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Braunes Erbrechen: Ursachen und was dann zu tun ist


Dunkle bis schwarze Färbung
Braunes Erbrechen kann auf Notfall hinweisen


28.02.2024Lesedauer: 3 Min.
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Eine Frau übergibt sich auf der ToiletteVergrößern des Bildes
Braunes Erbrechen kann auf einen Notfall hinweisen. (Quelle: LENblR/getty-images-bilder)

Ist Erbrochenes braun oder schwarz, könnte das ein Notfall sein: Möglicherweise musste die Person dann Blut oder Kot erbrechen. Was dann zu tun ist.

Erbrochenes hat meist eine helle bis dunkelgrüne Farbe. Zudem können im Erbrochenen Nahrungsreste zu finden sein. Je nachdem, was die Person gegessen hat, kann die Farbe dieser Nahrungsreste variieren.

Nach dem Verzehr bräunlicher Lebensmittel wie zum Beispiel Schokolade kann das Erbrochene teilweise braun wirken. Hat die Person jedoch nichts dergleichen gegessen und/oder ist das Erbrochene hauptsächlich dunkelbraun oder schwarz, können ernste Ursachen dahinterstecken. Braunes oder schwarzes Erbrechen weist dann darauf hin, dass sich im Erbrochenen Blut oder Kot befindet.

Braunes Erbrechen durch Blutungen

Blut im Erbrochenen ist nicht zwangsläufig rot. Es kann auch braun bis schwarz aussehen und erinnert bisweilen an Kaffeesatz.

Ist braunes Erbrechen tatsächlich auf eine Blutung zurückzuführen, ist dies in der Regel auf ein Problem im Magen oder Zwölffingerdarm zurückzuführen. Wenn Blut mit Magensäure in Kontakt kommt, wird der rote Blutfarbstoff Hämoglobin zu Hämatin umgewandelt – und dieses ist dunkelbraun bis nahezu schwarz.

Daher gibt die Farbe des Bluts bereits wichtige Hinweise darauf, wo sich im Verdauungstrakt die Blutung befindet. Ist das erbrochene Blut hellrot, ist es nicht mit Magensäure in Berührung gekommen, etwa bei einer Blutung im Bereich der Speiseröhre. Ist es hingegen braun oder schwarz, befindet sich die Blutung weiter unten.

Das Erbrechen von Blut oder Blutbestandteilen bezeichnen Fachleute als Hämatemesis.

Die häufigste Ursache für eine Blutung des oberen Verdauungstrakts ist ein Geschwür des Magens oder Zwölffingerdarms. Die Blutung entsteht, wenn das Geschwür tiefere Magen- oder Zwölffingerdarmschichten angegriffen hat. Auch Schäden der Magenschleimhaut (Magenerosion), etwa im Rahmen einer Gastritis, zählen zu häufigeren Ursachen. Wie es zu solchen Blutungen kommt und welche weiteren Ursachen infrage kommen, lesen Sie im Artikel "Erbrechen von Blut – was das bedeutet".

Braunes Erbrechen kann auch Kot sein

Braunes Erbrechen kann – wenn auch selten – darauf hinweisen, dass es sich um Kot handelt, der hervorgewürgt wurde. Das Erbrochene ist dann bräunlich und übelriechend (Geruch nach Fäkalien).

Wichtiger Hinweis

Koterbrechen kommt zwar selten vor, ist jedoch ein Notfall, der unverzüglich behandelt werden muss.

Muss eine Person Kot erbrechen, ist das meist ein Hinweis auf einen nicht frühzeitig erkannten oder verschleppten Darmverschluss (Ileus). Bei einem Darmverschluss kann der Darminhalt nicht weitertransportiert werden und staut sich vor der Engstelle immer weiter auf.

Fachleute unterscheiden zwischen zwei Formen von Darmverschluss. Beim paralytischen Darmverschluss arbeitet die Darmwandmuskulatur nicht mehr ausreichend oder ist gelähmt. Dies kann zum Beispiel nach einem operativen Eingriff oder durch entzündliche Erkrankungen wie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung passieren. Ein mechanischer Darmverschluss entsteht hingegen, wenn der Darm an einer Stelle so eingeengt oder verengt ist, dass keine verdaute Nahrung mehr hindurch kann. Als Ursachen kommen zum Beispiel Verwachsungen, Tumoren oder Gallensteine infrage.

Welche Symptome ein Darmverschluss auslöst, ist sehr unterschiedlich und auch von der jeweiligen Form abhängig. Mögliche Beschwerden sind starke Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch oder Verstopfung. Koterbrechen tritt in der Regel erst auf, wenn ein Darmverschluss bereits weit fortgeschritten ist. Mehr zu diesem Symptom lesen Sie hier.

Das Erbrechen von Kot bezeichnen Fachleute als Kopremesis oder Miserere.

Braunes Erbrechen: Wann zum Arzt?

Wenn braunes Erbrechen nicht auf zuvor gegessene braune Lebensmittel zurückzuführen ist, sollten Betroffene es immer ernst nehmen. Denn dann kann es sich um Blut oder Kot handeln.

Grundsätzlich kann jede Blutung, die zum Erbrechen führt, den Kreislauf so sehr belasten, dass ein Kollaps droht. Betroffene sollten daher umgehend die Ärztin oder den Arzt aufsuchen oder im Zweifel den Rettungsdienst (112) informieren. Anzeichen dafür, dass der Zustand lebensbedrohlich ist, sind zum Beispiel starke Schmerzen, Atemnot, beschleunigte Atmung, Herzrasen und eine rasche Verschlechterung des Allgemeinzustands.

Bei nach Fäkalien riechenden braunen Erbrechen handelt es sich immer um einen Notfall. Daher sollten Betroffene umgehend den Rettungsdienst alarmieren.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 27.2.2024)
  • Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Abrufdatum: 27.2.2024)
  • "Ileus (Darmverschluss)". Online-Informationen des öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs: www.gesundheit.gv.at (Stand: 16.1.2023)
  • "Hämatemesis". Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: Mai 2022)
  • Füeßl, H., Middeke, M.: "Duale Reihe Anamnese und Klinische Untersuchung". Thieme, Stuttgart 2018
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): "Gastrointestinale Blutung". AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/028 (Stand: 31.5.2017)
  • Anton, W., Schön, S.: "I care Lernkarten Pflege". Thieme, Stuttgart 2018
  • Battegay, E.: "Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten". Thieme, Stuttgart 2017
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