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Von Spannung bis Migräne: Was bei welchem Kopfschmerz hilft

Von Spannung bis Migräne  

Was bei welchem Kopfschmerz hilft

22.08.2019, 07:01 Uhr | dpa

Von Spannung bis Migräne: Was bei welchem Kopfschmerz hilft. Frau mit Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerzen und Migräne gehören zu den zwei häufigsten Arten von Kopfschmerzen.  (Quelle: dpa/Christin Klose)

Frau mit Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerzen und Migräne gehören zu den zwei häufigsten Arten von Kopfschmerzen. (Quelle: Christin Klose/dpa)

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz: Es gibt je nach Definition zwischen 14 und 250 verschiedene Arten mit unterschiedlichen Ursachen und Symptomen – und jeweils eigenen Behandlungsweisen.

"Am häufigsten sind Spannungskopfschmerzen. Davon sind mehr als die Hälfte meiner Kopfschmerz-Patienten betroffen", sagt Hans-Michael Mühlenfeld. Er ist Hausarzt in Bremen und Vorsitzender des Instituts für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband. Am zweithäufigsten treten Migräne-Kopfschmerzen auf. Nur sehr wenige Patienten zeigten Symptome, die zu keinem der beiden passen.

Clusterkopfschmerzen und Migräneschmerzen 

Unter diesen Fällen gibt es aber eine Reihe von Krankheitsbildern. Ein Beispiel: Clusterkopfschmerzen treten besonders oft nachts auf und werden durch die Fehlfunktion eines Gesichtsnervs ausgelöst, wie Neurologe Prof. Gereon Nelles erklärt. Er ist Vorstandsmitglied im Berufsverband Deutscher Nervenärzte. "Diese Art von Schmerzen ist leider nicht heilbar." Das Einatmen von Sauerstoff könne aber die rund 60-minütigen Attacken oft stark verkürzen.

Patienten mit solch seltenen Kopfschmerzarten werden oft in Spezialkliniken behandelt. In vielen Fällen kann jedoch der Hausarzt helfen. "Eine ausführliche Befragung und verschiedene Tests helfen uns dabei herauszufinden, um welche Art Schmerzen es sich handelt und ob ein Spezialist hinzugezogen werden sollte", sagt Mühlenfeld.

Während Spannungskopfschmerzen beidseitig auftreten, schmerzt Migräne fast immer nur auf einer Seite des Kopfes. Migräneschmerzen können von Symptomen wie Übelkeit begleitet werden. Betroffene meiden oft Licht und laute Geräusche. "Zudem tritt Migräne eher in scharfen Attacken auf. Spannungskopfschmerzen dagegen bauen sich langsam auf und ab und werden oft als dumpf beschrieben", erklärt Mühlenfeld.

Ursachen für Kopfschmerzen sind verschieden

"Spannungskopfschmerzen werden durch eine Verspannung der Muskulatur am Kopf ausgelöst", erklärt Mühlenfeld. Grund können Stress oder Fehlhaltungen sein.

"Die Ursache für Migränekopfschmerzen ist bislang unbekannt", sagt Nelles. Nach jetzigem Stand sei Migräne nicht heilbar. Bei Migräne werden als Medikament oft sogenannte Triptane verschrieben. "Diese sorgen dafür, dass die geweiteten Blutgefäße im Gehirn sich wieder verengen und die Schmerzen abnehmen", erklärt Mühlenfeld.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Zur Akuttherapie können bei den meisten Kopfschmerzarten Schmerzmittel verwendet werden: Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol sind rezeptfrei erhältlich. "Welcher Wirkstoff bei welcher Kopfschmerzart am besten ist, muss ein Patient individuell ausprobieren", erklärt Neurologe Charly Gaul. Er ist Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein.

Ausruhen kann empfehlenswert sein. "Kühlen des Kopfes hilft bei Migräne häufig auch", rät Gaul. Bei Spannungskopfschmerzen kann das Einreiben von Schläfen und Nacken mit Pfefferminzöl Linderung verschaffen. "Zudem kann Wärme die angespannten Muskeln entspannen", sagt Mühlenfeld.

Auf lange Sicht können Stressbewältigungsverfahren sinnvoll sein. Denn Stress löst Spannungskopfschmerzen aus und kann Migräne verschlimmern. "Daher helfen regelmäßiger Ausdauersport und Entspannungstraining wie beispielsweise Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson", sagt Gaul.


Doch wann sollten Betroffene wegen Kopfschmerzen zum Arzt gehen? "Wenn Kopfschmerzen sehr heftig sind oder sich Schmerzen, die man kennt, in ihrem Charakter verändern. Auch Fieber kann ein Warnsignal sein. Besonders wachsam sollte man sein, wenn Kopfschmerzen erstmalig nach dem 50. Lebensjahr auftreten", warnt Gaul. Mühlenfeld erklärt zudem: "Grundsätzlich gilt: Bei Schmerzen, die mir unbekannt vorkommen, sollte ich immer meinen Hausarzt aufsuchen."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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