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Ist es Hautkrebs? Atkinische Keratose und malignes Melanom

Ist es Hautkrebs?  

Atkinische Keratose und malignes Melanom erkennen

Von Alexandra Grossmann

18.03.2019, 15:25 Uhr
Ist es Hautkrebs? Atkinische Keratose und malignes Melanom. Malignes Melanom: Der Tumor verbindet sich mit den Blut- und Lymphbahnen. (Quelle: Getty Images/man_at_mouse)

Malignes Melanom: Der Tumor verbindet sich mit den Blut- und Lymphbahnen. (Quelle: man_at_mouse/Getty Images)

Muttermale, trockene Stellen und andere Veränderungen auf der Haut sind normal, doch manchmal können sie auch bösartig sein. Wie Sie Hautkrebs erkennen, wie er entsteht und welche Therapien es gibt, lesen Sie hier.

Fast 20.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an dem malignen Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt. Mit rund 200.000 Neuerkrankungen im Jahr ist der weiße Hautkrebs jedoch wesentlich häufiger. Hier unterscheiden Mediziner zwischen dem häufigerem Basallzell- und dem Plattenepitelkarzinom. Da Hautkrebs zunächst keine Beschwerden macht und ganz unterschiedlich aussehen kann, ist er manchmal schwer von gutartigen Hautwucherungen zu unterscheiden. Deshalb ist es wichtig, vorsichtig vor Sonnenstrahlen zu sein und regelmäßig zur Früherkennung zu gehen. Je eher der Krebs entdeckt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Anzeichen für Hautkrebs

Hautkrebs ist eine bösartige Wucherung der Hautzellen. Die gefährlichste Form ist der sogenannte schwarze Hautkrebs: Ein Drittel dieser Melanome entwickelt sich aus einem Leberfleck, fast alle auf der Haut. Entsprechend seinem Namen ist der schwarze Hautkrebs meist ein dunkel pigmentierter Tumor. Seltener ist das amelanotische Melanom ohne Pigmentierung, das überwiegend an den Händen oder  den Füßen auftritt. Melanome wachsen und verändern sich – darum empfiehlt es sich, gesunde Haut sowie bestehende Leberflecken regelmäßig zu beobachten. Neben Veränderungen der Form sind eine Zunahme der Größe, Juckreiz und Blutungen Alarmzeichen von Hautkrebs. Für die Selbsterkennung empfehlen Experten die ABCDE-Faustformel. Dabei stehen die Buchstaben jeweils für einen Parameter.

Die ABCDE-Regel für Laien

  • A für Asymmetrie: Wenn Muttermale oder Leberflecken ihre gleichmäßige, runde Form verlieren und ungleichmäßig, also asymmetrisch sind oder werden, könnte es sich um eine bösartige Form von Hautwucherung handeln.
  • B für Begrenzung: Muttermale und Pigmentflecken setzen sich scharf begrenzt und glatt von der umliegenden Haut ab. Sollten die Begrenzungen uneben, rau, ausgefranst oder verwischt wirken, sollte ein Hautarzt konsultiert werden.
  • C für Colorit, also Farbe: Jede Veränderung der Haut sollte beobachtet werden, auch die Farbe. Ist ein Muttermal oder auch eine trockene, raue Stelle von unterschiedlicher Farbe, so ist Vorsicht geboten. Ob verschiedene Helligkeit, Punkte oder Knötchen innerhalb des Mals, all dies kann auf Hautkrebs hinweisen.
  • D für Durchmesser: Normalerweise überschreiten Leberflecken und Muttermale eine gewisse Größe nicht. Ein Hautarzt kann beurteilen, ob ein Wachstum von fünf Millimetern oder mehr bösartig ist oder nicht.
  • E für Elevation oder Erhabenheit: Ein Muttermal oder eine Veränderung kann auf Krebs hinweisen, wenn sie sich stark vom Hautniveau abhebt. Ab einer Höhe von einem Millimeter sollten Sie aufmerksam werden.

 Zusätzlich zur Selbstuntersuchtung empfiehlt es sich, ab dem 35. Lebensjahr die Haut alle zwei Jahre im Rahmen des von den Krankenkassen empfohlenen Hautkrebsscreenings vom Arzt untersuchen zu lassen.

Ursachen für Hautkrebs

Die Ursache für Hautkrebs hängt meist mit intensivem und ungeschütztem Sonnenkontakt zusammen. Ultraviolette Strahlen (UV) im Sonnenlicht schädigen die Haut ebenso wie jene im Solarium, in Geräten zur Phototherapie etwa bei Neurodermitis oder in Geräten zum Aushärten von Kunststoff, die zum Beispiel beim Zahnarzt oder im Nagelstudio zum Einsatz kommen. Es heißt, die Haut merke sich jedes Sonnenbad – darum steigt das Risiko für Hautkrebs mit den Lebensjahren.

Melanom: Bei Hautkrebs verändert sich das Gewebe. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Benjamin Toth)Melanom: Bei Hautkrebs verändert sich das Gewebe. (Quelle: Benjamin Toth/Thinkstock by Getty-Images)

Weitere Ursachen sind eine genetische Disposition und der Kontakt mit bestimmten chemischen Stoffen, etwa Arsen. Ein geschwächtes Immunsystem kann ebenfalls zu bösartigen Hautwucherungen führen, in seltenen Fällen auch Narben oder Wunden.

Wer ist besonders gefährdet?

Als Faustregel gilt: Je heller der Hauttyp, desto gefährdeter der Mensch. Experten unterscheiden sechs verschiedene Typen:

  • Hauttyp I: Am gefährdetsten sind Menschen mit sehr heller Haut und hellen Augen, Sommersprossen und rotblondem Haar. Dieser Typ bekommt schnell einen Sonnenbrand, Sonnenstrahlung führt kaum zu einer Bräunung.
  • Hauttyp II: Helle Haut, Augen und Haar, weniger Sommersprossen und langsame Bräunung bei Sonnenstrahlung kennzeichnen diesen hellhäutigen europäischen Typ.
  • Hauttyp III: Der dunkelhäutige europäische Typ hat mittelhelle Haut, helle oder dunkle Augen und braunes Haar. Diese Menschen bekommen seltener einen Sonnenbrand als Typ I und II, die Haut bräunt sich bei einem Sonnenbad.
  • Hauttyp IV: Beim Mittelmeer-Typus bräunt sich die Haut, Sonnenbrände sind eher selten. Die Haut ist von sich aus bräunlich, die Augen sind braun, das Haar braun oder schwarz.
  • Hauttyp V: Diese Menschen haben dunklere, kaum empfindliche Haut, dunkle Augen und schwarzes Haar. Sie bekommen selten einen Sonnenbrand.
  • Hauttyp VI: Am wenigsten sind dunkelhäutige Menschen gefährdet durch Sonnenstrahlen. Ihre Haut ist fast schwarz, ebenso wie die Haare, die Augen sind dunkelbraun. Ungeschützt bekommen sie erst nach etwa 90 Minuten einen Sonnenbrand.

Schwarzer Hautkrebs – das maligne Melanom

Das maligne Melanom tritt in Deutschland immer häufiger auf: derzeit erkranken jedes Jahr rund 20.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs, fünf Mal mehr als noch in den siebziger Jahren. Oft entwickelt es sich aus bereits vorhandenen Muttermalen. Etwa 3.000 Patienten sterben jährlich an den Folgen dieser Form von Krebs. Dabei steigt zwar der Erkrankungsrisiko mit dem Alter, doch auch jüngere Menschen sind immer häufiger betroffen.

Schwarzer Hautkrebs: UV-Licht kann Mutationen in der DNA und damit Krebs verursachen. (Quelle: Getty Images/selvanegra)Schwarzer Hautkrebs: UV-Licht kann Mutationen in der DNA und damit Krebs verursachen. (Quelle: selvanegra/Getty Images)

Diese Krebsart ist besonders gefährlich. Sie Es tritt bei Männern oft am Rücken, bei Frauen an den Unterschenkeln auf und bildet besonders stark und schnell Tochtergeschwülste, Metastasen. Dabei lösen sich Tumorzellen vom Geschwür und dringen in die Lymphknoten ein, wo sie neue Krebsgeschwüre bilden können. Über Lymph- und Blutbahnen können sie aber auch in andere, entferntere Körperteile gelangen und dort zu Tumoren anwachsen. Deshalb ist es beim schwarzen Hautkrebs besonders wichtig, dass er frühzeitig erkannt und vollständig entfernt wird. Jedes Abwarten erhöht das Risiko des Streuens und der Bildung von Metastasen.

Weißer Hautkrebs – das Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom ist mit mehr als 150.000 Erkrankungen im Jahr der häufigste Hautkrebs und verteilt sich etwa gleichermaßen auf Männer und Frauen. Es wird meist ab dem 50. bis 60. Lebensjahr erkannt und ist zuvor langsam über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte entstanden. Zwar kann es überall am Körper auftreten, häufig sind aber das Gesicht, der Nacken oder die Hände betroffen, weil hier die längste Zeit Sonnenstrahlen aufkommen. Auch auf der Stirn, Schultern und Unterarmen kommen die Karzinome vor.

Weißer Hautkrebs: Häufig bei hellhäutigen, älteren Menschen. (Quelle: imago images/Science Photo Library)Weißer Hautkrebs: Häufig bei hellhäutigen, älteren Menschen. (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Das Basaliom hat viele Erscheinungsformen. Anfangs sieht es häufig wie ein Pickel aus, ein Knötchen mit milchiger, glatter Oberfläche, eine kleine Narbe oder Verletzung. Häufig bilden sich Mulden mit einem erhabenen Rand. Weil das Basalzellkarzinom so unterschiedlich aussehen kann, wird es häufig nicht als solches erkannt. Ist die Diagnose aber gestellt, soll das Basaliom operativ entfernt werden. Es ist ohne Vorstufen ein Tumor, der flächig und ins Gewebe hinein wächst. Es bildet allerdings kaum Metastasen.

Plattenepithelkarzinom und atkinische Keratose

Das Plattenepithelkarzinom trifft hierzulande fast 100.000 Menschen im Jahr, mit steigender Tendenz, Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Meist wird diese Krebsart bereits in einer Vorstufe erkannt, bevor sie zu einem Tumor angewachsen ist. Diese Vorstufe nennt sich aktinische Keratose. Sie ist noch nicht bösartig und tritt an Körperstellen auf, die besonders oft der Sonne ausgesetzt waren, etwa Nase, Stirn und Schläfen sowie Nacken und Handrücken. Gewisse Berufsgruppen sind gefährdeter als andere, zum Beispiel Gärtner, oder auch Menschen, die sich generell viel draußen aufgehalten haben.

Die aktinische Keratose äußert sich als gerötete Hautstelle, die zunächst kommt und geht. An der Oberfläche fühlt sie sich krustig an oder auch wie Sandpapier, die Haut ist empfindlich. Die aktinische Keratose sollte nach der Diagnose entfernt werden, je nach Größe und Lage geschieht dies chirurgisch, per Laser oder einer Ring-Kürette. Vereisen, chemisches Peeling, Bestrahlung oder eine lokale Chemotherapie sind ebenfalls möglich. In jedem Fall sollte die aktinische Keratose behandelt werden, solange sie sich noch nicht zu einem Plattenepithelkarzinom entwickelt hat. Ab einem Durchmesser von etwa einem Zentimeter können sich Metasasen bilden, die andere Körperteile befallen können.


Schwarzer Hautkrebs gilt als besonders agressiv und gefährlich, Basaltell- und Plattenepithelkarzinom sind weniger gefährlich. Dennoch handelt es sich in allen Fällen um Krebs – deshalb sollten Sie bei jeder Veränderung Ihrer Haut einen Arzt aufsuchen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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