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Schlaganfall-Symptome: Typische Anzeichen bei Frauen und Männern

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Anzeichen bei Frauen und Männern  

Welche Symptome bei Schlaganfall typisch sind – und welche nicht

Schlaganfall-Symptome: Typische Anzeichen bei Frauen und Männern. Ein Mann stützt sich im Türrahmen ab: Neben anderen Symptomen kann sich ein Schlaganfall durch Schwindel äußern. (Quelle: Getty Images/Tunatura)

Ein Mann stützt sich im Türrahmen ab: Neben anderen Symptomen kann sich ein Schlaganfall durch Schwindel äußern. (Quelle: Tunatura/Getty Images)

Einen Schlaganfall so schnell wie möglich zu erkennen ist wichtig. Denn bei der Behandlung zählt jede Minute. Erfahren Sie, welche Symptome bei Schlaganfall typisch sind, inwiefern sich Anzeichen bei Männern und Frauen unterscheiden und wann man von einem stummen Schlaganfall spricht.

Zu einem Schlaganfall kommt es, wenn die Durchblutung im Gehirn unterbrochen ist. In den meisten Fällen sind Blutgerinnsel schuld daran. Diese entstehen allerdings selten direkt im Gehirn, sondern meist in anderen Körperbereichen.

Löst sich solch ein Blutgerinnsel und wird mit dem Blut fortgeschwemmt, kann es bis ins Hirn gelangen und dort ein Gefäß verstopfen. Seltener entsteht ein Schlaganfall aufgrund einer Hirnblutung, etwa durch ein gerissenes Gefäß.

In beiden Fällen ist die Folge jedoch die gleiche: Hirnbereiche, die hinter dem Blutgerinnsel oder hinter dem gerissenen Gefäß liegen, werden nicht mehr mit Blut versorgt. Sie erhalten dadurch auch keinen Sauerstoff mehr.

Bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff beginnen die ersten Hirnzellen abzusterben. Das macht sich durch neurologische Ausfälle unterschiedlicher Art bemerkbar – abhängig davon, welcher Hirnbereich genau betroffen ist. Bei einem Schlaganfall können deshalb unterschiedliche Symptome auftreten.

Schlaganfälle bei Frauen und Männern

Jedes Jahr erleiden in Deutschland etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall, davon Männer etwas häufiger als Frauen. Da Frauen jedoch im Durchschnitt älter werden als Männer und im höheren Lebensalter das Schlaganfallrisiko zunimmt, haben sie ein höheres Lebenszeitrisiko für Schlaganfälle. Das bedeutet, Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens mit höherer Wahrscheinlichkeit als Männer einmal an einem Schlaganfall.

Die meisten Schlaganfall-Risikofaktoren gelten für Männer und Frauen gleichermaßen. Manche fallen aber bei Frauen mehr ins Gewicht beziehungsweise kommen nur bei Frauen vor und steigern das Schlaganfallrisiko bei ihnen stärker. Das gilt zum Beispiel für:

Auch in puncto Symptome und Verlauf unterscheiden sich Schlaganfälle bei Männern und Frauen teilweise. Bei Frauen nimmt ein Schlaganfall häufiger einen schweren bis lebensbedrohlichen Verlauf als bei Männern. Oft sind Frauen auch stärker als Männer durch Folgeschäden eines Schlaganfalls beeinträchtigt.

Außerdem zeigt sich ein Schlaganfall bei Frauen häufiger durch Anzeichen, die nicht zu den typischen Symptomen zählen. Dadurch kann ein Schlaganfall bei ihnen unter Umständen übersehen beziehungsweise nicht als solcher erkannt werden.

Typische Symptome bei Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall kommt es typischerweise schlagartig zu neurologischen Ausfällen. Je nachdem, welcher Hirnbereich von der Durchblutungsstörung betroffen ist, können sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern plötzlich Symptome wie diese zeigen:

  • einseitige Muskelschwäche, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen, also etwa bei einem Arm, einem Bein oder einer Gesichtshälfte
  • Verwirrtheit
  • Probleme beim Sprechen (z. B. verwaschene Sprache)
  • Probleme, Gehörtes oder Gelesenes zu verstehen
  • Probleme beim Sehen, wie Sehverschlechterung, Doppelbilder, Gesichtsfeldausfall
  • Probleme beim Gehen oder das Gleichgewicht zu halten, Schwindelgefühle, Koordinationsstörungen (wie plötzliche Ungeschicklichkeit)
  • sehr starke, so bislang nicht erlebte Kopfschmerzen

Schlaganfall-Symptome bei Frauen

Zwar treten auch bei Frauen häufig die typischen Schlaganfall-Symptome auf. Oft geht ein Schlaganfall bei ihnen aber auch mit Anzeichen einher, die nicht ganz so eindeutig sind, wie etwa:

  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Übelkeit
  • Verwirrtheit
  • Harninkontinenz
  • Probleme beim Schlucken

Fehlen nun weitere klassische Schlaganfall-Symptome, kann ein Hirnschlag bei Frauen leicht übersehen und dadurch zu spät passend behandelt werden.

Schlaganfall ohne Symptome: Stummer Schlaganfall

In manchen Fällen tritt ein Schlaganfall auch scheinbar ganz ohne Symptome auf. Fachleute sprechen dann von einem stummen Schlaganfall.

Das kann etwa passieren, wenn die Schlaganfall-Symptome von Betroffenen nicht als solche erkannt und wieder vergessen oder auch verdrängt werden. Oder der Schlaganfall ereignet sich im Schlaf und die Durchblutungsstörungen verursachen keine starken Schäden. Wachen Betroffene am nächsten Morgen auf, merken sie möglicherweise nichts mehr davon.

Zu einem stummen Schlaganfall kann es auch kommen, wenn die Durchblutungsstörung in einem Hirnbereich auftritt, der eher unbemerkt Aufgaben ausführt. So fallen neurologische Ausfälle unter Umständen kaum auf.

Ereignen sich solche stummen Schlaganfälle jedoch häufiger, treten möglicherweise Symptome auf, die im ersten Moment nicht an einen Schlaganfall denken lassen. Es zeigen sich vielleicht Anzeichen wie Probleme beim Merken und Erinnern, Vergesslichkeit oder Gangstörungen (wie Humpeln oder kleine Schritte). Auch Wesensänderungen können eine Folge mehrerer stummer Schlaganfälle sein.

Anzeichen für einen stummen Schlaganfall werden meist nur zufällig bei einer Kernspintomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) gefunden. Auf den Aufnahmen sind dann möglicherweise Narben im Hirngewebe zu erkennen.

Wird ein stummer Schlaganfall entdeckt, sollte dieser ernst genommen werden, denn er gilt als Warnzeichen. Betroffene erleiden in der Folge vermehrt einen "richtigen" Schlaganfall und erkranken häufiger an Demenz oder Herzinfarkt. Sie sollten deshalb Maßnahmen ergreifen, die dabei helfen, einem Schlaganfall vorzubeugen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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