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Paxlovid: Kann die Corona-Pille die Impfung ersetzen?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Anti-Corona-Pille: Die Ema hat die erste Tablette gegen das Virus zugelassen.
Anti-Corona-Pille: Die Ema hat die erste Tablette gegen das Virus zugelassen. (Quelle: Pfizer/dpa)
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Verschreibungspflichtig und kostenlos: Die Ema hat mit dem Corona-Medikament Paxlovid das erste Mittel zugelassen, das in Pillenform eingenommen werden kann. Was steckt hinter der Pille?

Das Wichtigste im ├ťberblick


  • Was ist Paxlovid?
  • Wer bekommt Paxlovid?
  • Welche Nebenwirkungen k├Ânnte Paxlovid ausl├Âsen?
  • Welches Medikament gibt es noch?
  • K├Ânnen Medikamente die Impfungen ersetzen?

Die EU-Arzneimittelbeh├Ârde Ema hat gr├╝nes Licht f├╝r die Zulassung des Medikaments Paxlovid gegen Covid-19 gegeben. Das Mittel des US-Herstellers Pfizer k├Ânne bei Patienten eine schwere Erkrankung nach einer Corona-Infektion verhindern, teilte die Ema am Donnerstag in Amsterdam mit. Nach der Zulassung ist dies das erste Medikament gegen Covid, das oral eingenommen werden kann. Die Pille gilt als sehr effektiv. Die EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen, das aber gilt als Formsache.


Corona-Sp├Ątfolgen: Diese Beschwerden treten h├Ąufig auf

Auch nach ├╝berstandener Corona-Infektion berichten einige Betroffene ├╝ber Sp├Ątfolgen. Mediziner sprechen bei diesen Auff├Ąlligkeiten vom Long-Covid- oder Post-Covid-Syndrom. Ein ├ťberblick ├╝ber m├Âgliche Symptome.
Kopfschmerzen: Oft wird auch von Kopfweh und Migr├Ąneattacken nach Covid-19 berichtet.
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Was ist Paxlovid?

Paxlovid ist ein Corona-Medikament in Tablettenform. Es kombiniert dabei den neuen Wirkstoff Nirmatrelvir mit dem Medikament Ritonavir, das bereits zur Behandlung von HIV-Patienten eingesetzt wird. Patienten nehmen ├╝ber einen Zeitraum von f├╝nf Tagen zweimal t├Ąglich zwei Tabletten Nirmatrelvir und eine Tablette Ritonavir zu sich.

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Die EU-Arzneimittelbeh├Ârde Ema unterst├╝tzte bisher bereits den Einsatz von Paxlovid f├╝r Notf├Ąlle. Damit konnte das Medikament bereits vor seiner Zulassung in der EU eingesetzt werden, die Entscheidung lag jeweils bei den nationalen Beh├Ârden. Das Bundesgesundheitsministerium in Deutschland arbeitet bereits an einer nationalen Zulassung. Nach Angaben von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wurden eine Million Packungen Paxlovid geordert, die im gesamten Jahr 2022 geliefert werden sollen. "Das Mittel eignet sich insbesondere f├╝r die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten", zitiert ihn das ├ärzteblatt.

Das Medikament wird vom Biontech-Partner Pfizer in Deutschland vor allem in Freiburg hergestellt. Dort soll Medienberichten zufolge bereits mit der Verpackung begonnen worden sein.

Wer bekommt Paxlovid?

Paxlovid wird bei Risikopatienten mit leichten bis mittelschweren Krankheitssymptomen eingesetzt und senkt laut Pfizer die Gefahr einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um knapp 90 Prozent. Das Medikament verringert die F├Ąhigkeit des Coronavirus, sich in den K├Ârperzellen zu vermehren und bremst damit die Weiterentwicklung der durch das Virus ausgel├Âsten Krankheit Covid-19.

Noch bis Ende April 2022 l├Ąuft eine Phase-III-Studie mit mehr als 2.200 Teilnehmern, die jeweils entweder mit dem Medikament oder einem Placebo behandelt werden. Die ersten Studienergebnisse sind der vfa zufolge positiv.

Pfizer-Chef Albert Bourla erkl├Ąrte bereits zur Notfallzulassung in den USA, Paxlovid werde "die Art und Weise ver├Ąndern, wie wir Covid-19 behandeln". Das Medikament werde "hoffentlich" helfen, das Gesundheitssystem und Krankenh├Ąuser zu entlasten.

Allerdings: Bei der aktuellen Zahl der t├Ąglichen Neuinfektionen k├Ânnte auch das Medikament schnell knapp werden. "Im Grunde genommen muss man das als eine Art Triagesituation bezeichnen", sagte Dominik Gro├č, Leiter des Instituts f├╝r Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Uni Aachen, gegen├╝ber welt.de, ├ärzte m├╝ssten dann entscheiden, welche Patienten mit der Anti-Corona-Pille behandelt w├╝rden und welche nicht.

Welche Nebenwirkungen k├Ânnte Paxlovid ausl├Âsen?

Wie das ├ärzteblatt berichtet, gibt es auch bei dem neuen Corona-Medikament m├Âgliche Nebenwirkungen wie:

  • Beeintr├Ąchtigung des Geschmackssinns
  • Durchfall
  • Bluthochdruck
  • Muskelschmerzen

Welches Medikament gibt es noch?

Auch der US-Pharmakonzern Merck Sharp & Dohme (MSD) hat mit Molnupiravir ein antivirales Medikament gegen das Coronavirus entwickelt. Dessen Wirksamkeit liegt laut Unternehmensangaben aber bei lediglich 30 Prozent. In Gro├čbritannien und D├Ąnemark wurde es bereits zugelassen. In den USA wird eine Notfallzulassung gepr├╝ft.

Paxlovid und Molnupiravir haben den Vorteil, dass Patienten die Pillen einfach bei sich zu Hause einnehmen k├Ânnen. Andere Mittel wie das antivirale Medikament Remdesivir m├╝ssen dagegen intraven├Âs und damit in Kliniken verabreicht werden.

K├Ânnen Medikamente die Impfungen ersetzen?

Alle Experten sind sich bisher einig, dass Corona-Medikamente zwar eine wichtige S├Ąule in der Bek├Ąmpfung der Pandemie bilden, nicht aber andere S├Ąulen wie die Impfungen ersetzen k├Ânnen. So sind Medikamente teurer als Impfungen und in der Anwendung h├Ąufig komplizierter.

Weitere Artikel


"Der gro├če Gamechanger sind sicherlich die Impfstoffe, nicht die Therapeutika", so der M├╝nchner Infektiologe Christoph Spinner gegen├╝ber welt.de. Therapeutika seien jedoch eine wichtige Erg├Ąnzung f├╝r "Menschen, die beispielsweise wegen einer chronischen Erkrankung nicht geimpft werden und damit keinen vergleichbaren Immunschutz aufbauen k├Ânnen".

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
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