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Zungenbrennen: Das kann alles dahinter stecken

Von dpa
Aktualisiert am 04.02.2021Lesedauer: 2 Min.
Zungenbrennen: Vor allem Frauen in mittleren bis höheren Alter leiden an Zungenbrennen, das fachsprachlich auch Glossodynie genannt wird.
Zungenbrennen: Vor allem Frauen in mittleren bis höheren Alter leiden an Zungenbrennen, das fachsprachlich auch Glossodynie genannt wird. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn)
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Zungenbrennen ist lĂ€stig und unangenehm. Die Liste der Ursachen ist lang, eine einheitliche Therapie gegen die Beschwerden gibt es nicht. Manchmal helfen Medikamente – und manchmal Kaugummis.

Wenn die Zunge schmerzt, denkt man sich am Anfang oft nichts dabei – und dieses brennende GefĂŒhl kann auch nach einiger Zeit wieder von selbst verschwinden. Manchmal jedoch lĂ€sst es nicht nach und dehnt sich sogar auf Mundhöhle und Lippen aus.

Wann wird es bedenklich?

Der Internist und Gastroenterologe Prof. Ulrich R. Fölsch aus Kiel empfiehlt, zum Arzt zu gehen, wenn solche Beschwerden nicht innerhalb von vier bis fĂŒnf Tagen nachlassen.

Zwei bis drei von 100 Personen sind von Zungenbrennen betroffen, schÀtzt der Zahnmediziner und KieferorthopÀde Wolfgang Schmiedel. Vor allem Frauen im mittleren bis höheren Alter plagten die Beschwerden, merkt der ehemalige PrÀsident der Berliner ZahnÀrztekammer an.

Viele Ursachen möglich

Das Problem ist: Es gibt unzÀhlige mögliche Auslöser. Zum Beispiel kann ein Eisenmangel vorliegen. Oder hinter dem Zungenbrennen steckt eine allergische Reaktion auf ein Metall. Vielleicht reagiert die Schleimhaut auch auf bestimmte Substanzen in der Zahncreme?

Zu den hĂ€ufigsten krankheitsbedingten Ursachen gehört laut Schmiedel das Sjögren-Syndrom, das ist eine SpeicheldrĂŒsenunterfunktion. Aber auch Multiple Sklerose oder die chronische Schmerzerkrankung Fibromyalgie können mit Zungenbrennen einhergehen. Oft tritt es in Verbindung mit Diabetes mellitus, Sodbrennen oder einer chronischen DickdarmentzĂŒndung auf.

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Weitere mögliche Ursachen sind Störungen der SchilddrĂŒsenfunktion oder Leber- und Galleninfektionen. Infrage kommen zudem GeschwĂŒre der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches (Aphthen), eine ZahnfleischentzĂŒndung (Gingivitis), Karies oder Pilzerkrankungen.

Piercings oder Zahnprothesen?

Zungenbrennen: Bei Problemen mit der Zunge ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.
Zungenbrennen: Bei Problemen mit der Zunge ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle. (Quelle: Christin Klose/dpa)

"Die Irritationen können aber auch mechanischer Art sein, etwa verursacht durch Zahnprothesen oder hervorstehende FĂŒllungen", sagt Schmiedel. Ein Mangel an Vitamin B12, B9 oder C ist eine weitere denkbare Ursache. Missempfindungen an der Zunge zĂ€hlen auch zu möglichen Nebenwirkungen von manchen Medikamenten.

Und: "Nicht selten ist Zungenbrennen psychischer Natur", so Schmiedel. Die Störung kann ein körperliches Symptom einer Depression sein. Möglich ist auch, dass Zungenbrennen die Folge von Stress ist.

Erste Anlaufstelle Hausarztpraxis

Bei Beschwerden an der Zunge ist zunĂ€chst die HausĂ€rztin oder der Hausarzt die erste Anlaufstelle. "Oft bezieht der Hausarzt noch weitere Ärzte – etwa einen Zahnarzt, einen Neurologen oder einen Psychologen – ein, um die Diagnose abzuklĂ€ren", erklĂ€rt Fölsch, der Mitglied der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Innere Medizin ist.

Weil die möglichen Ursachen von Zungenbrennen so verschieden sind, gibt es keine einheitliche Therapie. Als Erstes ist der Auslöser zu identifizieren, danach richtet sich die Behandlung.

Geduld bei der Therapie

"Zungenbrennen kann wegen der ursĂ€chlich angelegten Therapie oft nur langsam geheilt werden", sagt Schmiedel. Patienten mĂŒssen also Geduld mitbringen. Diagnostiziert ein Arzt zum Beispiel ein Sjögren-Syndrom, ist es wichtig, die Speichelproduktion beispielsweise durch Bonbons oder Kaugummis anzuregen. Sind psychische Probleme die Hauptursache, kann eine kognitive Verhaltenstherapie erfolgversprechend sein.

"Kamille- oder Salbeitee können oft helfen, Beschwerden zu lindern", ergĂ€nzt Fölsch. Geht das Zungenbrennen mit starken Schmerzen einher, sorgen Schmerzmittel womöglich fĂŒr etwas Abhilfe.

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Manchmal hat das Zungenbrennen eine vergleichsweise harmlose Ursache: Zu viele heiße GetrĂ€nke oder sehr scharfe oder stark gesĂŒĂŸte Speisen zum Beispiel. Hier lasse sich einfach gegensteuern, so Schmiedel: Weniger davon trinken oder essen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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