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Inkontinenz: Wie findet man die passende Einlage? Tipps für den Kauf

Tipps für den Kauf  

Inkontinenz: Wie findet man die passende Einlage?

23.11.2020, 11:32 Uhr | dpa-tmn

Inkontinenz: Wie findet man die passende Einlage? Tipps für den Kauf. Inkontinenz: Es gibt viel mehr als nur Einlagen – zum Beispiel spezielle Tampons für Frauen oder ein Kondom-Urinal für Männer. (Quelle: Getty Images/bymuratdeniz)

Inkontinenz: Es gibt viel mehr als nur Einlagen – zum Beispiel spezielle Tampons für Frauen oder ein Kondom-Urinal für Männer. (Quelle: bymuratdeniz/Getty Images)

Bei Menschen mit einer Blasenschwäche sind Einlagen und andere Hilfsmittel enorm wichtig. Doch nicht immer bekommen sie das für sie beste Produkt. Worauf sollten Betroffene beim Kauf achten?

Die Angst, es nicht mehr rechtzeitig auf die Toilette zu schaffen oder beim Lachen Urin in die Hose zu verlieren: Eine Inkontinenz ist unangenehm genug.

Beratung oft nicht hilfreich

Umso wichtiger ist es für Betroffene, dass sie mit geeigneten Hilfsmitteln bestmöglich durch ihren Alltag kommen. Doch bei der Beratung hakt es oft, kritisiert der Urologe Prof. Andreas Wiedemann. Das liegt nach seinen Worten an mangelndem Wissen und wenig Zeit bei den Verkäufern, aber auch an aus seiner Sicht viel zu niedrigen Kostenpauschalen bei den Krankenkassen.

Bei der Suche nach dem passenden Hilfsmittel sind zwei Aspekte wichtig: der Grad der Inkontinenz, denn manche verlieren auf einmal viel Harn, andere kontinuierlich über Stunden, und die individuellen Bedürfnisse. So legen manche Wert darauf, dass Einlagen in der Hose nicht knistern, damit niemand etwas von ihrem Problem mitbekommt.

Tipps für Betroffene

Worauf sollten Betroffene also konkret achten, wenn sie mit ihrem Rezept in die Apotheke oder das Sanitätshaus gehen? Die wichtigsten Tipps des Experten von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft:

Verschiedenes austesten: Patienten sollten sich nicht mit dem erstbesten Produkt zufriedengeben. Wiedemann empfiehlt, am besten einen Mehrtagesbedarf von mindestens zwei Hilfsmitteln zum Austesten mitzunehmen. "Wenn man damit nicht zurechtkommt oder zum Beispiel Harn ausläuft, sollte man ins Geschäft gehen und nach neuen Mustern fragen." Man sollte dabei selbstbewusst auftreten und eben gegebenenfalls einen zweiten Termin in Anspruch nehmen.

Denn es gibt viel mehr als nur Einlagen – spezielle Tampons für Frauen zum Beispiel oder ein sogenanntes Kondom-Urinal für Männer. "Das steckt man wie ein Präservativ über den Penis. Von dort führt dann ein Schlauch zu einem Beutel, in dem der Urin gesammelt wird", erklärt der Chefarzt der Klinik für Urologie am Evangelischen Krankenhaus in Witten (NRW).

Weitere Optionen sind, unter anderem, spezielle Schutzhosen und für die Nacht Bettunterlagen. Der Mediziner sagt: "Auf jeden Fall sollten spezielle Inkontinenzprodukte verwendet werden – keine Watte, Hand- oder Küchentücher und Ähnliches."

Kostenfrage klären: Die Höhe der Kassenpauschalen kritisieren neben Wiedemann auch andere Experten. Doch für den Verbraucher bringt es wenig, sich darüber zu ärgern.

"Wenn man mit dem Standardprodukt, das die Kasse zahlt, zurechtkommt – umso besser", sagt Wiedemann. Stellt sich jedoch ein Produkt, für das man zuzahlen muss, als geeigneter heraus, sollte man schauen, ob die finanziellen Ressourcen ausreichen.

Mitunter zahlen die Kassen auch nur bestimmte Höchstmengen im Monat. "Bei schwerer Inkontinenz können Urologen hier aber durchaus etwas machen und diese Grenzen mit einem Antrag aushebeln", sagt der Experte und rät, den Facharzt danach zu fragen.

Ursachen therapieren: Hilfsmittel sind eine Möglichkeit der Versorgung, aber keine Behandlung, betont Wiedemann. Letztlich seien sie immer nur eine Notlösung. "Man sollte die Inkontinenz so behandeln, dass man bestenfalls wieder trocken wird."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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