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Muskelfaserriss – wie lässt sich die Heilung beschleunigen?


Hilfreiche Maßnahmen
Muskelfaserriss – wie lässt sich die Heilung beschleunigen?


Aktualisiert am 17.06.2024Lesedauer: 3 Min.
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Neben einer Trainingspause gibt es nach einem Muskelfaserriss einige Maßnahmen, die die Heilung unterstützen können – beschleunigen lässt sich diese aber wahrscheinlich nicht. (Quelle: Hybrid Images/getty-images-bilder)

Die Heilung eines Muskelfaserrisses kann je nach Ausmaß viele Wochen in Anspruch nehmen. Was können Betroffene tun, um die Regeneration zu beschleunigen?

Ein Muskelfaserriss ist eine typische Sportverletzung: Wird ein Muskel plötzlich heftig beansprucht und dabei unbeabsichtigt über seine Belastungsgrenze hinweg gedehnt, kann es zur Zerrung kommen – oder zum Muskelfaserriss.

Solch eine Verletzung verheilt in der Regel von selbst. Gerade bei einem ausgeprägten Muskelfaserriss kann es aber einige Wochen dauern, bis der betroffene Körperteil wieder einsatzfähig ist. Das stellt die Geduld der verletzten Person mitunter allzu sehr auf die Probe – insbesondere, wenn sie es gewohnt ist, oft und regelmäßig Sport zu treiben, oder dies gar ihr Job ist.

In diesem Fall kommt womöglich die Frage auf, ob und wie sich die Heilung des Muskelfaserrisses beschleunigen lässt.

Muskelfaserriss – diese Maßnahmen unterstützen die Regeneration

Direkt nach dem Unfall sollte der betroffene Körperteil entlastet, gekühlt, hochgelagert und mit einem elastischen Verband umwickelt werden. Genaueres zu den Sofortmaßnahmen erfahren Sie im Artikel "Pech"-Regel befolgen: Was tun bei Muskelfaserriss? Diese Maßnahmen können helfen.

Danach ist ein Besuch in einer orthopädischen Praxis wichtig. Denn nur eine Ärztin oder ein Arzt kann beurteilen, ob es sich bei der Verletzung wirklich um einen Muskelfaserriss handelt. Je nach Art und Ausmaß der Verletzung kann sie oder er dann einschätzen und erklären, welche Maßnahmen zur Behandlung geeignet sind.

Normalerweise beginnt diese mit einer Pause: In den ersten Stunden und Tagen gilt es, den verletzten Muskel zu entlasten, damit sich die Verletzung nicht verschlimmert und die beginnende Regeneration nicht gestört wird.

Absolute Schonung ist aber meist nur für etwa drei bis fünf Tage nötig und sinnvoll. Danach kann die oder der Betroffene beginnen, den Muskel wieder vorsichtig zu beanspruchen – sofern die Orthopädin oder der Orthopäde dazu rät und die Schmerzen es zulassen. Fachleute gehen davon aus, dass dies die Bildung neuer Blutgefäße und Nerven im heilenden Gewebe fördert, sodass es nicht vernarbt.

Als zuträglich gelten zunächst sogenannte isometrische Übungen, bei denen der Muskel angespannt wird, ohne den Körperteil zu bewegen. Wenn diese Übungen problemlos durchführbar sind, kann die oder der Verletzte versuchen, den Muskel im Rahmen zunehmend intensiverer Übungen immer stärker zu beanspruchen. Geeignete Übungen kann die Orthopädin oder der Orthopäde empfehlen. Alternativ kann sie oder er eine Physiotherapie verordnen, die die oder den Betroffenen bei der Rehabilitation unterstützt.

Lässt sich die Heilung durch weitere Maßnahmen beschleunigen?

Nach aktuellem Kenntnisstand kann ein Muskelfaserriss am besten heilen, wenn der Muskel zunächst geschont und anschließend wieder vorsichtig trainiert wird. Die Trainingsintensität gilt es dabei allmählich zu intensivieren, wobei sich jede Steigerung am individuellen Heilungsverlauf orientieren sollte: Verursacht eine Übung Schmerzen, ist es dafür sehr wahrscheinlich noch zu früh. Die betroffene Person sollte dann zunächst mit leichteren Übungen fortfahren, bis die Heilung so weit fortgeschritten ist, dass der Muskel den intensiveren Übungen gewachsen ist.

Jenseits dieser klassischen Maßnahmen zur Regeneration gibt es noch weitere Verfahren, die die Heilung eines Muskelfaserrisses beschleunigen sollen. Dazu zählen etwa:

  • Ultraschalltherapie
  • Wärmetherapie
  • Kinesiotapes
  • Infiltrationstherapien, bei denen Arzneien oder auch Blutbestandteile der oder des Verletzten in den Muskel gespritzt werden, um dessen Heilung zu beschleunigen

Zum Einsatz kommen diese Methoden vor allem im Profisport. Ob und inwieweit sie tatsächlich helfen, ist allerdings unklar: Ihre Wirksamkeit wurde noch nicht ausreichend untersucht. Darum wird bisher noch keines dieser Verfahren von der Krankenkasse bezahlt.

Fazit

Die Heilung eines Muskelfaserrisses kann mehrere Wochen dauern. Um sie zu fördern, ist es empfehlenswert, den Muskel anfänglich konsequent zu entlasten und anschließend vorsichtig und mit allmählich steigender Intensität wieder zu trainieren. Abgesehen davon gibt es keine Methode, die die natürliche Heilung erwiesenermaßen beschleunigen kann.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 26.5.2023)
  • Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Abrufdatum: 26.5.2023)
  • Poudel, B., et al.: "Hamstring Injury". StatPearls, Treasure Island (FL), StatPearls Publishing (August 2022)
  • Kiel, J., et al.: "Adductor Strain". StatPearls, Treasure Island (FL), StatPearls Publishing (Juni 2022)
  • Ishøi, L., et al.: "Diagnosis, prevention and treatment of common lower extremity muscle injuries in sport - grading the evidence: a statement paper commissioned by the Danish Society of Sports Physical Therapy (DSSF)". British Journal of Sports Medicine, Vol. 54, Iss. 9, pp. 528-537 (Mai 2020)
  • Riepenhof, H., et al.: "Muskelverletzungen im Profifußball – Versorgung und Rehabilitation". Der Unfallchirurg, Vol. 121, Iss. 6, pp. 441-449 (April 2018)
  • "Muskelfaserriss". Online-Informationen des Pschyrembel: pschyrembel.de (Stand: April 2017)
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: "Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie". Thieme, Stuttgart 2017
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