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Corona-Studien: Wie gut schützen FFP2-Masken, wenn man sie öfter trägt?

In vielen Regionen verpflichtend  

Wie gut schützen FFP2-Masken, wenn man sie öfter trägt?

17.01.2022, 13:25 Uhr
Apothekerin zeigt, wie Sie Ihre Masken wirklich richtig tragen

Der Masken-Wahnsinn kann schon verwirrend sein. Im Gespräch mit t-online zeigt eine Apothekerin ganz praktisch wie Sie Ihre Masken wirklich richtig benutzen – und warum Sie Ihre Alltagsmaske wieder hervorholen dürfen. (Quelle: t-online)

Apothekerin zeigt: Diese Vorteile birgt die FFP2-Maske, so tragen Sie diese und die OP-Maske richtig, setzen den Mund-Nase-Schutz richtig auf und verstauen die Masken bestmöglich. (Quelle: t-online)


Sorge vor Omikron? Eine FFP2-Maske kann vor einer Ansteckung schützen. Aber funktioniert das bei wiederholtem Gebrauch ebenso gut wie beim ersten Tragen? Studien deutscher Forscher geben Aufschluss.

Die Zeit der Stoffmasken ist lange vorbei. Beim Einkaufen, im Büro oder in der Bahn ist das Tragen einer medizinischen Maske längst Pflicht. Vielerorts sind FFP2-Masken verpflichtend, in manchen Regionen werden auch einfache OP-Masken akzeptiert.

Eigentlich sind beide Maskenarten für den Einmalgebrauch vorgesehen, so steht es auch im Beipackzettel. Im Alltag sieht es aber meist ganz anders aus. Die meisten Menschen nutzen ihre Masken mehrmals – schließlich ist das bequem und spart Kosten.

Doch ist das angesichts der deutlich ansteckenderen Omikron-Variante eine gute Idee? Zwei Untersuchungen deutscher Wissenschaftler zeigen, wie wirksam FFP2-Masken generell vor Corona schützen und wie lange sie wiederverwendet werden sollten.

Wo ist das Tragen von FFP2-Masken Pflicht?

Einzelne Bundesländer haben wegen der Omikron-Variante ihre Corona-Maßnahmen verschärft. Für Bundesbürger gilt vielerorts nun eine FFP2-Maskenpflicht – etwa in Baden-Württemberg für den Einzelhandel, in der Gastronomie, in Museen und Bibliotheken. Die verschärfte FFP2-Maskenpflicht gibt es beispielsweise auch in Bayern und Hessen.

In Berlin müssen Bundesbürger seit 15. Januar in Bussen und Bahnen eine FFP2-Maske tragen. Auch Brandenburg führt diese Regelung für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein. Im Einzelhandel, in der Gastronomie und in der Kultur bleiben FFP2-Masken aber lediglich eine Empfehlung.

So hoch ist der Corona-Schutz von FFP2-Masken

Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation haben neue Belege dafür präsentiert, wie hoch die Schutzwirkung von FFP2-Masken vor einer Corona-Infektion ist. Dabei komme es vor allem auf die richtige Trageweise an, so die Wissenschaftler in ihrer Studie.

Wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Innenraum auf kurzer Distanz begegnen, liegt die Ansteckungsgefahr demnach auch nach 20 Minuten bei gut einem Promille (0,1 Prozent). Voraussetzung sei der korrekte Sitz der FFP2- oder KN95-Maske, schreibt das Team um Institutsdirektor Eberhard Bodenschatz in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Bei schlecht sitzenden FFP2-Masken betrage das Infektionsrisiko im gleichen Szenario dagegen rund vier Prozent, berechnete das Team. Für optimalen Schutz müsse der Nasenbügel zu einem "abgerundeten W" geformt werden, sodass er seitlich auf die Nasenflügel drückt. Bei OP-Masken reiche eine gute Passform noch, um die Infektionsgefahr auf maximal zehn Prozent zu senken.

Die Forscher ermittelten das Infektionsrisiko, indem sie verschiedenste Faktoren wie etwa Partikelgrößen, Physik beim Ausatmen, diverse Maskentypen und Risiko des Einatmens von Coronaviren kombinierten. "Im täglichen Leben ist die tatsächliche Infektionswahrscheinlichkeit sicherlich zehn- bis hundertmal kleiner", wird Bodenschatz in einer Mitteilung des Instituts zitiert. Denn die Atemluft, die an den Rändern aus der Maske strömt, werde verdünnt.

Die Forscher hätten das Risiko jedoch so konservativ wie möglich berechnen wollen. "Wenn unter diesen Bedingungen sogar das größte theoretische Risiko klein ist, ist man unter realen Bedingungen auf der ganz sicheren Seite", sagte Bodenschatz.

Im Gegensatz dazu steht das Ergebnis bei Begegnungen von zwei Personen, die keine Maske tragen: Wenn in diesem Fall ein gesunder Mensch mit drei Metern Abstand wenige Minuten in der Atemluft eines Infizierten stehe, werde er sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit anstecken, so die Forscher.

FFP2-Maske (Symbolbild): Die englische Abkürzung FFP steht für "filtering face piece". (Quelle: Getty Images/Vladimir Vladimirov)FFP2-Maske (Symbolbild): Die englische Abkürzung FFP steht für "filtering face piece". (Quelle: Vladimir Vladimirov/Getty Images)

Und wie lange hält die Schutzwirkung?

Ein Forscherteam der Hochschule München (HM) ist der Frage auf den Grund gegangen, ob eine mehrmals verwendete Maske ebenso gut vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützt wie beim ersten Tragen. Dazu wurden die Filterwirkung und der Atemwiderstand von 15 Maskenmodellen vor und nach einer 22-stündigen Gebrauchssimulation untersucht. 

Das Ergebnis: Bei 8 der 15 untersuchten FFP2-Masken führte der Versuch zu einer signifikanten Abnahme der Filterleistung. Die gemessenen Werte lagen den Forschern zufolge aber noch im vorgeschriebenen Normbereich.

Ein Maskenmodell hingegen konnte weder im fabrikneuen Zustand noch nach der Gebrauchssimulation die Norm bezüglich der Filterleistung erfüllen. "Solche Masken dürften eigentlich gar nicht erst in den Handel kommen", kritisierte der wissenschaftliche Projektleiter und Professor für Medizintechnik Christian Schwarzbauer. 

Der Atemwiderstand der Maskenmodelle habe sich durch die Gebrauchssimulation bei den meisten Modellen tendenziell verringert. "Die Masken bieten dadurch etwas mehr Atemkomfort, ansonsten ist das aber unproblematisch, da die Schutzwirkung trotzdem gegeben ist", sagte Schwarzbauer. 

Fast alle FFP2-Masken bieten Schutz auch bei mehrfachem Tragen

Schließlich haben 12 der 15 untersuchten FFP2-Masken den Labortest bestanden. "Wird eine FFP2-Maske nur für wenige Stunden am Tag bei moderater körperlicher Aktivität getragen, dann sehe ich hinsichtlich der Schutzwirkung und des Atemkomforts kein Problem, wenn diese Maske an mehreren Tagen wiederverwendet wird", schlussfolgerte Schwarzbauer. Aus hygienischen Gründen solle man die Maske nach dem Tragen aber nicht einfach in die Tasche stecken, sondern zum Trocknen aufhängen.

Verwendete Quellen:
  • Hochschule München: "Untersuchung zur Wiederverwendbarkeit von FFP2-Masken: Hält die Schutzwirkung?", 21. Dezember 2021
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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