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Umfrage zum Brexit: Deutsche wollen, dass Briten in der EU bleiben

Umfrage zum Brexit  

Deutsche wollen, dass Briten in der EU bleiben

Von Nathalie Helene Rippich

14.01.2019, 19:10 Uhr
Brexit-Abstimmung: Unsicherheit macht sich auch an der deutschen Börse bemerkbar. (Quelle: Reuters)
Brexit-Abstimmung: Unsicherheit macht sich auch an der deutschen Börse bemerkbar

Die für Dienstag erwartete Abstimmung im britischen Unterhaus über den Brexit wirft ihre Schatten voraus. Die Unsicherheit über die britische Zukunft belastet auch die deutsche Börse. (Quelle: Reuters)

Brexit-Abstimmung: Die Unsicherheit vor der Zukunft Großbritanniens macht sich auch an der deutschen Börse bemerkbar. (Quelle: Reuters)


Großbritannien droht der ungeordnete Brexit – mit unabsehbaren Folgen. Die meisten Deutschen sind dafür, dass die Briten den Brexit abblasen. Nur die Anhänger einer Partei sehen das anders.  

Monatelang haben Vertreter Großbritanniens und der Europäischen Union um eine Einigung beim Brexit gerungen. Am Dienstag wird es ernst: Dann muss das britische Unterhaus über Mays Austrittsentwurf abstimmen. Dass er angenommen wird, ist nicht sicher. Was passiert, wenn May scheitert, ist ebenso unklar. Die Folgen dürften weitreichend sein. Sogar ein Verbleib in der EU scheint für manch einen wieder eine Option. So offenbar auch für die meisten Deutschen. Das ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Civey für t-online.de.

In der Umfrage gaben mehr als 70 Prozent der Teilnehmer an, einen Verbleib der Briten in der Europäischen Union zu begrüßen. Mehr als die Hälfte stimmte dabei "auf jeden Fall" für ein "Remain" der Briten. Dagegen sprachen sich 18,2 Prozent der Befragten aus. 8,1 Prozent der Teilnehmer sind unentschieden.

Civey hatte für die Umfrage die Antworten von 5.059 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Teilnehmern auf die Frage "Würden Sie es begrüßen, wenn Großbritannien in der EU bleibt?" ausgewertet. Auch in Großbritannien ist das Thema eines Verbleibs noch nicht ganz vom Tisch. Oppositionsführer Jeremy Corbyn wurde von unterschiedlichen politischen Organisationen mehrfach dazu aufgefordert, ein zweites Referendum zum Brexit anzustrengen. Der Labour-Politiker lehnt das jedoch kategorisch ab. Bis zum 29. März hätte er Zeit, seine Meinung zu ändern: Dann scheidet das Königreich an der Themse aus der Europäischen Union aus. 

AfD- und Linke-Wähler heben sich ab

Die Deutschen sind sich durch alle Gruppen hindurch einig, dass der Verbleib der Briten gut wäre. Alter, Bildungsstand und Wohnort – ob Stadt oder Land – machten dabei kaum einen Unterschied. Einzig bei der Wahlabsicht werden Unterschiede sichtbar: Für einen Verbleib der Briten in der EU war nur knapp über ein Drittel der Teilnehmer, die angaben, die AfD wählen zu wollen. Fast die Hälfte stimmte in der Umfrage dagegen.
 

 
Ebenfalls auffällig: Während die Wähler von FDP, Grünen, CDU/CSU und SPD sich mit jeweils über 80 Prozent gegen den Austritt der Briten im März aussprachen, stimmten nur drei Viertel der Linke-Wähler für den Verbleib. 

Zur Methodik

In die Umfrage flossen die Antworten von 5.059 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 11. und 14. Januar 2019 online gefragt wurden: "Würden Sie es begrüßen, wenn Großbritannien in der EU bleibt?". Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozentpunkte; für Teilgruppen kann er davon abweichen.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet nicht nur mit t-online.de, sondern einer ganzen Reihe anderer großer Medien zusammen. Es geht dabei anders vor als klassische Umfrageinstitute. Die meisten Umfrageinstitute wählen die Menschen, die sie befragen, zufällig aus der Gesamtbevölkerung aus. Meist um die 1.000 Personen. Eine solche Zufallsstichprobe erlaubt es, die zufällige Abweichung der Antworten herauszurechnen und so repräsentative Ergebnisse für die Gesamtbevölkerung zu schätzen. Weil aber nur ein kleiner Teil der Menschen auch antwortet, müssen die Antworten hinterher gewichtet werden.

Civey dagegen lässt online alle Menschen abstimmen, die wollen. Aus den vielen Tausend Antworten zieht ein Computer im Nachhinein eine Stichprobe von rund 5.000 Befragten, die dann nach Alter, Geschlecht, Bevölkerungsdichte und Parteipräferenz der Gesamtbevölkerung entsprechen. Damit die Antworten nicht verzerrt sind, achtet Civey nach eigenen Angaben darauf, dass zum Beispiel nicht nur t-online.de-Leser in die Stichprobe kommen, sondern Leser sehr vieler verschiedener Seiten. Schließlich werden die Angaben anhand anderer Informationen, die Civey über die Befragten gesammelt hat, gewichtet. So soll ein repräsentatives Bild der Bevölkerung entstehen. Dafür muss Civey die Ergebnisse stärker gewichten als andere Institute.

An dieser Methode gibt es Kritik. Statistiker halten es aber für möglich, auf diese Art zu zutreffenden Aussagen über Meinungen in der Gesamtbevölkerung zu kommen. Wie genau im Detail gewichtet wird, hält Civey auch gegenüber Auftraggebern wie t-online.de ebenso geheim, wie es andere Umfrageinstitute tun.

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