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Ohrenschmerzen: Welche Ursachen dahinterstecken und was hilft

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Ursachen, Behandlung, wann zum Arzt  

Wie äußern sich Ohrenschmerzen und was hilft?

Ohrenschmerzen: Welche Ursachen dahinterstecken und was hilft. Ein Mann fasst sich ans schmerzende Ohr (Quelle: Getty Images/Aleksej Sarifulin)

Ohrenschmerzen können in jedem Alter auftreten. (Quelle: Aleksej Sarifulin/Getty Images)

Ohrenschmerzen können quälend sein. Während bei Kindern oft eine Entzündung im Ohr dahintersteckt, liegen die Ursachen bei Erwachsenen häufiger außerhalb des Ohrs. Was Ohrenschmerzen auslösen kann und wie sie behandelt werden.

Ohrenschmerzen sind grundsätzlich all jene Schmerzen, die im Innenohr oder äußeren Ohr (also im Gehörgang oder an der Ohrmuschel) auftreten. Vor allem Kinder sind häufiger von Ohrenschmerzen betroffen, aber auch Erwachsene können darunter leiden. Der Fachausdruck für Ohrenschmerzen lautet Otalgie.

Symptome: Wie äußern sich Ohrenschmerzen?

Meist treten Ohrenschmerzen einseitig auf; sie können jedoch auch beidseits vorkommen. Der Schmerzcharakter kann recht unterschiedlich sein: So fühlen sich Ohrenschmerzen etwa dumpf, scharf, brennend oder stechend an. In manchen Fällen tritt auch eine Art Völlegefühl oder Druckgefühl im Ohr auf.

Je nach Situation bestehen die Ohrenschmerzen ohne Unterbrechungen, schießen blitzartig ein, kommen und gehen, verstärken sich in bestimmten Situationen oder machen sich nur in bestimmten Situationen bemerkbar (zum Beispiel bei Schlucken oder beim Kauen).

Neben den Ohrenschmerzen treten möglicherweise weitere Symptome auf, etwa erkältungsartige Beschwerden wie Schnupfen oder Halsschmerzen. Manche Betroffene haben außer den Ohrenschmerzen auch geschwollene Lymphknoten, KopfschmerzenFieber, Ohrgeräusche (Tinnitus) oder hören schlechter.

Kleinkinder können ihre Beschwerden oft noch nicht richtig in Worte fassen. Hier ist es deshalb wichtig, dass Eltern auch auf andere Anzeichen achten, die darauf hindeuten können, dass etwas nicht stimmt. Wenn kleine Kinder beispielsweise nicht wie sonst auf Geräusche reagieren, sich häufig das Ohr reiben oder daran ziehen, kann das bei ihnen ein Hinweis auf Ohrenschmerzen sein. Kleinkinder mit Ohrenschmerzen sind zudem häufig quengelig und haben Schlafprobleme. Manche können auch das Gleichgewicht nicht so gut halten wie sonst oder verlieren den Appetit.

Ohrenschmerzen: Mögliche Ursachen

Ohrenschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Mit die häufigste Ursache von Ohrenschmerzen bei Kindern ist eine Mittelohrentzündung (Otitis media). Diese tritt vor allem im Winter gehäuft auf. Bei Erwachsenen sind Ohrenschmerzen hingegen oft fortgeleitet. Das heißt, sie entstehen durch nahe gelegene Strukturen, beispielsweise durch das Kiefergelenk, die Zähne oder die Halswirbelsäule.

Gut zu wissen
Liegt der Ursprung der Ohrenschmerzen im Ohr selbst, sprechen Fachleute von primärer Otalgie. Liegt die Ursache der Schmerzen außerhalb der Ohren, handelt es sich um eine sekundäre Otalgie.

Zu den möglichen Ursachen von Ohrenschmerzen zählen unter anderem:

  • Mittelohrentzündung
  • Entzündung oder Verletzung des äußeren Gehörganges (etwa nach Schwimmbadbesuch oder durch In-Ear-Kopfhörer, Wattestäbchen)
  • Innenohrentzündung
  • entzündete oder verletzte Ohrmuschel
  • Paukenerguss
  • Pickel im Gehörgang
  • Druckveränderungen im Ohr (wie etwa bei Flugreisen)
  • entzündete oder verschlossene Ohrtrompete
  • Ohrenschmalzpfropf
  • Fremdkörper im Ohr
  • Wasser im Ohr
  • Rachenentzündung
  • Mandelentzündung
  • Seitenstrangangina
  • Nebenhöhlenentzündung
  • Erkältung
  • vergrößerte Rachenmandeln
  • geschwollene Lymphknoten im Halsbereich
  • Kiefergelenksprobleme wie die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
  • Arthritis im Kiefergelenk
  • Trommelfellverletzung
  • Zahnprobleme
  • Trigeminusneuralgie
  • Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich

Ohrenschmerzen: Wann zum Arzt?

Bessern sich die Ohrenschmerzen nicht nach ein bis zwei Tagen, verstärken sie sich oder kommen neue Symptome hinzu (wie Rötungen, Schwellungen, Ausfluss aus dem Ohr, Fieber), sollten die Beschwerden so bald wie möglich abgeklärt werden, zum Beispiel in der kinderärztlichen, hausärztlichen oder HNO-ärztlichen Praxis. Das gilt insbesondere, wenn bei Kindern hohes Fieber auftritt.

Behandlung: Was hilft gegen Ohrenschmerzen?

Bei Ohrenschmerzen richtet sich die Behandlung vor allem nach der jeweiligen Ursache. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können Ohrenschmerzen vorübergehend lindern.

Bei einer Mittelohrentzündung etwa kommen in der Regel schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente sowie gegebenenfalls Antibiotika zum Einsatz.

Hat sich hinter dem Trommelfell Flüssigkeit oder Eiter angesammelt, kann es notwendig sein, das Trommelfell durch einen kleinen Schnitt zu öffnen und das aufgestaute Sekret abzusaugen.

Lösen vergrößerte Rachenmandeln immer wieder Mittelohrentzündungen und dadurch Ohrenschmerzen aus, kann es ratsam sein, diese operativ zu entfernen.

Ruft ein Ohrenschmalzpfropf die Ohrenschmerzen hervor, lassen diese in der Regel nach, sobald das Ohrenschmalz vom Arzt oder von der Ärztin entfernt wurde.

Wichtiger Hinweis
Ob bei Ohrenschmerzen, Ohrenjucken oder auch ganz ohne Ohrenbeschwerden: Führen Sie niemals Gegenstände ins Ohr ein (wie Wattestäbchen, Stricknadel etc.). Das kann zu schweren Verletzungen führen.

Ohrenschmerzen: Welche Hausmittel helfen?

Bei Ohrenschmerzen können Hausmittel die ärztliche Behandlung ergänzen, jedoch nicht ersetzen. Wärme empfinden viele Betroffene bei Ohrenschmerzen als angenehm und legen oder binden sich zum Beispiel ein wärmendes Tuch über das Ohr.

Manche versuchen die Ohrenschmerzen auch durch ein Zwiebelsäckchen zu lindern. Dabei schlägt man klein gehackte rohe Zwiebel in ein Tuch ein, erwärmt alles und legt sich das Zwiebelsäckchen dann aufs Ohr.

Um Fieber bei Ohrenschmerzen zu senken, können außerdem Wadenwickel zum Einsatz kommen. Bei diesem traditionellen Hausmittel wickelt man sich eine feucht-kühle (nicht eiskalte) Stofflage um die Waden und darüber eine trockene Stofflage.

Die Wirksamkeit solcher Hausmittel ist bei Ohrenschmerzen jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Das gilt ebenso für homöopathische Globuli.

Verwendete Quellen:
  • Online-Informationen des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte: www.hno-aerzte-im-netz.de (Abrufdatum: 27.12.2021)
  • Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 27.12.2021)
  • Ohrenschmerzen. Online-Informationen des MSD Manuals: www.msdmanuals.com (Stand: März 2021)
  • Earache. Online-Informationen der National Library of Medicine: medlineplus.gov (Stand: Januar 2020)
  • Mittelohrentzündung. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformation.de (Stand: 24.9.2019)
  • Earache. Online-Informationen der National Health Services: www.nhs.uk (Stand: 6.8.2019)
  • Earwood, J. S., et al.: Ear Pain: Diagnosing Common and Uncommon Causes. American Family Physician, Vol. 97, Iss. 1, pp. 20-27 (2018) 
  • Ohrenschmerzen. Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 22.4.2016)
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Ohrenschmerzen (PDF). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 053/009 (Stand: 1.11.2014)
  • Berres, I., et al.: Mythos oder Medizin. Heyne, München 2014
  • Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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