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Diese Reiseziele kosten Eintritt

Von dpa-tmn
22.05.2019Lesedauer: 4 Min.
Langeoog: Wie viele andere Urlaubsziele, kassiert die ostfriesische Insel eine Abgabe von ihren GĂ€sten.
Langeoog: Wie viele andere Urlaubsziele, kassiert die ostfriesische Insel eine Abgabe von ihren GĂ€sten. (Quelle: penofoto/imago-images-bilder)
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Kurtaxe, Tourismusabgabe, Citytax: Viele Urlaubsorte und Reiseziele bitten ihre GĂ€ste zur Kasse. HĂ€ufig gibt es dafĂŒr nĂŒtzliche Gegenleistungen. Manchmal geht es aber vor allem um etwas anderes.

Anreise, Unterkunft, Verpflegung, Sightseeing: Eine Urlaubsreise kostet Geld. Was bei der Berechnung der Kosten oft vergessen wird, ist die GebĂŒhr vor Ort – ob Kurtaxe, Tourismusabgabe, Bettensteuer oder Citytax. Immer mehr StĂ€dte, Regionen und LĂ€nder kassieren eine solche Abgabe von Besuchern.


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HĂ€ufig wird Reisenden erst am Urlaubsort bewusst, dass sie eine Tourismusabgabe leisten mĂŒssen. "Die GĂ€ste wissen oft nicht, wofĂŒr sie dabei eigentlich zahlen", sagt Prof. Martin Lohmann vom Institut fĂŒr Tourismus- und BĂ€derforschung in Nordeuropa in Kiel.

HĂ€ufig sind die Kosten mit Nutzen verbunden

Dabei liegen die Vorteile in vielen Urlaubsregionen auf der Hand – in Form von GĂ€ste- und Kurkarten, die Urlauber in der Regel kostenlos in ihrer Unterkunft bekommen. Eine kostenlose Nutzung des ÖPNV ist mit den Karten hĂ€ufig möglich, ob mit AllgĂ€u-Walser-Card, Saarland-Card oder der Konus-GĂ€stekarte im Schwarzwald.

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Der PrĂ€sident des Deutschen Tourismus Verbands (DTV), Reinhard Meyer, sieht darin einen sinnvollen Zusatznutzen fĂŒr Urlauber. Er betont, dass von Touristen verlangte Kurtaxen und Abgaben in den Kommunen auch nur fĂŒr touristische Zwecke verwendet werden dĂŒrfen. Anders ist dies bei der Bettensteuer, die derzeit in rund drei Dutzend deutschen StĂ€dten anfĂ€llt. Diese Abgabe ist zweckungebunden.

Was die Kurtaxe kostet

In Deutschland sind mehr als 350 staatlich anerkannte HeilbĂ€der und Kurorte sowie zahlreiche weitere Tourismusorte berechtigt, eine Kurtaxe oder Tourismusabgabe von ÜbernachtungsgĂ€sten zu verlangen. Die Abgabe dient der Instandhaltung der touristischen Infrastruktur.

Meist wird die GebĂŒhr in der Unterkunft mit dem Übernachtungspreis entrichtet. Ihre Höhe variiert je nach Region, Saison und Berechnungsgrundlage zwischen 0,50 Euro und 3,70 Euro pro Nacht. In einigen Orten gibt es außerdem Tarife fĂŒr TagesgĂ€ste.

Norderney zum Beispiel kassiert 3,70 Euro pro Nacht. Im Gegenzug bekommen Urlauber die Norderney Card. Auch Langeoog liegt mit 3,50 Euro in der Hauptsaison und 2,80 Euro in der Nebensaison eher am oberen Ende des Preisspektrums. DafĂŒr gibt es die Langeoog-Card, die etwa kostenlose Veranstaltungen in der Region ermöglicht. In Binz auf RĂŒgen werden ganzjĂ€hrig 2,85 Euro pro Nacht fĂ€llig. DafĂŒr sind etwa die Busse im Ort und die Binzer BĂ€derbahn kostenlos.

In Bad Wildungen im Sauerland fallen 2,85 Euro pro Nacht an. Die Sauerland-Card bietet VergĂŒnstigungen fĂŒr regionale Freizeitangebote. Bad Kissingen in Bayern nimmt ganzjĂ€hrig 3,60 Euro. Im Tegernseer Tal betrĂ€gt der Kurbeitrag 2 Euro, in Garmisch-Partenkirchen 3 Euro. Inklusivleistungen und VergĂŒnstigungen gibt es im Gegenzug.

Die Tourismusabgaben und Citytaxes in den GroßstĂ€dten fallen ebenfalls verschieden hoch aus. In Leipzig zum Beispiel sind es 3 Euro, in Frankfurt 2 Euro. Berlin verlangt von Privatreisenden eine Abgabe in Höhe von 5 Prozent des Übernachtungspreises. In Hamburg sind die GebĂŒhren gestaffelt.

So hoch sind die internationalen Preise

Doch nicht nur in deutschen Reisezielen werden Tourismusabgaben fĂ€llig. In Österreich zum Beispiel gibt es die Ortstaxen. Ihre Höhe hĂ€ngt von Region und Saison ab. Das Land Salzburg und Graz sind mit 1,50 Euro recht gĂŒnstig. Linz verlangt 2 Euro. In Tirol liegt die Abgabe zwischen 0,55 und 3 Euro pro Nacht. In Wien wird die Höhe der prozentualen Ortstaxe nach einem komplizierten SchlĂŒssel berechnet.

Spanien-Inseln nutzen Geld fĂŒr Umweltprojekte

Auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera mĂŒssen Reisende seit 2016 die sogenannte Ecotasa zahlen, die fĂŒr Umweltprojekte verwendet wird. Die Höhe der Abgabe bemisst sich an der QualitĂ€t der Unterkunft: FĂŒr GĂ€ste in Luxushotels werden 4 Euro pro Nacht fĂ€llig, in Vier- und Drei-Sterne-Superior-Hotels sind es 3 Euro, in 1- bis 3-Sterne-Hotels 2 Euro. Auch in Barcelona und der Region Katalonien fĂ€llt eine Tourismusabgabe an, die je nach Art der Unterkunft variabel ist und bis zu 2,25 Euro pro Nacht betragen kann.

In Griechenland mĂŒssen Urlauber seit 2018 eine GĂ€stesteuer bezahlen, die sich nach dem Unterkunftstyp richtet. In Ein- und Zwei-Sterne-Hotels etwa muss der Gast pro Nacht 50 Cent zahlen, in Drei-Sterne-Hotels werden 1,50 Euro fĂ€llig, in Vier-Sterne-Hotels 3 Euro und in FĂŒnf-Sterne-HĂ€usern 4 Euro.

In vielen Regionen Italiens wird ebenfalls eine Bettensteuer berechnet, die sich an der Kategorie der Unterkunft orientiert. Nach Angaben des Kölner Italienveranstalters Italweg liegen die tĂ€glichen GebĂŒhren zwischen 0,70 Euro fĂŒr ein Drei-Sterne-Hotel am Lago Maggiore und 7 Euro fĂŒr ein 5-Sterne-Hotel in Rom.

Auch in Frankreich, Polen, der Schweiz und der Niederlande gibt es Kurtaxen, gestaffelt nach Übernachtungsarten.

Venedig bittet TagesgÀste zur Kasse

FĂŒr Schlagzeilen sorgte zuletzt Venedig. Die berĂŒhmte Lagunenstadt will TagesgĂ€ste ab September mit einer GebĂŒhr von 3 Euro zur Kasse bitten. FĂŒr 2020 ist eine Erhöhung auf im Schnitt 6 Euro geplant: An wenig frequentierten Tagen soll der Beitrag auf 3 Euro reduziert werden, bei starkem Andrang können 8 oder 10 Euro fĂ€llig werden. Von einem "Eintrittsgeld" fĂŒr die Stadt ist die Rede. Im Idealfall soll die gestaffelte GebĂŒhr dazu fĂŒhren, dass TagesgĂ€ste ihren Venedig-Aufenthalt an weniger stark frequentierten Tagen planen.

Der Grund fĂŒr die Abgabe liegt im ausufernden Massentourismus in Venedig begrĂŒndet. "Wir wollen die Stadt verteidigen", sagte BĂŒrgermeister Luigi Brugnaro im MĂ€rz zu der GebĂŒhr.

Prof. Martin Lohmann hĂ€lt es durchaus fĂŒr möglich, dass sich die Besucherströme auf diese Art etwas entzerren lassen. Dass die Eintrittsforderung GĂ€ste generell von einem Besuch abhalten könnte, hĂ€lt der Diplom-Psychologe aber fĂŒr unwahrscheinlich.

Auch andere Metropolen kassieren ab

Venedig ist ein Extremfall. Doch auch andere Metropolen leiden unter den Besuchermassen – und kassieren deshalb ganz schön ab. Ein Beispiel ist Amsterdam. Die Stadt fĂŒhrt neben der Touristenabgabe eine zusĂ€tzliche Bettensteuer ein. ZusĂ€tzlich zu der Abgabe von sieben Prozent der Hotelrechnung werden kĂŒnftig drei Euro pro Nacht und Gast fĂ€llig, kĂŒndigte die Stadtverwaltung im Mai an. Das Geld soll auch in den Erhalt des historischen Stadtbildes fließen.


Fernreisende mĂŒssen in manchen LĂ€ndern ebenfalls eine Abgabe zahlen. Neuseeland zum Beispiel plant von Oktober an eine EinreisegebĂŒhr in Höhe von 35 Neuseeland-Dollar (etwa 20,50 Euro).

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