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Farbe und Geruch: Was der Urin über die Gesundheit verrät


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Was der Urin über die Gesundheit verrät

Von dpa, mra, lz

Aktualisiert am 28.12.2022Lesedauer: 3 Min.
Becher mit Urin und Teststreifen: Farbe und Geruch von Urin können Hinweise auf Krankheiten sein – oder darauf, was man zuletzt gegessen hat.
Becher mit Urin und Teststreifen: Farbe und Geruch von Urin können Hinweise auf Krankheiten sein – oder darauf, was man zuletzt gegessen hat. (Quelle: TolikoffPhotography/getty-images-bilder)
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Grün, rot oder schwarz: Urin ist längst nicht immer gelb und geruchlos. Je nach Farbe und Geruch können harmlose Ursachen oder Krankheiten dahinterstecken.

Das Wichtigste im Überblick


  • Die ideale Farbe und Hinweis auf Krankheiten
  • Verfärbung durch Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel
  • Blut im Urin
  • Was der Geruch verrät

Bis zu zwei Liter Urin scheidet ein Erwachsener täglich aus. "Wie viel genau es ist, hängt nicht zuletzt von der Trinkmenge ab", sagt Prof. Daniela Schultz-Lampel, Direktorin des Kontinenzzentrums Südwest des Schwarzwald-Baar Klinikums. Ist der Urin gesund, besteht er zu 95 Prozent aus Wasser. Beim Rest handelt es sich um Abbauprodukte – Harnstoff, Säuren und Salze etwa. Die reguläre Farbe ist hell- bis dunkelgelb.


Diese Getränke sind gesund

Wasser ist der ultimative Durstlöscher. Sie können es ohne oder mit Kohlensäure versetzt kaufen oder direkt aus dem Wasserhahn abfüllen und trinken.
Wer Wassertrinken langweilig findet, kann sein Getränk zur Abwechslung mit einem Spritzer Zitronen- oder Limettensaft aufpeppen. Auch mit aufgeschnittenen Früchten, Kräutern, einem Schluck Saft oder Kräutertee bekommt Wasser schnell ein neues, spannendes Aroma.
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"Je weniger jemand trinkt, desto tiefgelber ist der Urin", erklärt Schultz-Lampel. Doch manchmal nimmt er auch andere Farben an. Das kann harmlos sein – oder ein Anlass, zum Arzt zu gehen. So kann anhaltend dunkelgelber Urin zum Beispiel ein Hinweis auf eine Leber- oder Gallenerkrankung sein.

Die ideale Farbe und Hinweis auf Krankheiten

"Im Idealfall hat Urin eine Farbe wie Champagner", sagt der Heilpraktiker René Gräber aus Preetz in Schleswig-Holstein. Hinter trübem Urin kann sich ein Harnwegsinfekt verbergen. "Eher selten ist ein grünlich gefärbter Urin." Dann liegt eventuell eine Infektion mit Bakterien vor, so die Expertin Daniela Schultz-Lampel. Bestimmte Medikamente wie Antidepressiva können diese Färbung aber ebenfalls verursachen.

Schaumiger Urin ist womöglich ein Anzeichen dafür, dass mit den Nieren etwas nicht in Ordnung ist – oder dafür, dass noch Reinigungsmittel in der Toilette ist.

Verfärbung durch Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel

Lebensmittel sind eine weitere mögliche Ursache für nicht-gelben Urin: Blaubeeren zum Beispiel färben ihn pink. Bei vielen schrillen alle Alarmglocken, wenn der Urin rötlich ist. Das kann aber mitunter auch harmlos sein. "Wer Rote Bete oder etwa Unmengen Himbeeren gegessen hat, bei dem ist eine vorübergehend rötliche Färbung des Urins normal", so Gräber.

Auch Nahrungsergänzungsmittel (NEM) können die Farbe des Urins beeinflussen. So kann bei einem NEM mit Vitamin B12 eine Rotfärbung auftreten. Ein Vitamin-B-Komplex oder Vitamin D können hingegen für eine kräftige Gelbfärbung des Urins sorgen. Eisenpräparate färben den Urin unter Umständen sogar braun bis schwarz.

Lässt sich spontan keine Erklärung für die Verfärbung des Urins finden und dauert sie länger an, sollte man aber zügig zum Arzt gehen. Insbesondere bei einer Rotfärbung gilt Wachsamkeit. Denn: Blut im Harn kann ein Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung sein. Gleiches gilt für schwarzen Urin: Der kann sogar ein Hinweis auf einen Tumor sein.

Blut im Urin

"Bei Frauen ist die häufigste Ursache von Blut im Urin ein Harnwegsinfekt", sagt Matthias Orth. Der ärztliche Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin am Marienhospital in Stuttgart ist Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Laborärzte.

Auch eine Nierenentzündung und Verletzungen der Nieren oder der Blase können hinter Blut im Urin stecken. Blut im Harn kann auch ein Indiz für einen Tumor oder für Nierensteine sein.

Was der Geruch verrät

Neben der Farbe verrät auch der Geruch von Urin einiges über den Gesundheitszustand. "Normalerweise hat frischer Urin gar keinen Geruch", erklärt Schultz-Lampel. Der dem Harn eigene Geruch entsteht erst nachträglich, wenn der Urin mit Bakterien zersetzt ist. Vorübergehende Geruchsveränderungen können aber vorkommen, meist sind sie harmlos. "Sie sind ernährungsbedingt und treten zum Beispiel nach dem Verzehr von Spargel, B-Vitaminen, Zwiebeln und Medikamenten auf", so Gräber.

Riecht der Urin nach Ammoniak, kann dies aber ein Hinweis auf eine Harnwegsinfektion sein. Ein süßlicher Geruch deutet vielleicht auf Diabetes mellitus hin. Riecht der Urin fischig, dann liegt vor allem bei Frauen oft eine Infektion im Genitalbereich vor. Das kann neben einer Harnwegsinfektion oder Blasenentzündung auch eine Geschlechtskrankheit sein.

Grundsätzlich gilt: Sobald beim Urin über zwei bis drei Toilettengänge hinaus Farbe und Geruch verändert sind, sollte dies ärztlich untersucht werden. "Dies gilt vor allem dann, wenn Schmerzen, Fieber und Unwohlsein hinzukommen", so Schultz-Lampel.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • verbraucherzentrale.de: "Wenn der Urin plötzlich bunt wird". (Stand: Juni 2022)
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