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Allerheiligen: Bedeutung – wo ist Allerheiligen ein Feiertag in Deutschland?

Religiöser Feiertag  

Allerheiligen 2020 und seine Bedeutung

27.10.2020, 12:38 Uhr | CM, sah, t-online

Allerheiligen: Das steckt hinter dem Feiertag. (Quelle: kabel eins) (Quelle: kabel eins)
Allerheiligen: Das steckt dahinter

Warum gibt es eigentlich den Feiertag Allerheiligen? Und wieso findet er nicht in allen Bundesländern statt? (Quelle: kabel eins)

Allerheiligen: Das steckt hinter dem Feiertag. (Quelle: kabel eins)


Allerheiligen folgt in Deutschland immer auf den Reformationstag. Doch wo wird Allerheiligen 2020 gefeiert? Und welche Bedeutung steckt hinter dem Feiertag?

Mit Allerheiligen beginnt alljährlich die Zeit des Totengedenkens. Die Friedhöfe in Stadt und Land werden von Kerzenlichtern erhellt und die Gräber mit Blumen und Gestecken geschmückt. Dieser alte Brauch wird bis heute praktiziert.

Feiertag in fünf Bundesländern

Am 1. November ist traditionell Allerheiligen. In fünf Bundesländern dürfen sich die Menschen dann über einen zusätzlichen freien Tag freuen. Denn nur in diesen katholisch geprägten Bundesländern ist Allerheiligen ein Feiertag:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland 

Fällt Allerheiligen auf einen Wochentag, bringt der freie Tag einige Verbote mit sich. Allerheiligen ist ein sogenannter "stiller Feiertag" und unterliegt somit dem Feiertagsgesetz. Das bedeutet, dass an Allerheiligen Ruhe herrschen muss. Es gibt ein generelles Tanzverbot. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise gilt es von fünf bis 18 Uhr. Ein Verstoß kann bis zu 1.000 Euro Strafe kosten.

In Bayern besteht das Verbot sogar von zwei bis 24 Uhr. Außerdem sind in allen fünf Bundesländern die Geschäfte geschlossen. Weitere "stille Feiertage" sind unter anderem:

Info: Obwohl Allerheiligen 2020 auf einen Sonntag fällt, gibt es wegen der Corona-Krise ohnehin einige Einschränkungen. Die meisten Discotheken und Clubs bleiben beispielsweise weiterhin geschlossen. 

Bedeutung von Allerheiligen

Allerheiligen ist ein Gedenktag, an dem Katholiken an ihre Toten erinnern. Sie schmücken Gräber und drücken damit ihre Zuversicht aus, dass die Menschen nach dem Tod in der Gemeinschaft mit Gott sind. Wie der Name vermuten lässt, ist dieser Tag allen Heiligen der Kirche gewidmet. Mit diesem Fest gedenkt die Katholische Kirche aber nicht nur der heiliggesprochenen Frauen und Männer, sondern auch jener Menschen, die ihren Glauben eher unspektakulär und still gelebt haben. 

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. sagte über den Feiertag: "Am Fest Allerheiligen blicken wir voll Dankbarkeit auf die große Schar der Gläubigen, die schon im Himmel an der Herrlichkeit Gottes Anteil haben." Allerheiligen wird von Christen weltweit gefeiert und das mehrheitlich am 1. November. Ausnahmen bilden einzelne Länder wie Kolumbien, wo der Festtag auf den 7. November fällt. Die christlich-orthodoxe Kirche feiert Allerheiligen schon am ersten Sonntag nach Pfingsten.

Der Ursprung von Allerheiligen

Die Wurzeln des Feiertages reichen bis in das 4. Jahrhundert zurück. Die damals östliche Kirche führte den Tag der Heiligen erstmals am ersten Sonntag nach Pfingsten ein – in der griechischen Kirche wurde somit das Andenken der Märtyrer geehrt. 300 Jahre später zog die westliche Kirche nach und legte Allerheiligen auf den ersten Freitag nach Ostern.

Ab 835 legte Papst Gregor IV. fest, dass Allerheiligen in der gesamten westlichen Kirche am 1. November gefeiert wird. Bis heute gilt Allerheiligen als einer der Höhepunkte im Kirchenjahr. Er gehört neben Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Christi Himmelfahrt zu den katholischen Hochfesten. An Allerheiligen tragen die Geistlichen traditionell weiße Gewänder. Mit der liturgischen Farbe sollen Reinheit und Freude verbreitet werden.

Traditionelle Bräuche am Feiertag

Allerheiligen: An diesem Tag ist es Brauch, auf dem Friedhof die Gräber zu schmücken. (Quelle: imago images/Reiner Zensen)Allerheiligen: An diesem Tag ist es Brauch, auf dem Friedhof die Gräber zu schmücken. (Quelle: Reiner Zensen/imago images)

Der wohl bekannteste Brauch an Allerheiligen ist die Gräbersegnung. An diesem Tag besuchen Angehörige die Grabstätten auf dem Friedhof und beten für die Toten. Die Grabanlagen werden festlich hergerichtet und oftmals sogenannte Seelenlichter angezündet als Symbole des Auferstehungsglaubens. Priester segnen die Gräber und besprengen sie mit Weihwasser.

Ein anderer und zugleich leckerer Brauch ist das Backen von Allerheiligenstriezeln oder Allerseelenzöpfen. Diese Hefeteigbackwaren werden zu einem Zopf geflochten und mit buntem Zucker bestreut. Dieser Brauch geht auf die antike Trauerkultur zurück. In dieser war es üblich, dass die geflochtenen Haare als Zeichen der Trauer abgeschnitten wurden.

Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag: Unterschiede

Das eng mit Allerheiligen verbundene Fest Allerseelen am 2. November ist der eigentliche Totengedenktag der katholischen Kirche. Gläubige stellen "Seelenlichter" auf Gräber, leisten Fürbitten, schmücken Gräber und beten für Seelen im Fegefeuer, die nach Auffassung der Kirche noch keine volle Gemeinschaft mit Gott erreicht haben. Das Fegefeuer ist also ein Ort der Buße und nicht mit der Hölle zu verwechseln. Eingeführt wurde der Tag im Jahr 998 von Odilo, dem Abt des Klosters Cluny aus Frankreich. Heutzutage ist Allerseelen aber kein offizieller Feiertag mehr. 

Doch wo liegt der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen? An Allerheiligen wird der Heiligen gedacht, die schon im Himmel sind und an Allerseelen derjenigen, die auf dem Weg in den Himmel sind, also den Seelen der Toten.

In der evangelischen Kirche wird Allerheiligen nicht gefeiert, sondern eher inoffiziell als Gedenktag der Heiligen begangen. Die Protestanten gedenken am Totensonntag oder Ewigkeitssonntag ihrer Toten. Dieser findet immer am Sonntag vor dem ersten Advent statt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche

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