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Hausmittel gegen Nagelpilz: Was bringen Essig und andere Mittel wirklich?


Hausmittel gegen Nagelpilz: Was hilft wirklich?


Aktualisiert am 11.10.2023Lesedauer: 4 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Fußnägel: Viele versuchen, Nagelpilz mit Hausmitteln zu bekämpfen.Vergrößern des Bildes
Viele versuchen, Nagelpilz mit Hausmitteln zu bekämpfen. Doch in der Regel verschwindet der Pilz dadurch nicht. (Quelle: robertprzybysz/getty-images-bilder)

Teebaumöl, Apfelessig oder Backpulver: Die Liste der Hausmittel gegen Nagelpilz ist lang. Hier erfahren Sie, wie erfolgversprechend sie sind.

Nagelpilz (Onychomykose) ist in der Regel nicht gefährlich. Allerdings sehen die verdickten oder brüchigen, gelblich bis bräunlich verfärbten Nägel einfach unschön aus. Nur selten bildet sich Nagelpilz von allein zurück. Im Gegenteil: Bleibt er unbehandelt, breitet er sich immer weiter aus.

Viele Betroffene scheuen die oft monatelange Behandlung mit medizinischen Cremes, Lacken oder Tabletten – etwa weil sie Nebenwirkungen befürchten oder weil ihnen der Besuch in der Arztpraxis unangenehm ist. Stattdessen versuchen sie, den Pilz mit Hausmitteln loswerden. Aber inwieweit helfen Teebaumöl, Essig & Co. überhaupt? Und welche Risiken können solche Hausmittel bergen? Das erfahren Sie in den folgenden Kapiteln.

Teebaumöl als Hausmittel gegen Nagelpilz

Als Hausmittel ist Teebaumöl äußerst beliebt – nicht nur gegen Nagelpilz. Durch seine keimabtötenden und entzündungshemmenden Eigenschaften soll es unter anderem gegen Akne, Lippenherpes oder Warzen helfen.

Teebaumöl wird aus dem australischen Teebaum Melaleuca alternifolia gewonnen. In Internetshops, Apotheken und Drogerien sind zahlreiche Produkte mit Teebaumöl in verschiedenen Konzentrationen erhältlich. Zudem ist das Öl in diversen Kosmetik- und Pflegepräparaten zu finden, zum Beispiel in Cremes oder Anti-Pickel-Stiften.

Zur Behandlung von Nagelpilz lautet die Empfehlung häufig, den befallenen Nagel mehrmals täglich mit Teebaumöl zu bestreichen, zum Beispiel mithilfe eines Wattestäbchens. Alternativ könne ein Hand- oder Fußbad mit zugesetztem Teebaumöl helfen. Manche empfehlen auch, einige Tropfen des Öls auf dem Nagel zu verreiben.

Aber hilft das? Eine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage fehlt bislang. Ob Teebaumöl dem Nagelpilz zuverlässig zu Leibe rückt, ist nicht abschließend anhand von Studien bewiesen. Als Arzneimittel ist Teebaumöl daher nicht zugelassen.

Mögliche Risiken von Teebaumöl als Hausmittel

Wer dennoch einen Versuch mit Teebaumöl starten möchte, sollte über mögliche gesundheitliche Risiken des Hausmittels informiert sein. Dazu zählen allergische Reaktionen und Hautreizungen, die insbesondere nach der Anwendung von hochkonzentriertem oder unverdünntem Teebaumöl entstehen können. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme hin.

Bei älteren und/oder nicht lichtgeschützt gelagerten Teebaumöl-Produkten sollten Anwenderinnen und Anwender besonders vorsichtig sein, so das BfR. Sauerstoff und Lichteinfluss verändern im Laufe der Zeit einige der Inhaltsstoffe, was das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöht.

Wichtiger Hinweis

Wenn Sie Teebaumöl auf Haut und Nägel auftragen möchten, sollten Sie es nicht übertreiben. Tragen Sie das Öl nicht in konzentrierter Form auf. Personen, die zu Hautirritationen oder Allergien neigen, sollten auf die Anwendung von Teebaumöl besser verzichten.

Essig als Hausmittel gegen Nagelpilz

Essig ist sauer, während Pilze eher ein basische Umgebung bevorzugen. Daher halten viele dieses Hausmittel für gut geeignet, um Nagelpilz dauerhaft loszuwerden. Ganz weit oben auf der Empfehlungsliste steht Apfelessig. Aber auch gewöhnlicher Haushaltsessig soll den Pilz abtöten können.

Zur Selbstbehandlung soll es hilfreich sein, einen mit Essig getränkten Wattebausch mehrmals täglich auf die befallenen Stellen aufzutragen. Alternativ können es Betroffene mit einem 10 bis 15-minütigen Fuß- bzw. Handbad versuchen. Dieses besteht aus lauwarmem Wasser und (Apfel-)Essig.

Für einen schnellen Erfolg setzen manche auf Essigessenz, die sie direkt auf den Nagel auftragen. Doch Vorsicht: Essigessenz ist hoch konzentriert. Der hohe Säuregehalt kann zu Hautreizungen führen.

Doch ist Essig tatsächlich ein geeignetes Hausmittel bei Nagelpilz? Wie beim Teebaumöl gilt: Die Wirksamkeit von Apfelessig oder anderen Essigformen gegen Nagelpilz ist bislang nicht ausreichend erforscht.

Backpulver, Zahnpasta, Zitrone & Co.

Neben Essig und Teebaumöl gibt es viele weitere Hausmittel, die gegen Nagelpilz wirken sollen. Ihre Wirkung ist jedoch nicht erwiesen. Dazu zählen etwa

  • Backpulver/Natron: Das Pulver wird mit Wasser verrührt, bis eine zählflüssige Masse entstanden ist. Diese wird anschließend mehrmals täglich über einen längeren Zeitraum auf den Nagel aufgetragen.
  • Zitrone: Die Säure im frischen Zitronensaft soll eine pilzabtötende Wirkung haben und in wenigen Wochen zum Erfolg führen. Dabei soll es ausreichen, den Nagel zweimal täglich mit frischem Zitronensaft zu bepinseln.
  • Zahnpasta: Gegen Nagelpilz soll vor allem das in der Zahnpaste enthaltene Fluorid wirken. Wer eine fluoridhaltige Zahnpasta auf die befallenen Nägel aufträgt, soll nach einiger Zeit seinen Pilz los sein.
  • Knoblauch: Eine aufgeschnittene Knoblauchzehe, mit welcher der Nagel eingerieben wird, soll ebenfalls gegen Nagelpilz helfen.

Darüber hinaus kursieren nahezu unzählige weitere Hausmittel wie zum Beispiel Alkohol oder Eigenurin.

Wichtiger Hinweis

Ob diese Hausmittel tatsächlich gegen Nagelpilz helfen und wenn ja, in welcher Dosierung, ist unklar. Ihre Wirkung ist bislang nicht ausreichend durch wissenschaftliche Studien untersucht worden, oder die durchgeführten Studien wiesen methodische Mängel auf. Ebenfalls nicht erwiesen ist der Nutzen von natürlichen Heilmitteln aus der Apotheke oder dem Internet, die Säuren (wie Essig- oder Milchsäure) oder Öle (zum Beispiel Teebaum- oder Lavendelöl) enthalten.

Nagelpilz: Hausmittel oder Arztbesuch?

Bei Anzeichen von Nagelpilz suchen Sie am besten immer eine Ärztin oder einen Arzt auf. Sie oder er kann den Pilz zuverlässig erkennen und professionell behandeln. Da nicht erwiesen ist, ob oder wie gut Hausmittel gegen Nagelpilz tatsächlich helfen, ist die ärztliche Behandlung die sicherste Variante, um den Pilz loszuwerden.

Gegen eine längerfristige alleinige Behandlung mit Hausmitteln sprechen verschiedene Gründe:

  • Verwechslungsgefahr: Laien können nicht sicher sein, ob es sich bei den Beschwerden tatsächlich um Nagelpilz handelt. Möglicherweise wird so eine ernsthafte Hauterkrankung übersehen, etwa Hautkrebs.
  • Ansteckungsgefahr: Nagelpilz ist ansteckend. Zum Schutz der Mitmenschen sollten Betroffene daher nicht lange herumexperimentieren, sondern eine professionelle Behandlung anstreben.
  • Gefahr, dass sich der Pilz ausbreitet: Die Wirkung der klassischen Nagelpilz-Hausmittel wie Essig, Teebaumöl oder Backpulver ist nicht belegt. Ohne wirksame Behandlung breitet sich der Pilz jedoch immer weiter aus – was eine professionelle Therapie unter Umständen deutlich verlängert.

Nicht zuletzt gilt: Lassen Sie bei Hausmitteln Vorsicht walten. Auch vermeintlich harmlose Präparate können zu unerwünschten Wirkungen wie Hautreizungen oder Allergien führen – und eventuell weitere Beschwerden nach sich ziehen.

Selbstbehandlung mit Nagellack

Wer auf Selbstbehandlung setzen möchte, kann in leichten Fällen von Nagelpilz auf rezeptfreie Nagellacke aus der Apotheke zurückgreifen. Diese enthalten Antipilzmittel wie Ciclopirox oder Amorolfin.

Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Hautrötungen, Juckreiz oder allergische Reaktionen. Bildet sich der Pilz nicht zurück oder sind Sie unsicher, ob es sich überhaupt um Nagelpilz handelt, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.

Eine äußerliche Behandlung reicht jedoch häufig nicht aus, um den Nagelpilz loszuwerden. Daher sind oft Tabletten nötig.

Was Tabletten bewirken

Tabletten mit Wirkstoffen wie Itraconazol oder Terbinafin müssen über mehrere Wochen oder Monate eingenommen werden, um den Pilz zu beseitigen.

Zu möglichen Nebenwirkungen zählen Magen-Darm-Probleme. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können auftreten. Zudem können in sehr seltenen Fällen Leberschäden entstehen. Mehr zur professionellen Behandlung von Nagelpilz erfahren Sie hier.

Fazit

Bei Nagelpilz schwören manche auf Hausmittel wie Apfelessig, Backpulver oder Teebaumöl. Die Wirkung dieser Mittel ist jedoch nicht erwiesen. Auch können manche Hausmittel unerwünschte Wirkungen haben. Da Nagelpilz sehr hartnäckig ist, empfiehlt sich eine professionelle Behandlung mit Nagellack und/oder Tabletten, um den Pilz endgültig loszuwerden.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Nagelpilz (Tinea unguium). Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 15.5.2023)
  • Nagelpilz. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 16.11.2022)
  • Tea Tree Oil. Online-Informationen der Mayo-Clinic: www.mayoclinic.org (Stand: 14. November 2020)
  • Nenoff, P., et al.: "S1-Leitlinie Onchyomykose". AWMF-Leitlinienregister-Nr. 013-003 (Stand: 12.5.2022)
  • Tea Tree Oil. Online-Informationen des National Center for Complementary and Integrative Health: nccih.nih.gov (Stand: Oktober 2020)
  • Nagelpilz: Öle und Säuren als Pilzkiller? Online-Informationen des Departments für evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Donau-Universität Krems sowie von Cochrane Österreich: www.medizin-transparent.at (Stand: 2.11.2017)
  • Melaleucae aetheroleum. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: April 2016)
  • Crawford F, Hollis S.: Topical treatments for fungal infections of the skin and nails of the foot. Cochrane Database of Systematic Reviews, No. CD001434 (18.7.2007)
  • Verwendung von unverdünntem Teebaumöl als kosmetisches Mittel (PDF). Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR): www.bfr.bund.de (1. September 2003)
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