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Coronavirus und Asthma: Das sollten Betroffene mit Vorerkrankung beachten

Vorerkrankung als Risikofaktor?  

Coronavirus und Asthma: Das sollten Betroffene beachten

22.09.2020, 10:09 Uhr
Coronavirus und Asthma: Das sollten Betroffene mit Vorerkrankung beachten. Asthmatiker: Kortisonsprays sind ein zentraler Bestandteil der Asthma-Behandlung. (Quelle: Getty Images/Martin Barraud)

Asthmatiker: Kortisonsprays sind ein zentraler Bestandteil der Asthma-Behandlung. (Quelle: Martin Barraud/Getty Images)

Bei Menschen mit Lungenerkrankungen liegt ein höheres Risiko vor, schwer an Covid-19 zu erkranken. Dazu zählt auch Asthma bronchiale. Doch nicht jeder Asthmatiker zählt automatisch zur Risikogruppe.

Rund acht Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Asthma. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Atemwege, bei der sich die Bronchien anfallsartig verengen. Ursachen dafür können Allergien, aber auch nicht-allergische Reize wie bestimmte Medikamente oder Infektionen sein. Typische asthmatische Beschwerden sind Husten, Kurzatmigkeit und ein Engegefühl in der Brust.

Mit richtig abgestimmten Medikamenten kann die Krankheit jedoch gut kontrolliert werden. Das gilt auch in Corona-Zeiten. Dennoch sind viele Asthmatiker verunsichert und fragen sich: "Bin ich besonders gefährdet?" oder "Darf ich mein Asthmaspray weiter benutzen?". Lungenexperten geben Antworten.

Ist das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf bei Menschen mit Asthma erhöht?

Viele Patienten mit Asthma meinen, sie hätten ein höheres Risiko, an einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 schwer zu erkranken. Dabei haben gut eingestellte Asthmatiker kein erhöhtes Risiko für Infekte. Voraussetzung ist allerdings, dass sie ihre Medikamente wie Kortison regelmäßig einnehmen. Darüber klären die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) auf.

Gut therapiert und medikamentös gut eingestellt zu sein bedeutet, keine asthmatischen Beschwerden mehr zu haben. "Kein erhöhtes Infektionsrisiko gilt also nur für diejenigen Asthma-Patienten, die unter Therapie keine Symptome mehr haben", bekräftigt Dr. med. Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers. Insofern sind Asthmatiker, die trotz regelmäßiger Therapie noch Beschwerden haben, wahrscheinlich etwas gefährdeter als Gesunde.

Ein größeres Risiko haben auch ältere Menschen mit einem sehr schweren Asthma und Patienten, die zur Kontrolle ihrer Symptome regelmäßig Kortisontabletten einnehmen müssen.

Was ist Kortison?

Kortison bezeichnet so genannte Glucocorticosteroide – von Ärzten auch Steroide genannt –, die es entweder als Inhalationssprays und bei schwerem Krankheitsverlauf auch als Tabletten gibt. Dieser Wirkstoff ist entzündungshemmend und dämpft die asthmatische Überempfindlichkeit der Bronchien.

Sollten Inhalatoren zur Asthma-Therapie weiter benutzt werden?

Anfangs gab es Stimmen, "die die Therapie mit inhalierbaren Steroiden (ICS) – das Kern-Element der Asthma-Therapie – vor dem Hintergrund der Coronavirus-Epidemie in Frage stellen", so die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in einer Stellungnahme. 

Grund für die Unsicherheit sei unter anderem eine Aussage des Virologen Prof. Dr. Christian Drosten im Frühjahr, dass Asthma-Patienten mit ihrem Arzt darüber sprechen sollten, ein auf Kortison basierendes Asthma-Medikament durch ein Medikament zu ersetzen, dass das Immunsystem weniger angreife. Doch bislang ist wissenschaftlich nicht belegt, dass Medikamente, die das Immunsystem herunterregulieren, die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus erhöhen könnten.

In einer gemeinsam von der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin herausgegebenen Erklärung bezieht die DGP ganz klar Stellung: Asthma-Patienten sollten ihre individuell angepasste Inhalationstherapie unbedingt fortführen. Das gelte insbesondere für Therapien mit Kortisonsprays. 

Die Experten weisen darauf hin, dass eine Unterbrechung der Asthma-Behandlung die Symptome verschlechtern und dadurch unnötige Arztbesuche oder sogar Krankenhausaufenthalte verursachen kann.

Inhalatoren: Lungenexperten raten Asthma-Patienten, ihre Medikamente wie gewohnt einzunehmen. (Quelle: Getty Images/Fahroni)Inhalatoren: Lungenexperten raten Asthma-Patienten, ihre Medikamente wie gewohnt einzunehmen. (Quelle: Fahroni/Getty Images)

Corona und Asthma: Inhalationstherapie unbedingt fortsetzen

"Asthma-Patienten, die bisher nur unregelmäßig ihre Basistherapie mit inhalierbarem Kortison genommen haben, sollten jetzt unbedingt regelmäßig Kortisonspray inhalieren und darauf achten, dass sie vollkommen beschwerdefrei sind, also die Atemwege offen sind und kein Husten und keine Atemnot besteht", rät Dr. Voshaar.

Treten dennoch – also trotz regelmäßiger Inhalation der mit dem Hausarzt oder Facharzt vereinbarten Medikation – weiterhin asthmatische Beschwerden auf, sollte die Therapie entsprechend angepasst werden. Dazu muss telefonische Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Gibt es besondere Empfehlungen für Asthmatiker?

Grundsätzlich sollten sich Asthmatiker – wie andere Menschen auch – an die vom Robert Koch-Institut (RKI) empfohlenen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen halten. Das heißt: häufiges Händewaschen, sich nicht mit ungewaschenen Fingern im Gesicht berühren, zu anderen Menschen einen Sicherheitsabstand von etwa zwei Metern halten und Menschenansammlungen meiden.

Sie sollten zudem die Nies- und Hustenetikette befolgen – das bedeutet, niemals ungeschützt husten oder niesen, sondern gezielt in ein sauberes Taschentuch. Wer keines zur Verfügung hat, sollte wegen der Übertragungsgefahr nicht in seine Hände, sondern in seine Armbeuge husten.

Das RKI empfiehlt Menschen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf außerdem, sich aktiv über das Covid-19-Krankheitsbild zu informieren, um frühzeitig auf Symptome reagieren zu können. Sollten Sie Krankheitszeichen bei sich selbst bemerken, melden Sie sich umgehend telefonisch bei Ihrem Hausarzt oder dem ärztlichen Notdienst (116117).

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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