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Mallorca und Co. erwägen Touristen-Limit

Mallorca und Co.  

Spanische Urlaubsorte erwägen Touristen-Limit

15.07.2015, 11:54 Uhr | dpa

Mallorca und Co. erwägen Touristen-Limit. Voller Strand in San Sebastian: Einigen spanischen Urlaubsorte werden die Besucher im Sommer zuviel. (Quelle: dpa)

Voller Strand in San Sebastian: Einigen spanischen Urlaubsorte werden die Besucher im Sommer zuviel. (Quelle: dpa)

Spanien steht bei Urlaubern hoch im Kurs - einigen Politikern offenbar zu hoch. Mehrere Regionalregierungen denken laut über ein Touristen-Limit während der Sommermonate nach. Zuletzt äußerte sich der stellvertretende Ministerpräsident Mallorcas, Biel Barceló, in dieser Richtung.

Barceló sagte, dass man in Zukunft für die Inseln Mallorca, Ibiza, Formentera und Menorca ein Touristen-Limit für die Sommermonate nicht ausschließen könne. Die neue linke Regierung in Palma würde damit dem Beispiel der Machthaber auf den Kanaren folgen.

Auch der für Wirtschaft zuständige Stadtrat der neuen linken Stadtverwaltung von Madrid, Carlos Sánchez, gab bekannt, dass man die Einführung einer Touristenabgabe erwäge.  Eine Abgabe, wie sie auch die Regierung der Balearen beschließen will. Bürgermeisterin Manuela Carmena ging das Vorpreschen ihres Wirtschaftsstadtrats allerdings zu weit. Sie sagte, Madrid führe vorerst keine solche Gebühr ein.

Zentralregierung sieht Vorhaben kritisch

Politiker der Zentralregierung sehen diese Vorhaben kritisch. Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte zu den verschiedenen Initiativen, man müsse im Bereich des Tourismus mit "extremer Vorsicht" handeln.

Der Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt Spaniens beträgt gute elf Prozent. Der Sektor beschäftigt zwei Millionen Menschen. Und gerade die Arbeitslosigkeit von 23 Prozent - eine der höchsten Quoten der Europäischen Union - bereitet Rajoys Volkspartei (PP) vor den Parlamentswahlen Ende des Jahres große Sorgen.

Barcelona: Touristen-Limit mit Hotel-Baustopp

Es geht nicht nur um Pläne und leere "Drohungen". Das zeigt das Beispiel Barcelona. Die neue linke Bürgermeisterin Ada Colau hat erst vor Kurzem für ein Jahr untersagt, dass Hotels und anderen Unterkünften neu zugelassen werden.

Vor allem im Viertel Barceloneta hatten Bewohner im vorigen Jahr gegen den Zustrom von Partytouristen protestiert. Die Bewohner beklagten auch Preissteigerungen, die ärmere Einwohner verdränge.

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Mallorca stößt an seine Grenzen

Auch auf Mallorca steigt die Zahl der Besucher in den Sommermonaten. Nach offiziellen Zahlen kommen 80 Prozent der 14 Millionen Touristen, die die Balearen jährlich besuchen, im Sommer auf die Mittelmeerinseln Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera.

Alle seien sich darüber im Klaren, dass in der Hauptsaison die Aufnahmekapazität der Balearen "total erschöpft" sei, sagte Barceló. Es gebe aber viel Spielraum, um den Tourismus außerhalb der Sommermonate wachsen zu lassen.

Kanaren begrenzen Touristenzahlen

Auf den Kanaren hat bereits Regierungschef Fernando Clavijo vom nationalistischen Parteienverband Coalición Canaria eine Begrenzung der Touristenzahlen angekündigt. Dort sorgen 13 Millionen Touristen jährlich für 30 Prozent des regionalen BIP.

"Es nützt nichts, wenn 20 Millionen kommen, aber alle ein 'All-Inclusive-Paket' haben", sagte Clavijo in einem Interview der Zeitung "El País". Man wolle ein Touristen-Limit und vor allem Besucher, die "die Umwelt respektieren" und "auch Geld hier lassen".

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