert. Polypen werden in derselben Sitzung mittels Schlinge oder Zange abgetragen. Aus auffälligen Arealen kann eine Probe genommen werden. Die Untersuchung erfolgt ambulant bei niedergelassenen Gastroenterologen. Bei unauffälligem Befund dauert die Untersuchung in der Regel etwa 30 Minuten.

Heutzutage erhalten nahezu alle Patienten ein Schlafmittel (Sedierung) während der Darmspiegelung, so dass die Untersuchung ohne Schmerzen abläuft.

Im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge wird die Untersuchung für Männer ab 50 Jahren, für Frauen ab 55 Jahren empfohlen. Gibt es bei Eltern oder Geschwistern Fälle von Darmkrebs, sollte eine erste Koloskopie zehn Jahre vor dem offiziellen Diagnosealter erfolgen, spätestens zwischen 40 bis 45 Jahren. Bei unauffälligem Befund ist eine Wiederholung der Untersuchung alle zehn Jahre sinnvoll.

Für beide Geschlechter gilt: Nach mindestens zehn Jahren besteht Anspruch auf eine zweite Darmspiegelung. Nimmt man das Angebot erst ab 65 Jahren wahr, hat man nur Anspruch auf eine derartige Untersuchung. Ab 75 wird Darmkrebsvorsorge laut der Burda-Stiftung nicht mehr empfohlen.

Jährlicher Test empfohlen

Frauen und Männer können zwischen 50 und 54 Jahren jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchführen lassen. Auffällige Befunde können dann ebenfalls mit einer Darmspiegelung (Koloskopie) abgeklärt werden. Sie ist nach Angaben der Burda-Stiftung die effektivste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen.

Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten wurde Darmkrebs hierzulande 2014 rund 61.000 mal diagnostiziert, rund 25.000 Patienten starben. Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Rauchen, Übergewicht, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und regelmäßiger Konsum von rotem Fleisch und Alkohol sind Risikofaktoren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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