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Immunologe macht Hoffnung auf Ende der Pandemie

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 08.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Das Coronavirus unter dem Elektronenmikroskop: Endet die Pandemie in diesem Jahr?
Das Coronavirus unter dem Elektronenmikroskop: Endet die Pandemie in diesem Jahr? (Quelle: Panthermedia/imago-images-bilder)
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Die Corona-Politik der Bundesregierung wirkt chaotisch. Insbesondere der Gesundheitsminister steht in der Kritik. Dennoch könnte es dieses Jahr ein Happy End geben, glaubt ein Experte.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sorgt mit seiner Corona-Politik zunehmend für Verwirrung. Jüngstes Beispiel: Zunächst sollte die Pflicht zur Isolation zum Mai abgeschafft werden, dann ruderte der Minister zurück. Die Auflage zur Isolation bleibt bestehen. Die Quarantäne nach dem Kontakt zu einer infizierten Person hingegen wird fortan nur noch dringend empfohlen. Lässt sich das Virus so noch bremsen? t-online fragte den Immunologen Andreas Radbruch nach seiner Einschätzung.


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t-online: Herr Radbruch, wie haben Sie die Kommunikation von Herrn Lauterbach in den letzten Tagen wahrgenommen?

Andreas Radbruch: Ja, das war gelinde gesagt etwas unglücklich.

Aber was steckt denn hinter seinem Vorstoß, die Isolation erst freiwillig zu machen und dann wieder zurückzurudern? Da geht es doch um mehr als nur um die Überlastung der Gesundheitsämter, oder?

Ja, man muss vermuten, dass da auch gesellschaftliche Interessen dahinterstehen. Was eigentlich eines der Probleme seit Beginn der Pandemie war und jetzt unter der hoch ansteckenden Omikron-Variante mit hohen Inzidenzen deutlich verstärkt ist, ist, dass viele Arbeitnehmer gleichzeitig längere Zeit ausfallen, weil sie in Quarantäne müssen, selbst wenn sie nur leicht erkrankt sind.

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Der Zeitraum der Quarantäne ist ja so bemessen, dass möglichst sichergestellt ist, dass Infizierte andere nicht anstecken können. Das war das ursprüngliche Ziel, aber wir erleben ja heute, dass Omikron sich davon nicht sehr beeindrucken lässt.

Andreas Radbruch
Andreas Radbruch (Quelle: Gero Breloer)


Dr. Andreas Radbruch ist Immunologe und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin. Er berät u. a. auch den Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Herr Lauterbach hat als Begründung für seinen Rückzug angegeben, er wolle nicht den Eindruck vermitteln, Corona sei vorbei…

Es ist ein schwieriger Balanceakt. Einerseits wird ein Weg gesucht, um mit dem Virus zu leben. Das Virus verschwinden zu lassen, wird ja jetzt in China versucht, aber mit Methoden, die wir hier nicht wollen. Und es bleibt die Frage, was passiert, wenn China seine Grenzen wieder öffnet?

Alternativ bleibt eben das Konzept der schrittweisen, möglichst kontrollierten Durchseuchung. Das Virus wird endemisch, aber die Bevölkerung ist durch Impfen weitgehend vor schweren Krankheitsverläufen geschützt. So sieht es jetzt bei uns aus.

Geben wir die Kontrolle ganz auf, keine Hygienemaßnahmen und keine Quarantäne, dann legt das Virus eben für eine gewisse Zeit das Land lahm, alle sind krank. Herr Lauterbach hat recht: Es kommt auch auf unser Verhalten an.

Die Isolations- und die freiwillige Quarantänezeit werden zudem verkürzt. Was steckt dahinter?

Im Kern heißt das, es gilt, was auch bei normalen Erkältungen gelten würde: Wer krank ist, bleibt zu Hause. Die freiwillige Quarantäne ist praktisch kaum umzusetzen. Nicht jeder hat in seinem Beruf die Freiheit, sich bei wiederholten Infektionen im Umfeld jedes Mal isolieren zu können. Es kann ja auch als unkollegial verstanden werden, wenn der Krankenstand eh schon sehr hoch ist.

Nun kommen die Lockerungen in sehr dichter Abfolge: Erst fällt de facto die Maskenpflicht und der Bund erklärt sich für Anti-Corona-Maßnahmen nicht mehr zuständig. Und dann kommt der neue Vorstoß der Abschaffung der Quarantänepflicht …

Ja, das geht alles sehr schnell. Der Eindruck kann entstehen, dass Corona vorbei sei. Aber der Übergang in die Endemie ist ja gleitend und nicht sprunghaft.

Also ist Corona nicht vorbei?

Nein, aber offenbar hofft man, in der Kombination mit der Sommerpause, die das Virus hoffentlich einlegt, eine erhebliche Entspannung zu erreichen. Und die Durchseuchung mit Omikron in Kombination mit der hohen Quote an Geimpften bei den über 60-Jährigen ist da vielleicht kein schlechter Weg.

Ohne die Impfungen wären wir nicht auf diesem Weg …

Nein, mit zwei oder drei Impfungen wird der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen erheblich erhöht. Schon nach der zweiten Impfung ist der Schutz vor schwersten Erkrankungen über 95 Prozent, nach der dritten fast bei 99 Prozent. Die Impfstoffe sind super, sie schützen die Geimpften zuverlässig vor schwerer Krankheit, eben nur nicht sehr lange und gründlich vor einer Ansteckung.

Herr Radbruch, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Laura Stresing, Cem Özer, Sandra Simonsen
BundesregierungChinaCoronavirusKarl LauterbachSPD
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