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Schwangerschaft Ü50: Egoismus, Leichtsinn oder neue NormalitĂ€t?

t-online, Nicola Wilbrand-Donzelli

Aktualisiert am 11.06.2020Lesedauer: 4 Min.
Schwanger mit Ende 40: Reife Schwangere nehmen fĂŒr den Kinderwunsch viele Risiken in Kauf.
SpĂ€te Mutterschaft: Reife Schwangere nehmen fĂŒr den Kinderwunsch viele Risiken in Kauf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Als "spĂ€tgebĂ€rend" werden Schwangere schon ab dem 35. Lebensjahr bezeichnet. Dann steigen die Schwangerschaftsrisiken deutlich an. Umso mehr gilt das im reiferen Alter ĂŒber 45. Der medizinische Fortschritt hebt jedoch die natĂŒrlichen Grenzen der Fruchtbarkeit auf. Die Folgen sind bedenklich.

Die FÀlle sind selten, aber es werden mehr: Frauen können heutzutage ihre Familienplanung noch in einer Lebensphase umsetzen, in der sich der weibliche Körper schon auf die Wechseljahre umstellt.

Risiko von Komplikationen und Fehlgeburten

Fakt ist: Frauen, die rund um die FĂŒnfzig ein Kind bekommen, mĂŒssen sich auf eine Hochrisikoschwangerschaft einstellen. Mit zunehmenden Alter wĂ€chst die Gefahr erheblicher Komplikationen:

  • Schwangerschaftsvergiftung (Gestose)
  • Bluthochdruck
  • Ödeme
  • Thrombose
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Schlechte Leberwerte
  • Unterversorgung des Embryos im Mutterleib

Zudem steigt mit den Jahren das Risiko fĂŒr Fehlgeburten: Einer dĂ€nischen Studie zufolge verlieren nur rund neun Prozent aller 20- bis 24-jĂ€hrigen Schwangeren ihr Baby durch eine Fehlgeburt, aber 75 Prozent der ĂŒber 45-JĂ€hrigen. Außerdem besteht bei Schwangeren ĂŒber 50 eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit, dass das Kind zu klein oder viel zu frĂŒh auf die Welt kommt. Das fanden britische Forscher heraus.

Bemerkenswert ist allerdings, dass kindliche Fehlbildungen, die nicht auf einer Chromosomenstörung beruhen, bei MĂŒttern zwischen 40 und 50 seltener vorkommen als bei jĂŒngeren. Die Journalistin Petra Ritzunger und der Mediziner Ernst Weissenbacher erklĂ€ren dies in ihrem Buch "SpĂ€ter Kinderwunsch – Chancen und Risiken" mit der engmaschigen medizinischen Betreuung von Ă€lteren Schwangeren. Allerdings ließen diese ein Kind auch eher abtreiben, wenn es nicht ganz "perfekt" sei.

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Trend zu spÀter Schwangerschaft bei Promis

Ungeachtet solcher Risiken streben immer mehr Stars nach spĂ€tem MutterglĂŒck. KĂŒrzlich machte Schauspielerin Caroline Beil Schlagzeilen, weil sie mit 50 noch einmal Mutter wurde. Kein Einzelfall: Auch Janet Jackson, Gianna Nannini, Ute Lemper, Susan Sarandon, Geena Davis , Holly Hunter, Halle Berry oder Sarah Connors Mutter Soraya bekamen noch Babys in einem Alter, in dem so manche Frau schon Oma ist.

Prominent wird auch jede andere Frau, die jenseits der 50 oder sogar 60 schwanger wird. Beispiele sind die Berlinerin Annegret Raunigk, die mit 65 Jahren Vierlingsmutter wurde, Zwillinge bei einer 60-jĂ€hrigen Österreicherin und einer 58-jĂ€hrigen Italienerin sowie eine NiederlĂ€nderin, die mit 63 eine Tochter bekam.

Die meisten Ü50-Schwangeren sind "ErstmĂŒtter"

Auch wenn sich solche FĂ€lle in der öffentlichen Wahrnehmung hĂ€ufen, sind derart spĂ€te Schwangerschaften sehr selten: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes kamen 2015 in Deutschland insgesamt 737.630 Kinder zur Welt. Nur 118 davon hatten MĂŒtter, die bereits 50 Jahre oder Ă€lter waren. FĂŒr die HĂ€lfte dieser Frauen war es das erste Baby.

Immerhin hat sich die Zahl der Ü50-Geburten seit 1999 vervierfacht. Das entspricht der Tendenz in Deutschland, dass das Durchschnittsalter von Schwangeren kontinuierlich ansteigt. Heute sind schon mehr als 25 Prozent Ă€lter als 35.

Schwangerschaft statt Menopause – Reproduktionsmedizin macht es möglich

Einen gewichtigen Anteil an dieser Entwicklung hat die moderne Fortpflanzungsmedizin. Sie macht fĂŒr viele Paare das vermeintlich Unmögliche möglich. Durch neue Befruchtungsverfahren, die jedoch nicht in jedem Land legal sind, lassen sich sogar bei Frauen um die 50 die natĂŒrlichen Grenzen der Fruchtbarkeit ĂŒberschreiten.

Kritiker mahnen jedoch immer wieder, dass nicht alles medizinisch Machbare auch gut ist. So kommentierte die Medizin-Psychologin Beate Schultz-Zehden in einem GesprĂ€ch mit "n-tv.de": "Nicht selten gehen Paare Wege, die nicht mit dem deutschen Recht vereinbar sind, und lassen sich im Ausland fĂŒr viel Geld behandeln. Diese Menschen handeln aus meiner Sicht egoistisch und wenig verantwortungsvoll, weil sie nicht an die Zukunft des Kindes denken."

SpĂ€te Mutterschaft verschiebt soziales GefĂŒge

Die Psychologin skizziert, wie sehr eine spĂ€te Elternschaft die familiĂ€ren Strukturen verĂ€ndert: Eine Frau, die erst mit 50 ihr erstes Kind bekommt, hat spĂ€ter schlechte Chancen, eine fidele Oma zu sein. Umgekehrt haben ihre Kinder entweder keine Großeltern mehr, oder diese sind so alt, dass sie die Rolle von Ersatzeltern nicht mehr ĂŒbernehmen können.

Andere Experten mahnen an, dass die Kindern sich viel zu frĂŒh um ihre betagten und womöglich gebrechlichen MĂŒtter und VĂ€ter kĂŒmmern mĂŒssen. Das kehrt die sozialen Rollen um. Psychologen nennen dies Parentifizierung.

SpÀtes Wunschkind krönt den Lebensweg

Viele spĂ€te MĂŒtter sind sehr gut ausgebildet und materiell abgesichert. Es handelt sich oft um erfolgreiche Akademikerinnen. Manche wollten nicht zugunsten einer Familie auf ihre Karriere verzichten oder fanden lange nicht den passenden Partner. Das Wunschkind im fortgeschrittenen Alter ist quasi das emotionale SahnehĂ€ubchen ihres Lebensplans.

Die Psychologin Schultz-Zehden unterstellt durchaus egoistische Motive, wenn Frauen in einer Lebensphase Nachwuchs in die Welt setzen, in der andere bereits Enkel haben: "Manche wollen sich damit verjĂŒngen und das Älterwerden ausblenden (
) Andere wiederum möchten durch eine spĂ€te Mutterschaft ihre Weiblichkeit noch einmal unter Beweis stellen."

Ungeplant schwanger – und das mit fast 50

Die einen wollen sich im reifen Alter um jeden Preis den Kinderwunsch erfĂŒllen, die anderen werden aus Leichtsinn ungeplant schwanger. Ab Mitte Vierzig verhĂŒten viele Frauen entweder gar nicht mehr oder nur noch sporadisch, weil sie davon ausgehen, dass es dann fast unmöglich ist, auf natĂŒrlichem Weg schwanger zu werden.

So erging es Gesa aus Frankfurt, die mit 48 ĂŒberraschend noch einmal Mutter wurde. Ihre zwei ersten Kinder hatte sie mit 30 beziehungsweise 34 bekommen. Danach war fĂŒr sie und ihren Mann die Familienplanung abgeschlossen. "Ich hĂ€tte ja im Traum nicht daran gedacht, dass wir nochmal Eltern werden. Da meine Regel nur noch unregelmĂ€ĂŸig kam, bin ich fest davon ausgegangen, dass ich schon voll in der Menopause bin und eigentlich nichts mehr geht. Das war wohl ein Irrtum."

  • Als Faustregel gilt: Frauen sollten auch in den Wechseljahren so lange verhĂŒten, bis sie mindestens zwei Jahre lang keine Blutung mehr hatten.

Die Familie ist dankbar, dass der NachzĂŒgler Julius kerngesund ist. Dennoch empfindet Gesa den Alltag als Mutter nun als wesentlich anstrengender als frĂŒher. "Ich stoße nun schneller an meine physischen Grenzen, wenn etwa stundenlanges Lego-Bauen auf dem Fußboden oder Toben im Garten meinen alten Knochen zusetzt."

Gesas NervenkostĂŒm ist dafĂŒr weniger anfĂ€llig. Immerhin hat sie schon zwei Kinder großgezogen. So bleibt sie in stressigen Situationen mit ihrem Kleinsten meist entspannt und abgeklĂ€rt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow
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