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Depression im Alter: So erkennen Sie die Warnzeichen

Symptome und Behandlung  

Depression im Alter: So erkennen Sie die Warnzeichen

24.06.2019, 12:01 Uhr | dpa-tmn

Depression im Alter: So erkennen Sie die Warnzeichen. Ein älterer Mann sitzt auf dem Bett: Depressionen im höheren Lebensalter gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. (Quelle: Getty Images/Dean Mitchell)

Ein älterer Mann sitzt auf dem Bett: Depressionen im höheren Lebensalter gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. (Quelle: Dean Mitchell/Getty Images)

Andauernde Traurigkeit, Müdigkeit oder Lustlosigkeit: Depression im Alter hat viele Gesichter – und wird doch oft verkannt oder verharmlost. Dabei ist die Krankheit auch bei Älteren gut behandelbar. Wie Angehörige helfen können.

Wer um die 60, 70 oder 80 Jahre alt ist, hat schon einiges erlebt. Das hat eine gute Seite: Die seelische Widerstandsfähigkeit ist oft höher als bei Jüngeren. Doch gleichzeitig häufen sich im Alter die Krisenmomente – der Tod des Partners, von Freunden oder etwa schwere Krankheiten. Die Folge davon können Depressionen sein.

Wie sich eine Depression bei Senioren äußert

Depression ist eine Erkrankung, die oft unterschätzt wird – gerade im Alter. Ärzte und Angehörige nehmen eine anhaltende gedrückte Stimmung bei Älteren oft als eine natürliche Reaktion hin. "Hinzu kommt, dass die Betroffenen sich selbst die Schuld geben, erschöpft und hoffnungslos sind und deshalb oft nicht zum Arzt gehen", sagt Prof. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Dabei sind Depressionen im Alter eigentlich gut behandelbar, sagt Iris Hauth, Chefärztin im Alexianer Krankenhaus Berlin-Weißensee. "Von Depressionen ist dann die Rede, wenn Symptome wie Antriebs- , Freud- und Lustlosigkeit über mindestens zwei Wochen anhalten", erklärt Hauth.

"Voraussetzung ist eine entsprechende Veranlagung, und manchmal kommt noch Negatives als Auslöser hinzu", sagt Hegerl. Die Erkrankung beeinflusst Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen und kann einen enormen Leidensdruck verursachen.

"Eine wichtige Rolle kommt auch den Angehörigen eines Erkrankten zu", sagt Diplom-Psychologin Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. Sie sollten depressive Stimmungen keinesfalls verharmlosen. Hauth rät Angehörigen, die Betroffenen behutsam und bestimmt nach ihrer Befindlichkeit zu fragen. Allerdings gilt auch: "Es gibt Situationen, in denen Angehörige an ihre Grenzen stoßen", warnt Sowinski. Sagt etwa ein Erkrankter, er wolle sich das Leben nehmen, sollten Angehörige den Notarzt rufen.

Behandlung von Depression im Alter

Erste Anlaufstelle bei Verdacht auf depressive Störung ist ansonsten der Hausarzt. Um die Ursachen der Symptome zu finden, stehen dort zunächst Untersuchungen des Bluts an. Depressionen zeigen sich im Alter mitunter auch in Sprach- und Gedächtnisstörungen und ähneln so einer Demenz. Um Verwechslungen zu vermeiden, stellt der Arzt Fragen. "Depressive Patienten können auf Nachfragen beispielsweise angeben, wie das Datum ist und wo sie sich gerade befinden", sagt Hegerl.

Häufen sich die Hinweise auf Depressionen, überweist der Hausarzt in der Regel an einen Psychiater oder an einen Psychotherapeuten. Der kann die Krankheit dann mit einer Psychotherapie oder mit Medikamenten behandeln. "Je nach Schweregrad kann auch beides miteinander kombiniert werden", sagt Hauth. Eine Lichttherapie und regelmäßige Bewegung können ebenfalls helfen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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