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Krebs: Schon eine mutierte Zelle reicht aus

Krebs  

Schon eine mutierte Zelle reicht für die Krebserkrankung aus

05.02.2013, 10:56 Uhr | akl

Krebs: Schon eine mutierte Zelle reicht aus. Krebszellen: Bereits eine einzige mutierte Zelle reicht aus, um den Krebs wachsen zu lassen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Krebszellen: Bereits eine einzige mutierte Zelle reicht aus, um den Krebs wachsen zu lassen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fast jeder kennt in seinem Freundes- oder Familienkreis jemanden, der an Krebs erkrankt ist. Dabei zählen Brust-, Prostata- und Darmtumore nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft zu den häufigsten Krebsarten. Doch die wenigsten wissen, dass bereits eine einzige mutierte Zelle für das Krebswachstum ausreicht. Warum die Erkrankung so tückisch ist.

Jede Zelle hat ein empfindliches Gleichgewicht

Krebs ist eine Erkrankung des Erbguts. Das heißt, er entsteht durch nicht zu reparierende Schäden in unseren Genen. Hierbei mutiert eine bestimmte Körperzelle zu einer unkontrolliert wachsenden Tumorzelle. Wissenschaftler unterscheiden drei Gen-Gruppen, die an der Krebsentstehung beteiligt sind: Das sind die sogenannten Onkogene, Tumorsuppressor-Gene sowie Reperaturgene.

Die Onkogene und die Tumorsuppressor-Gene kommen in allen gesunden Körperzellen vor, erklärt die Deutsche Krebsgesellschaft. Sie kontrollieren die Zellreifung. Dabei fördern die Onkogene das Zellwachstum. Die Tumorsuppressor-Gene hingegen unterdrücken das Wachstum. Gerate dieses genetische Kontrollsystem aus dem Takt, entarte die Zelle und es entstehe ein unkontrolliert wachsender Tumor.

Reparaturgene gleichen Schäden aus

Damit das nicht passiert, gibt es die Reparaturgene. Sie erkennen Schäden und gleichen diese aus. Wird das Reparatursystem allerdings aus irgendeinem Grund gestört, häufen sich die geschädigten Gene an. Die Folge sind oftmals sogar mehrere Tumore, die zeitgleich oder nacheinander entstehen, sagt die Deutsche Krebsgesellschaft. Und: je älter wir werden, desto anfälliger ist dieses System. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren.

Drei Risiko-Gruppen für Krebs

Doch wodurch gerät das empfindliche Gleichgewicht unserer Körperzellen aus dem Takt? Experten zählen chemische Substanzen, Viren sowie Strahlen zu den Krebserzeugern. Diese schaden den gesunden Zellen. Experten zufolge kommt den chemischen Substanzen die bedeutendste Rolle zu: Das unbestritten wichtigste chemische Karzinogen ist der Tabakrauch, warnt die Deutsche Krebsgesellschaft.

Dabei sei Tabakrauch kein krebserzeugender "Einzelfaktor", sondern zeige, wie verschiedene Stoffe eine Zelle gemeinsam entarten lassen können. Aber auch Nitrosamine, Schimmelpilzgifte sowie Alkohol zählen zu den chemischen Risikofaktoren.

Gefährliche Viren und Strahlenbelastung

Zu den viralen Gefahren zählen beispielsweise Hepatitis-Viren, die Leberzellkrebs auslösen können sowie humane Papillomaviren, die häufig zu Gebärmutterhalskrebs führen. Ist die Haut gefährlichen UV-Strahlen ausgesetzt, beispielsweise durch Sonnenbaden oder den Gang zum Solarium, ist häufig Hautkrebs die Folge. Radioaktive Strahlung hingegen kann zu Blutkrebs führen.

Rund zehn Prozent der Krebserkrankungen sind erblich bedingt

Der Deutschen Krebshilfe zufolge sind zwischen fünf bis zehn Prozent aller Krebserkrankungen auf erbliche Veranlagungen zurückzuführen. Dabei wird aber nicht der Krebs selbst vererbt, sondern die Veranlagung, an ihm zu erkranken. Dies sei besonders bei Dickdarmkrebs, Brustkrebs sowie Eierstockkrebs zu beobachten. Doch auch wenn die Gendefekte in den Keimzellen genetisch weitergegeben werden, muss kein Tumor entstehen.

Dies begründet die Deutsche Krebshilfe folgendermaßen: Im Organismus sei für jedes Gen eine Sicherungskopie vorhanden. Erst wenn im Laufe des Lebens diese Sicherungskopie geschädigt wird, entstehe ein Tumor.

Krebs ist nicht ansteckend

Vielen Gerüchten zum Trotz: Krebs ist keine Infektionskrankheit und somit auch nicht ansteckend. Selbst dann nicht, wenn Krankheitserreger an der Krebsentstehung beteiligt sind. Zudem sind Tumorzellen auch nicht von einem Menschen auf den anderen übertragbar. Ansteckend sei höchstens die Infektion, die die infrage kommenden Krankheitserreger auslösen. Doch nie die Tumorerkrankung selbst, erklärt das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Selbst wenn die krebserregenden Krankheitserreger direkt von Mensch zu Mensch übertragbar seien, so müssten viele weitere Faktoren hinzu kommen, bis das Erbmaterial einer Zelle durch Keime so geschädigt werde, dass sie tatsächlich zur Tumorzelle wird, so die weitere Erklärung.

Zudem würden die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens eine Infektion mit diesen Virusformen durchmachen, ohne jemals an Krebs zu erkranken. Oftmals lösen die Viren nicht einmal Symptome bei den Betroffenen aus.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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