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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Osteoporose: Wie Selbsthilfe die Therapie stÀrkt

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 19.04.2021Lesedauer: 4 Min.
Eine Gruppe Ă€lterer Frauen bei der Gymnastik: RegelmĂ€ĂŸiges Bewegungstraining aktiviert den Knochenstoffwechsel.
Eine Gruppe Ă€lterer Frauen bei der Gymnastik: RegelmĂ€ĂŸiges Bewegungstraining aktiviert den Knochenstoffwechsel. (Quelle: Thomas_EyeDesign/getty-images-bilder)
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Gegenseitige UnterstĂŒtzung, Informationsaustausch und freundschaftlicher RĂŒckhalt: Eine Selbsthilfegruppe bietet viele Vorteile. FĂŒr viele Menschen, die an Osteoporose leiden, ist diese Solidargemeinschaft ein fester Bestandteil des Lebens.

Warum bei Knochenschwund vor allem Eigeninitiative und Selbsthilfe wichtig sind, erklĂ€rt RĂŒdiger Holbe, ehrenamtlicher PrĂ€sident des OSD Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverbandes, im GesprĂ€ch mit t-online.


Lebensmittel fĂŒr starke Knochen

Greifen Sie bei Mineralwasser zu Sorten mit einem Kalziumgehalt von mehr als 150 Milligramm pro Liter. So decken Sie mit anderthalb Litern etwa ein Viertel Ihres Tagesbedarfs.
DunkelgrĂŒne GemĂŒsesorten sind nicht nur reich an Kalzium, sondern liefern auch viel Vitamin K. Das Vitamin unterstĂŒtzt die Kalziumeinlagerung in die Knochen. Als bestes KnochengemĂŒse gilt der GrĂŒnkohl mit mehr als 200 mg Kalzium pro 100 Gramm.
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Erste Anlaufstelle nach dem Diagnoseschock

Beratung, Information und Kenntnis ĂŒber das Krankheitsbild sind wesentliche Voraussetzungen, um mit Osteoporose gut leben zu können. Doch viele Patienten sind mit der Informationsflut, die sich im Internet ĂŒber die Krankheit findet, und der komplexen Sprache der Mediziner oft ĂŒberfordert.

Gerade die Älteren vermissten das persönliche GesprĂ€ch, in dem sie ohne Zeitdruck ihre Fragen stellen und verstĂ€ndliche Antworten erhalten könnten. Selbsthilfegruppen seien daher eine wichtige Anlaufstelle. Nachdem "Schock der Diagnose" sei es besonders wichtig, die Betroffenen erst einmal aufzufangen und ihnen Hilfsangebote bereit zu stellen.

Diese Beratung versteht sich nicht als Ersatz fĂŒr Ă€rztliche Behandlungen, sondern als deren sinnvolle ErgĂ€nzung. "Wer sich aktiv mit dem Krankheitsbild auseinandersetzt, seinen Lebensstil Ă€ndert und aktiv bleibt, kommt besser zurecht und hat trotz seiner Erkrankung weiterhin eine hohe LebensqualitĂ€t", sagt Holbe. Denn um die Krankheit zu bekĂ€mpfen, sei es auch aus medizinischer Sicht notwendig etwas fĂŒr sich zu tun, sich selbst zu helfen. Allein die Einnahme von Medikamenten reicht hierbei in der Regel nicht aus.

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Gruppentraining und ErnÀhrungsumstellung

Um einen eigenverantwortlichen Umgang mit Osteoporose zu lernen, kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe sinnvoll sein. FĂŒr viele Betroffene bedeutet dieser Schritt, wieder etwas "selber in die Hand zu nehmen" und ist daher ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Therapie.

Um zu verhindern, dass die Knochensubstanz weiter schwindet, sei eine "Beratung zum Lebensstil" wichtig und stelle auch einen Weg dar, um aus der mit der Krankheit verbundenen Angst herauszukommen, sagt Holbe. Neben einer vitamin- und kalziumreichen ErnĂ€hrung gehöre hierzu auch sportliche BetĂ€tigung. Wichtig sei es, den Erkrankten die Angst zu nehmen, aktiv zu werden. In ĂŒber 300 Selbsthilfegruppen gebe es hierzu Sportangebote fĂŒr Osteoporose-Patienten, in denen ein gezieltes Funktionstraining unter Anleitung geschulter Therapeuten praktiziert werde.

Dieses dienen dazu, die Muskeln und Knochen zu stÀrken und werden in der Regel von den Krankenkassen gefördert. Dadurch kann der krankhafte Knochenabbau hÀufig gestoppt oder zumindest gebremst werden.

Emotional gestÀrkt und immer gut informiert

Eine Selbsthilfegruppe ist jedoch mehr als eine eine Sport- oder Interessengemeinschaft mit gemeinsamen FreizeitaktivitĂ€ten. Sie dient auch dazu, sich selbst und andere zu motivieren. Dieses psychologische Faktor spielt bei der BewĂ€ltigung der Krankheit, die bislang unheilbar ist, eine wesentliche Rolle. Viele empfinden es leichter, sich mit anderen Betroffenen ĂŒber Erfahrungen und Therapiemethoden auszutauschen als mit nicht erkrankten Menschen.

Auch komme es hĂ€ufig vor, dass Erkrankte bestimmte Medikamente nicht vertragen oder diese sogar eigenmĂ€chtig absetzten. Auch hier leistet die Selbsthilfegruppe einen wichtigen Beitrag, indem sie die Mitglieder ĂŒber die Wichtigkeit der medikamentösen Therapie ausfĂŒhrlich informieren und gegebenenfalls Kontakt zu Spezialisten herstellt.

Zudem profitieren die Mitglieder der Selbsthilfegruppen vom Erfahrungsaustausch mit anderen und sind in der Regel durch die aktuellen Informationsmaterialien und -veranstaltungen ĂŒber ihre Krankheit besser informiert als andere Betroffene. Ein weiterer Vorteil: Der OSD Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V., dem die regionalen Selbsthilfegruppen angeschlossen sind, ist in wichtigen gesundheitspolitischen Gremien vertreten und stellt so sicher, dass die Interessen der Betroffenen gewahrt werden und sich die Versorgungssituation der Osteoporose-Betroffenen verbessert

Wo finde ich eine Selbsthilfegruppe?

Bei der unĂŒbersichtlichen Zahl von Angeboten, ist es oft schwierig, die passende Gruppe in der NĂ€he zu finden. Denn Selbsthilfe oder Training mĂŒssen ja auch erreichbar sein.

Den besten Überblick haben die Krankenkassen vor Ort. Sie kennen das Angebot in der Region und können mit Adressen und Ansprechpartnern weiterhelfen. DarĂŒber hinaus stellt der OSD eine Datenbank zur VerfĂŒgung, die bei der Suche nach regionalen Selbsthilfegruppen hilfreich ist. Die meisten der genannten Gruppen bieten auch Funktionstraining als gezielte Osteoporose-Gymnastik.

Selbsthilfeförderung aus öffentlichen Mitteln

Falls es keine Selbsthilfegruppe in der NĂ€he gibt, besteht auch die Möglichkeit, eine eigene zu grĂŒnden. Oft zeigen auch Therapeuten Interesse, sich mit Betroffenen zusammenzuschließen. Dazu mĂŒssen Betroffene wissen: Gesundheitsbezogene Selbsthilfe kann durch die SozialversicherungstrĂ€ger finanziell gefördert werden. Denn sie schließt VersorgungslĂŒcken und stellt so einen wichtigen Bestandteil der deutschen Gesundheitslandschaft dar.

Voraussetzungen fĂŒr die UnterstĂŒtzung ist der enge Bezug zu medizinischen Erfordernissen. Die Förderung erfolgt auf der Grundlage des § 20h SGB V in Verbindung mit den vom GKV-Spitzenverband herausgegebenen FördergrundsĂ€tzen. NĂ€here Informationen finden sich im Leitfaden zur Selbsthilfeförderung des GKV-Spitzenverbandes. Weitere Tipps und Informationen fĂŒr Osteoporose-Betroffene, die eine Selbsthilfegruppe grĂŒnden wollen, stellt der OSD auf seinen Internetseiten zur VerfĂŒgung.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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