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Die spanische Region Navarra und ihre Sehenswürdigkeiten

Nordspaniens Geheimtipp  

Vielfältigkeit und Abwechslung in Navarra

| Julia Liebchen

Die spanische Region Navarra und ihre Sehenswürdigkeiten . Platz in Pamplona, Spanien (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Platz in Pamplona, Spanien (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn man an Spanien denkt, werden einem wohl die typischen Touristenziele wie Madrid, Barcelona, Andalusien, die Kanaren und die Balearen in den Sinn kommen. Doch wer sich traut, die ausgetretenen Pfade hinter sich zu lassen, wird belohnt: Mit ihrer unvergleichlichen Kombination aus zerklüfteten und schroffen Pyrenäengipfeln sowie sattgrünen Hügeln, an die sich idyllische Dörfer schmiegen, schwindelerregend tiefen Schluchten und märchenhaften Wäldern, unberührten Wüstenlandschaften sowie malerischen Burgen und Klöstern lässt die autonome Region Navarra jedes Urlauberherz höher schlagen.

„Der kleine Kontinent“

Navarra liegt im Norden Spaniens und grenzt im Norden an Frankreich, im Osten an Aragonien und im Westen an La Rioja sowie das Baskenland. Seit 1982 ist das ehemalige Königreich eine autonome Region, die allerdings noch einige politische Privilegien genießt. Die Region ist mit einer Fläche von 10.000 km² eine der kleinsten von Spanien. Sie zählt 643.000 Einwohner, von denen etwa 200.000 in der Hauptstadt Pamplona wohnen. Amtssprache ist neben Spanisch auch Baskisch. Trotz ihrer geringen Größe besitzt die Region drei unterschiedliche klimatische Zonen, die zum reizvollen und vielfältigen Landschaftsbild beitragen. Navarra wird daher von den Navarresen selbst auch liebevoll als „der kleine Kontinent“ bezeichnet, da sich auf kleinstem Raum absolut gegensätzliche Landschaften finden lassen.

Was macht Navarra so besonders?

Dem einen oder anderen (Hape-Kerkeling-Fan) wird Navarra vielleicht schon ein Begriff sein, verläuft doch der Jakobsweg einmal quer durch die Region. Nicht nur die bereits erwähnte landschaftliche Vielfalt zeichnet die Region aus, sondern auch ihre starken Gegensätze, wie der abendliche Trubel in den Gassen von Pamplona einerseits und die Ruhe und Beschaulichkeit der Bergdörfer im Norden andererseits. Navarra ist außerdem ein Land der Traditionen, die Liebe zur Tradition und zur Kultur ist stark verwurzelt und spiegelt sich auch im Wesen der Navarresen wider. Die baskische Kultur mit ihren besonderen Traditionen und Festen hat einen ganz eigenen Charme. Doch das ist noch nicht alles: Navarra wartet außerdem mit kulinarischen Hochgenüssen auf. Die Speisen sind (wie die Region selbst) abwechslungsreich, naturbelassen und basieren noch immer auf den originalen, althergebrachten Rezepten. Vor allem das in Navarra angebaute Gemüse ist von ausgezeichneter Qualität und besitzt geschützte Herkunftsbezeichnungen. So auch der Wein und der Cidre, die in der Region produziert werden. Die kleine Region beherbergt rund 130 verschiedene Weingüter, von denen man auch einige besichtigen kann. Ein anderes Kultgetränk der Navarresen ist der Patxarán, ein Schlehenlikör auf Anisbasis. Hervorzuheben sind auch die für Navarra typischen Pintxos, also auf einem Stück Weißbrot servierte kleine Tapas. Sie lassen sich einfach überall und in Hunderten Variationen finden.

Was sollte man auf keinen Fall verpassen?

Pamplona ist das pulsierende Herz der Region (nicht nur während der San Fermines Feste) und auf jeden Fall einen Besuch wert. In diesem Artikel möchten wir uns allerdings anderen, eher unbekannteren Zielen in Navarra widmen. Um bei den unzähligen Sehenswürdigkeiten von Navarra den Überblick zu behalten, haben wir daher ein kleines „Best of“ für Sie zusammengestellt.

Im Nordosten Navarras befindet sich das malerische Roncal-Tal. Roncal selbst, ein typisches Pyrenäendorf mit alten Steinhäusern und verwinkelten steilen Gässchen, über denen eine Kirche thront, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Am Ende des Tals gelangt man zur eindrucksvollen, schroffen Karstlandschaft Larra-Belagua.
Dort befindet sich auch der höchste Pyrenäengipfel von Navarra, der Mesa de los Tres Reyes (2248m). Bei klarer Sicht kann man von dort aus sogar bis an die Atlantikküste Frankreichs sehen. Nach einer ausgiebigen Wanderung empfiehlt es sich in der nahegelegenen, urgemütlichen Hütte Juan Pito einzukehren, um wieder zu Kräften zu kommen. Ganz in der Nähe des Roncal-Tals befindet sich auch die Schlucht von Arbayún, die stolze 4 Kilometer lang und bis zu 385 Meter tief ist. Sie lässt sich von einem spektakulären Balkon aus von oben bestaunen oder durch zahlreiche Wanderwege auch von innen.

Ebenfalls im Norden befindet sich das Baztán-Tal. Es handelt sich um ein Tal, das von sanften Hügeln umgeben ist, die im Frühling in einem satten Grün erblühen, wie man es in Spanien nicht erwarten würde. Das größte und schönste Dorf ist Elizondo. Typische navarresische Landhäuser spiegeln sich hier auf dem klaren Gebirgsbach wider, der quer durch das Dorf verläuft. Am Ende des Tales befindet sich die beeindruckende Höhle von Zugarramurdi, um die sich zahlreiche Hexensagen ranken. An heißen Tagen bietet sich außerdem ein Abstecher an den Anfang des Tals an, wo der idyllisch gelegene See von Leurtza zum Baden und Entspannen einlädt.

Für alle, die Natur pur erleben wollen, ist auch der auf 800 Metern gelegene Selva de Irati ein absolutes Muss. Es ist der zweitgrößte zusammenhängende Eichenwald in Europa. Im Herzen des Waldes befindet sich ein schöner Stausee, den man auch auf einer Schleuse überqueren kann. Besonders schön ist der Wald im Herbst, denn dann leuchten seine Blätter in allen möglichen Farben.

Im Süden der Region befindet sich das Dorf Olite, das die elegante und weitläufige Palastburg des ehemaligen königlichen Hofs von Navarra beherbergt. Sie gilt als der bedeutendste gotische Profanbau Navarras und einer der wichtigsten in Europa. Im Dorf selbst lassen sich wappenverzierte Herrenhäuser mit Holzdachtraufen und mittelalterlichen Balkonen bestaunen.

Noch weiter im Süden findet sich der 43.000 Hektar umfassende Naturpark Bardenas Reales. Mit seiner kargen, mondähnlichen Wüstenlandschaft war der Park schon Schauplatz zahlreicher Filme wie „The World is not enough“ oder „Game of Thrones“. Wenn man schon in der Nähe ist, sollte man auch Tudela, die zweitgrößte Stadt Navarras, besichtigen. Die geschichtsträchtige Stadt offenbart Besuchern ihre kulturelle Mischung, die aus ihrem maurischen Erbe sowie dem damaligen Zusammenleben von Muslimen, Christen und Juden hervorgegangen ist

Wetter

Entgegen aller sich hartnäckig haltenden Vorurteile über Spanien findet man in Navarra nicht nur eitlen Sonnenschein und warme Temperaturen vor. Das Wetter ist – wie die Region selbst – sehr vielfältig, auch aufgrund der bereits erwähnten verschiedenen Klimazonen. So kommt es im Winter zu teilweise empfindlich kalten Temperaturen oder im Sommer zu plötzlichen, oftmals ausgesprochen ergiebigen Regengüssen. Einen kleinen Tod muss man wohl sterben, um hinterher diese saftgrüne Landschaft bewundern zu können. Daher sollten eine Regenjacke bzw. ein Regenschirm in keinem Koffer fehlen.

Wo sollte man übernachten?

Was Unterkünfte angeht hat man natürlich die Qual der Wahl. Wir stellen Ihnen einige bemerkenswerte Unterkünfte vor, die Ihrem Urlaub das gewisse Etwas verleihen werden.

Wollen Sie schlichte und zeitlose Eleganz in den navarresischen Pyrenäen erleben, empfehlen wir Ihnen das Arantza Hotela (ca. 70 km nördlich von Pamplona). Die modernen und weitläufigen Zimmer punkten mit aufwendigen Designermöbeln und Panoramafenstern mit Blick auf die unberührte, hügelige Landschaft. Zum Entspannen lädt nicht nur die ruhige und idyllische Umgebung ein, sondern auch der hoteleigene Spa.

Sind Sie eher der klassische Typ und möchten in die Vergangenheit von Navarra eintauchen, sollten Sie dem Heredad Beragu Hotel (ca. 50 km südöstlich von Pamplona) unbedingt einen Besuch abstatten. Es besticht durch seinen altertümlich anmutenden, dennoch urgemütlichen Charme eines baskischen, steinernen Landhauses.

Wer mit Kindern unterwegs ist, wird auf dem Bauernhof Casa Rural Agroturismo Mari Cruz (ca. 50 km nordöstlich von Pamplona) voll auf seine Kosten kommen. Der Bauernhof bietet zahlreiche Naturerlebnisse und Workshops für Groß und Klein. Buchen Sie am besten frühzeitig und sichern Sie sich einen Platz im Juwel des Bauernhofes: einem authentischen Baumhaus, das Platz für bis zu vier Personen bietet.

Für alle, die eine nicht konventionelle Unterkunft suchen und etwas Neues ausprobieren wollen, ist das Hotel Aire de Bardenas (nahe Tudela) ein Muss. Das Hotel liegt in der navarresischen Wüste und bietet „Bubbles“: riesige, teilweise durchsichtige Blasen, die als Zimmer fungieren. Da kommt wahres Weltraumfeeling inmitten der mondähnlichen Landschaft auf: Beim Einschlafen kann man sich dem Kosmos so nah wie noch nie fühlen und sich am Morgen sanft von den ersten Sonnenstrahlen wecken lassen.

Fazit

Bei näherem Hinsehen entpuppt sich die kleine Region als wahres Allroundtalent und Geheimtipp. Egal ob Aktivurlaub mit Outdooraction, Entspannung pur oder Kultur satt: In Navarra kommt jeder voll auf seine Kosten. Aber Achtung: Eine Reise wird kaum ausreichen, um die Region in all ihrer Pracht zu bestaunen. An dieser Stelle „Agur“, wie man auf Baskisch so schön sagt.

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