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Nasenschleim: Das verrät die Farbe über Ihre Gesundheit

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 01.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Schnupfen: Wer eine Erkältung bekommt, der leidet zunächst meist unter einer laufenden Nase.
Schnupfen: Wer eine Erkältung bekommt, der leidet zunächst meist unter einer laufenden Nase. (Quelle: Wavebreakmedia/getty-images-bilder)
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Weiß, farblos, gelb, grün oder braun: Schleim, der bei einem Infekt aus der Nase kommt, kann sich im Laufe der Erkrankung verändern. Ein HNO-Arzt erklärt, was die verschiedenen Farben bedeuten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wozu ist das Nasensekret gut?
  • Was bedeuten die Farben des Schleims?
  • Antibiotika bei gelbem Nasenschleim?
  • Wann ist ein Arztbesuch angebracht?

Sowohl bei gesunden Menschen als auch bei Patienten mit Schnupfen gilt: Der Nasenschleim kann die unterschiedlichsten Farben aufweisen – von klar, weiß, gelb und grün bis rot, braun oder schwarz. Verändert sich die Farbe, sagt das meist etwas über den aktuellen Gesundheitszustand aus, wie der Facharzt für HNO-Heilkunde Dr. Michael E. Deeg aus Freiburg verrät.


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Wozu ist das Nasensekret gut?

Unser Körper produziert das Nasensekret in der Schleimhaut der Atemwege, also in der Nase, dem Rachenraum und der Lunge. Die Nase ist dabei am produktivsten. Sie stellt täglich im Durchschnitt einen Liter Nasenschleim her.

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"Dieses Sekret ist normalerweise klar und enthält Wasser, Proteine, gelöste Salze, aber auch Antikörper, die der Infektabwehr dienen", sagt Deeg. Der Nasenschleim fängt also kleine Partikel und Erreger aus der Luft ein, die mit Hilfe von Flimmerhärchen in Richtung Rachen abtransportiert und dann runtergeschluckt werden. Wer gesund ist, bekommt davon nichts mit.

Verändern sich die Menge, die Konsistenz oder die Farbe des Schleims, kann das Deeg zufolge auf einen Infekt hindeuten.

Was bedeuten die Farben des Schleims?

  • Klarer, durchsichtiger Nasenschleim: Im Normalzustand ist das Nasensekret klar und flüssig.
  • Weißer Nasenschleim: "Bei einem beginnenden Infekt wird das Sekret dickflüssiger, zum Teil weißlich oder auch schon trüb", sagt HNO-Arzt Deeg. Es signalisiert: Ein Schnupfen bahnt sich an.
  • Gelber Nasenschleim: Eine Gelbverfärbung bedeutet, dass die Erkältung voranschreitet und die körpereigenen Abwehrzellen beginnen, die Krankheitserreger zu bekämpfen. "Nachdem die Immunzellen ihre Arbeit getan haben, zerfallen sie und gelangen mit dem Nasensekret aus dem Körper", erklärt Deeg.
  • Grüner Nasenschleim: Ist das Immunsystem aktiv, zeigt sich häufig auch grüner Schleim, weiß der Mediziner: "Bei zunehmender Aktivität des Immunsystems findet sich dann auch eine größere Zahl bereits abgestorbener Zellen im Nasensekret, was zu einer zusätzlichen Grünverfärbung führen kann". Die Farbe könne aber auch auf eine bakterielle Besiedelung hinweisen. Häufig seien dann die Nasennebenhöhlen entzündet.
  • Roter Nasenschleim: Rotes Sekret ist meist Blut. "Bei fortschreitender Schädigung der Schleimhaut durch den entzündlichen Prozess kann es zu einer Blutbeimengung im Sekret kommen", erläutert Deeg.
  • Brauner Nasenschleim: Auch bei braunem Sekret könnte es sich um Blut handeln. Allerdings kann es auch sein, dass Schmutz oder Pollen durch die Nase eingeatmet wurden. "Braunverfärbungen des Schleims findet man auch oft bei starken Rauchern", ergänzt der HNO-Arzt.
  • Schwarzer Nasenschleim: Eine schwarze Sekretverfärbung kommt eher selten vor. Sie kann Hinweise auf eine mögliche Pilzinfektion geben.

Dr. Michael E. Deeg

Dr. Michael E. Deeg ist Facharzt für HNO-Heilkunde in Freiburg. Er ist außerdem Pressesprecher des Deutschen Berufsverbands der HNO-Ärzte.

Antibiotika bei gelbem Nasenschleim?

Bei gelb-grünem Schleim sollten Patienten Antibiotika einnehmen – stimmt das? Mediziner raten heute eher von der Medikamenteneinnahme ab, wenn lediglich der Schleim seine Farbe ändert. Denn in den meisten Fällen verursachen Viren die Erkältung, am häufigsten Rhinoviren. Gegen diese helfen Antibiotika nicht. Sie sind nur sinnvoll, wenn zusätzlich Bakterien die Erkrankung auslösen.

Das bestätigt auch Dr. Michael E. Deeg: "Entscheidend ist stets das Abstrichergebnis und der Gesundheitszustand des Patienten". Ob und wann ein Antibiotikum erforderlich ist, entscheidet demnach der Arzt.

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Wann ist ein Arztbesuch angebracht?

Verschwindet der gelb-grüne Nasenschleim nicht wieder von selbst, sollten Sie zum Arzt gehen. HNO-Arzt Deeg rät: "Anhaltende Verfärbungen – länger als zwei Wochen – sind immer bedenklich und bedürfen einer fachlichen Abklärung".

Dringend zu empfehlen ist ein Arztbesuch auch früher, wenn zu einem Schnupfen folgende Symptome dazukommen:

  • Fieber über 39 °C
  • Schüttelfrost
  • starke Kopf- und Gliederschmerzen
  • Hals- und Ohrenschmerzen
  • Atemnot
  • eitriger Geruch des Nasensekrets
Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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