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Kreuzallergie: Diese Symptome sind typisch

Von dpa, mwe

Aktualisiert am 19.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Vorsicht mit dem Apfel: Wer gegen Birkenpollen allergisch ist, könnte beim Verzehr des Obstes ebenfalls allergische Reaktionen zeigen.
Vorsicht mit dem Apfel: Wer gegen Birkenpollen allergisch ist, könnte beim Verzehr des Obstes ebenfalls allergische Reaktionen zeigen. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn./dpa)
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Mit den milden Tagen meldet sich bei vielen Menschen die Pollenallergie zurĂŒck. Doch wer unter Heuschnupfen leidet, vertrĂ€gt unter UmstĂ€nden auch manche Lebensmittel nicht. Experten erklĂ€ren, welche Kreuzallergien typisch sind.

GrĂ€ser und Tomaten, Latex und Bananen, Birke und Apfel: Manche Allergiker reagieren allergisch auf bestimmte Lebensmittel. Kreuzallergie heißt dieses PhĂ€nomen. "Die Ursache liegt darin, dass in beiden Allergenquellen identische oder Ă€hnliche Strukturen vorhanden sind und das Immunsystem plötzlich Ähnlichkeiten erkennt", erklĂ€rt Sonja LĂ€mmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Es reagiert also auf einen DoppelgĂ€nger.

"Manche Allergiker begeben sich dann sogar in Gefahr", sagt der Dermatologe Prof. Birger KrĂ€nke. Denn selbst wenn ein mit seiner Pollenallergie vertrauter Patient die fĂŒr ihn typischen saisonalen Beschwerden kennt, heißt das nicht, dass er etwa auch das Auftreten allergischer Symptome nach dem Konsum von bestimmten Nahrungsmitteln richtig einordnen kann.

"Das könnte in seltenen FÀllen in einem Schockzustand enden", betont KrÀnke, der die Allergieambulanz am UniversitÀtsklinikum Graz leitet. Aus dem Grund sind Kreuzreaktionen ein wichtiges Thema im Alltag allergischer Patienten.

"In der Literatur wird die KreuzreaktivitÀt meist bei Pollensensibilisierungen und Nahrungsmittelallergien besprochen", erklÀrt KrÀnke. Hier reagiert dann das Immunsystem nicht nur auf die dem Allergiker bekannten Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare, sondern eben auch auf bestimmte Lebensmittel.

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Birkenpollen und das Problem mit Äpfeln

Liegt etwa eine Allergie gegen Birkenpollen vor, besteht das Risiko, auch auf Apfel, Haselnuss oder Soja allergisch zu reagieren.

"Wer an Heuschnupfen leidet – in den IndustrielĂ€ndern sind das mittlerweile mindestens 15 Prozent der Erwachsenen sowie bis zu zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen – , reagiert oft bis zu 50 Prozent auch allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel", sagt KrĂ€nke.

LÀmmel ergÀnzt, dass die Anzahl der Menschen mit Pollenallergie, die gleichzeitig an einer pollenassoziierten Lebensmittelallergie leiden, in den vergangenen Jahren zugenommen habe.

HĂ€ufige Kreuzallergien

Inzwischen haben sich bestimmte Kreuzallergie-Syndrome etabliert. Das zahlenmĂ€ĂŸig bedeutsamste ist das Birkenpollen-Nuss-Kernobst-Syndrom: Ist das Immunsystem also auf Birkenpollenstrukturen sensibilisiert, kann es auch auf Apfel, Pfirsich, Nektarine, Kirsche, Zwetschge, Hasel- und Walnuss und Soja reagieren.

Ebenfalls verbreitet sind das Sellerie-Karotten-Beifuß-GewĂŒrz-Syndrom und das Hausstaubmilben-Krustazeen-Mollusken-Syndrom. Hierbei kann der Verzehr von Garnelen oder Muscheln fĂŒr Hausstauballergiker zu Problemen fĂŒhren.

Symptome bei einer Kreuzallergie

Die Symptome einer Kreuzreaktion zeigen sich meist zuerst an den Körperstellen, die direkt mit dem Kreuzallergen in BerĂŒhrung kommen: "Kribbeln im Mund, Kratzen im Hals oder ein pelziges GefĂŒhl auf der Zunge sind die hĂ€ufigsten", sagt LĂ€mmel. Fließschnupfen, juckende Augen oder Hustenreiz sind ebenfalls möglich.

Selten kann es laut Birger KrÀnke zu einer massiven Ausweitung der Reaktion kommen, so dass auch weitere Organe wie die Lunge (Asthma), Haut (Nesselausschlag, Flush) oder der ganze Körper (anaphylaktischer Schock) reagieren können. Vermeiden lassen sich Kreuzreaktionen nur, wenn Kreuzallergien untersucht und diagnostiziert wurden.

Der Mediziner rĂ€t allen Betroffenen, bei bestimmten Allergien ein Notfallset mit Antihistaminikum, Kortikosteroid und eventuell einen Adrenalin-Autoinjektor bei sich zu haben. "Die effektivste Maßnahme ist aber, die allergieauslösenden Substanzen zu meiden."

Individuelle Empfehlungen statt Pauschal-Listen

DAAB-Expertin LÀmmel empfiehlt eine ErnÀhrungstherapie, bei der individuell erarbeitete Meidungsempfehlungen ausgesprochen werden.

Denn hĂ€ufig zeigen sich in einem Allergietest "stumme Sensibilisierungen": Das heißt, der Test ist wegen der Kreuzreaktion zwar positiv, aber der Verzehr des Nahrungsmittels fĂŒhrt zu keiner allergischen Reaktion, erklĂ€rt LĂ€mmel.

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Gerade bei einer vermuteten pollenassoziierten Kreuzreaktion erlaubt erst die Auswertung verschiedener Tests oder ein Blutergebnis und vor allem das ErnÀhrungs- und Symptomprotokoll ein verlÀssliches Urteil.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Anna Manz
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