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Grippeimpfung für Kinder: Für wen wird sie empfohlen und wann?


Sollte ich mein Kind nun gegen Grippe impfen lassen?

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 03.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Schnupfen: Gerade Kleinkinder haben ein noch unreifes Immunsystem und sind deshalb anfälliger für Grippeviren.
Schnupfen: Gerade Kleinkinder haben ein noch unreifes Immunsystem und sind deshalb anfälliger für Grippeviren. (Quelle: Sasha_Suzi/getty-images-bilder)
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Der Herbst ist da – und mit ihm die Grippesaison. Viele Kinderärzte raten in diesem Jahr zur Grippeschutzimpfung. Doch ist das angesichts der Corona-Pandemie für alle Kinder sinnvoll?

Das Wichtigste im Überblick


  • Sollten alle Kinder gegen die Grippe geimpft werden?
  • Wie lauten die aktuellen Empfehlungen der Stiko und WHO?
  • Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung?
  • Welche Dosis sollten Kinder erhalten?
  • Wie lange hält eine Schutzimpfung an?
  • Was ist bei der Influenzaimpfung bei Kindern noch zu beachten?

Die Grippe ist – wie auch normale Erkältungen (grippale Infekte) – sehr ansteckend. Oft sind es die Kleinsten, die sie in der Bevölkerung verbreiten. In Kindergärten und Schulen stecken sich die Kinder zunächst gegenseitig an, dann die Eltern zu Hause und möglicherweise auch die Großeltern.

Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie sollte das unbedingt verhindert werden. Doch was halten Kinderärzte und Experten von einer Grippeimpfung für alle Kinder – und wie lauten die offiziellen Impfempfehlungen?

Sollten alle Kinder gegen die Grippe geimpft werden?

Viele Kinderärzte raten Eltern dazu, in diesem Herbst ihre Kinder gegen die Grippe impfen zu lassen. "Wir wissen, dass Kinder das Influenza-Virus maßgeblich übertragen", sagte Johannes Hübner, Oberarzt und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, der "Welt am Sonntag". In Zeiten der Corona-Pandemie gebe es neben den Risiken für die Gesundheit der Kinder eine gesellschaftliche Verpflichtung zum Schutz anderer.

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Zu beachten sei in diesem Jahr, dass eine Grippe schnell mit einer Infektion mit dem Coronavirus verwechselt werden könne. Diese Verdachtsmomente könne man den Kindern durch Verabreichung der Grippeimpfung ersparen, so Hübner.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte gefordert, möglichst viele Kinder in diesem Herbst gegen Influenza zu impfen. Aber nicht alle Experten schließen sich dieser Meinung an. Einige Kinderärzte schlagen schon jetzt Alarm, sie könnten nicht alle Kinder impfen. Denn es gebe momentan nur 25 Millionen Impfdosen gegen Grippe und dieser Vorrat müsse Alten, Kranken und anderen Risikogruppen vorbehalten bleiben.

Wie lauten die aktuellen Empfehlungen der Stiko und WHO?

Die offiziellen Impfempfehlungen stammen von der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts (RKI) und werden einmal jährlich veröffentlicht. Aktuell empfiehlt die Stiko die Grippeimpfung allen Kindern, die ein höheres Risiko für Komplikationen besitzen, weil sie unter bestimmten Vorerkrankungen leiden. Dazu zählen:

  • chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma)
  • Herz- oder Kreislauferkrankungen
  • Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten
  • chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose
  • angeborene oder später erworbene Störungen des Immunsystems
  • HIV-Infektion

Es gibt demnach offiziell keine generelle Impfempfehlung für Kinder in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält dagegen die Influenza-Impfung aller Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren für sinnvoll.

Wichtig: Die Entscheidung, ob sie ihr Kind gegen Grippe impfen lassen oder nicht, liegt bei den Eltern. Bei Unsicherheiten können Sie Ihren Kinder- oder Hausarzt zu Rate ziehen. Er wird Sie individuell beraten und vor der Impfung ausführlich über Nutzen und mögliche Risiken aufklären.

Impfung: Bislang gelten die Stiko-Empfehlungen zur Grippeschutzimpfung nicht für alle Kinder in Deutschland.
Impfung: Bislang gelten die Stiko-Empfehlungen zur Grippeschutzimpfung nicht für alle Kinder in Deutschland. (Quelle: FreshSplash/getty-images-bilder)

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung?

Meist beginnt die Grippesaison Anfang Oktober, dann fangen die Influenzaviren an zu zirkulieren. Zu diesem Zeitpunkt wird auch die Influenzaimpfung empfohlen. Nach der Impfung benötigt der Körper etwa zwei Wochen, bis er sich richtig gegen die Viren gewappnet hat.

Dem RKI zufolge ist auch eine etwas verspätete Impfung besser als komplett auf den Grippeschutz zu verzichten. Selbst im Verlauf der Grippewelle könne es noch sinnvoll sein, eine versäumte Impfung nachzuholen. Schließlich sei nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern werde.

Welche Dosis sollten Kinder erhalten?

In der Regel erhalten Kinder dieselbe Dosis wie Erwachsene – es gibt keine speziellen Kinderdosierungen. Nur Kinder bis etwa neun Jahre, die zum allerersten Mal im Leben gegen Influenza geimpft werden, erhalten zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen.

Wie lange hält eine Schutzimpfung an?

Die Grippeimpfung schützt in der Regel über die gesamte Grippesaison. In der folgenden muss sie allerdings erneuert werden. Denn Viren verändern sich und deshalb muss jedes Jahr ein neuer Grippeimpfstoff entwickelt werden.

Was ist bei der Influenzaimpfung bei Kindern noch zu beachten?

Neben dem sogenannten Totimpfstoff, der als Spritze verabreicht wird, ist für Kinder auch ein Lebendimpfstoff verfügbar. Dieser wird als Nasenspray verabreicht und kann alternativ bei Kindern und Jugendlichen im Alter von zwei bis einschließlich 17 Jahren angewandt werden. Da sich der Lebendimpfstoff nicht als effektiver herausgestellt hat als der Totimpfstoff, wird er jedoch nicht mehr vorrangig empfohlen.

Für den Aufbau des Impfschutzes stehen unterschiedliche Impfstoffarten zur Verfügung:

Totimpfstoffe – oder inaktivierte Impfstoffe – enthalten entsprechend ihrer Bezeichnung nur abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können, oder auch nur Bestandteile der Erreger. Diese werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem zur Antikörperbildung an, ohne dass die jeweilige Krankheit ausbricht.

Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen vermehrungsfähiger Krankheitserreger, die jedoch so abgeschwächt wurden, dass sie die Erkrankung selbst nicht auslösen.

Die Grippeschutzimpfung wird meistens gut vertragen. Bei jeder Impfung reagiert jedoch der Körper, er setzt sich mit dem Impfstoff auseinander und fängt an, Antikörper zu bilden – das ist Sinn der Sache. Die Einstichstelle kann daher vorübergehend etwas wehtun, rot werden oder anschwellen, wie das RKI erklärt.

Es kann auch sein, dass das Kind nach der Impfung müde ist, Fieber bekommt, fröstelt oder schwitzt. Im Normalfall verschwinden diese Symptome nach kurzer Zeit. In seltenen Fällen können wie bei den meisten Impfstoffen allergische Reaktionen auftreten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Robert Koch-Institut
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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Von Lynn Zimmermann
Von Christiane Braunsdorf
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