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Grüne Woche: Messe öffnet für Besucher

Im Zeichen der Nachhaltigkeit  

Grüne Woche: Messe öffnet für Besucher

17.01.2020, 09:53 Uhr | dpa-AFX, dpa

Grüne Woche: Messe öffnet für Besucher. Eingang Nord des Messegeländes Berlin: Die Internationale Grüne Woche 2020 heißt ihre Gäste willkommen. (Quelle: Messe Berlin GmbH)

Eingang Nord des Messegeländes Berlin: Die Internationale Grüne Woche 2020 heißt ihre Gäste willkommen. (Quelle: Messe Berlin GmbH)

Die Agrarmesse Grüne Woche startet, um über Lebensmittel und Agrartechnik zu informieren. Rund um die Messe sind Demonstrationen geplant. Auch deutsche Lebensmittelhändler wollen sich für Bauern einsetzen.

Die Agrar- und Verbrauchermesse Grüne Woche öffnet heute (10 Uhr) für Besucher. Bis zum 26. Januar werden in den Messehallen am Funkturm bis zu 400.000 Besucher erwartet. Mehr als 1.800 Aussteller aus 72 Ländern sind vor Ort. Partnerland der Messe ist in diesem Jahr Kroatien.

Nachhaltigkeit steht im Fokus

Die Branche informiert traditionell über Lebensmittelproduktion und neue Agrartechnik. Viele Aussteller wollen außerdem zeigen, wie Lebensmittel nachhaltiger produziert werden können. "Nie zuvor stand die Grüne Woche so stark im Zeichen der Klimadebatte", hatte Messechef Christian Göke gesagt.

Bauern vs. Klimaschützer: Ihre Meinung zur Agrarwende – diskutieren Sie mit

Zum Eröffnungsrundgang am Freitagmorgen werden unter anderem Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski und Bauernpräsident Joachim Rukwied erwartet.

Erklärung gegen Armut von Bauern soll unterzeichnet werden

Anlässlich der Grünen Woche in Berlin will sich eine Arbeitsgruppe mehrerer deutscher Lebensmittelhändler dafür einsetzen, dass Bauern in weltweiten Lieferketten existenzsichernde Löhne erhalten. Vertreter von Aldi, Lidl, Kaufland, Rewe, DM und Tegut wollen dazu am Freitag gemeinsam mit Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) eine freiwillige Erklärung unterzeichnen.

Die Unternehmen wollen dazu beitragen, "Bauern- und Arbeiterfamilien in globalen Lieferketten einen menschenwürdigen Lebensstandard zu ermöglichen". Zunächst wollen sich die Unternehmen dabei auf die Produktion ihrer Eigenmarken beschränken. Deren Lieferketten sollen transparenter werden.

Eine Rückverfolgung solle von der Plantage bis zum Lieferanten möglich werden. Auch wollen die Unternehmen in den Blick nehmen, ob die Menschenrechte bei der Herstellung ihrer Produkte eingehalten werden. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) soll die Koordination der Arbeitsgruppe übernehmen. Supermarktketten stehen immer wieder in der Kritik für niedrige Lebensmittelpreise.

Landwirte brauchen existenzsicherndes Einkommen

Nach den Worten von Minister Müller bekennen sich nun sieben große deutsche Supermarkt- und Discountunternehmen zu existenzsichernden Einkommen in ihren Lieferketten: "Es ist gut, dass im Lebensmittelhandel Bewegung ist." Das zeige auch, dass der Druck der Konsumenten wirke. Immer mehr Verbraucher wollten wissen, wie ihre Lebensmittel produziert werden. "Die sieben Vorreiterunternehmen erkennen erstmals an, dass niedrige Einkommen eine große Herausforderung und existenzsichernde Löhne dringlicher denn je sind", betonte Müller.

Bei Landwirten in Entwicklungsländern müsse deutlich mehr von der Wertschöpfung ankommen, sagte der CSU-Politiker weiter. Existenzsichernde Einkommen müssten zum Standard werden: "Das Ziel ist klar: 100 Prozent fairer Supermarkt." Der Handel müsse jetzt über diese Selbstverpflichtung hinausgehen und weitere Schritte hin zu fairen Lieferketten umsetzen.

Grünen-Chef Robert Habeck äußerte gegenüber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" Verständnis für den Unmut der Landwirte. Sie litten unter dem Agrarsystem. "Die Förderpolitik der EU und die Exportorientierung der Wirtschaft setzen darauf, dass sie immer mehr zu immer kleineren Preisen produzieren", sagte Habeck. Jede Verordnung schmälere die Einnahmen der Bauern. "Die Landwirte werden zerrieben. Aber die Antwort, weniger Klima- oder Tierschutz, wäre falsch." Habeck mahnte einen sachlichen Ton an: "Mit moralischer Überheblichkeit gegenüber den Bauern kommt man allerdings nicht weiter."

Mehrere Demonstrationen geplant

Rund um die Messe haben verschiedene Bündnisse Demonstrationen angemeldet. Am Freitag will die Bauerninitiative "Land schafft Verbindung" mit Traktoren in mehreren deutschen Städten protestieren. Für Samstag ist in Berlin zum zehnten Mal eine Demonstration der Initiative "Wir haben es satt!" geplant, an der sich Umwelt- und Tierschützer sowie Landwirte beteiligen wollen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX
  • Nachrichtenagentur dpa

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